The National Times - Waldbrände in Kroatien und Griechenland: Mehr als 2000 Menschen evakuiert

Waldbrände in Kroatien und Griechenland: Mehr als 2000 Menschen evakuiert


Waldbrände in Kroatien und Griechenland: Mehr als 2000 Menschen evakuiert
Waldbrände in Kroatien und Griechenland: Mehr als 2000 Menschen evakuiert / Foto: © AFP

Waldbrände an der Adriaküste Kroatiens haben mehr als 2000 Menschen aus ihren Häusern und Ferienwohnungen vertrieben und mindestens 36 Menschen verletzt. Die Flammen zerstörten hunderte Hektar in der Nähe des Ferienorts Lokva Rogoznica, bevor die Feuerwehr am Freitagmorgen erste Zeichen der Entspannung gab. Auch in Griechenland brannte es, in der Urlaubsregion Chalkidiki mussten fast 500 Touristen über das Meer evakuiert werden.

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Der kroatische Feuerwehrchef Slavko Tucakovic sprach von "einem der schlimmsten Waldbrände in der Geschichte Kroatiens". Die Flammen hätten seit Donnerstagabend zwischen 900 und tausend Hektar verwüstet, inzwischen habe sich die Lage aber beruhigt. Aktuell gebe es "keine offenen Feuer", sagte Tucakovic am Freitagvormittag.

Das von Windböen immer wieder angefachte Feuer fraß sich Medienberichten zufolge zunächst durch Kiefernwälder und Vegetation - und drang dann bis an die Ortsgrenze von Lokva Rogoznica heran. Auf Video- und Fotoaufnahmen waren riesige Flammen unmittelbar an den ersten Häusern zu sehen. Der Schaden sei "beträchtlich", berichtete der Fernsehsender HRT.

Mindestens 36 Menschen wurden nach Angaben der Feuerwehr verletzt. 14 von ihnen wurden ins Krankenhaus in der Stadt Split einige Kilometer nördlich gebracht, zehn Menschen befanden sich auf der Intensivstation, wie die kroatische Nachrichtenagentur Hina mit Verweis auf das Krankenhaus berichtete.

Mehr als 2000 Anwohner und Touristen wurden nach Behördenangaben evakuiert. Die Straße entlang der Adriaküste wurde in der betroffenen Gegend für den Verkehr gesperrt. Für die aus Lokva Rogoznica evakuierten Menschen öffneten die Behörden in den umliegenden Orten Sporthallen als Notunterkünfte. Rund 300 Menschen, die meisten von ihnen Touristen aus Polen, Tschechien und der Slowakei, wurden in eine Sporthalle in Split gebracht.

Fast 300 Feuerwehrleute kämpften in der Nacht zum Freitag mit 93 Fahrzeugen gegen die Flammen. Auch vier kanadische Löschflugzeuge standen nach Feuerwehrangaben zur Unterstützung bereit. Sie seien jedoch am Freitag in Richtung Süden auf die Halbinsel Peljesac geschickt worden, wo am frühen Morgen ein weiterer Waldbrand ausbrach.

Erst am Donnerstag hatten Feuerwehrleute einen Brand auf der Insel Brac unter Kontrolle gebracht, einige Kilometer von der Küste bei Split entfernt. Seit Jahresbeginn haben Waldbrände in Kroatien nach Behördenangaben fast 10.000 Hektar zerstört, schon jetzt deutlich mehr als im vergangenen Jahr.

Auch in Griechenland waren am Freitag zahlreiche Feuerwehrleute im Einsatz. Sie befürchteten, dass heftige Windböen die Feuer in mehreren Regionen wieder anfachen könnten, darunter ein Brand in der Urlaubsregion Chalkidiki. Dort wurden am Donnerstag 481 Urlauber in kleinen Notfall-Booten über das Meer evakuiert, viele von ihnen mit Kindern auf dem Arm und in Badebekleidung.

Aufnahmen des Fernsehsenders ERT zeigten dutzende Menschen stehend auf einem im Wasser treibenden Ponton, die auf Rettung warteten. Auf den Straßen stauten sich die Autos, weil viele Menschen versuchten, den Flammen um die Touristenorte Fourka und Sivira auf dem Landweg zu entkommen. 200 Feuerwehrleute waren nach Angaben der Feuerwehr im Einsatz, unterstützt von neun Löschflugzeugen und sieben Hubschraubern.

In den vergangenen Tagen hatte ein Großbrand nordwestlich von Athen bereits mehr als 11.000 Hektar Kiefernwald, Buschgebiet und landwirtschaftliche Flächen verwüstet. Wegen heftiger Windböen konnten teils keine Löschflugzeuge aufsteigen, erst nach fünf Tagen hatte die Feuerwehr die Flammen unter Kontrolle.

Die Waldbrandgefahr in Griechenland bleibt wegen des Windes hoch. Die heftigen Böen beeinträchtigen auch die Schiffsverkehr: In den Häfen Rafina und Lavrio blieben alle Schiffe am Freitag liegen, am Hafen Piräus wurden einige Linien in Richtung der Inseln in der Ägäis gestrichen.

C.Stevenson--TNT

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