The National Times - Eigene Tochter mit Rheumamittel vergiftet: Bewährungsstrafen in Sachsen

Eigene Tochter mit Rheumamittel vergiftet: Bewährungsstrafen in Sachsen


Eigene Tochter mit Rheumamittel vergiftet: Bewährungsstrafen in Sachsen
Eigene Tochter mit Rheumamittel vergiftet: Bewährungsstrafen in Sachsen / Foto: © AFP/Archiv

Weil sie ihre minderjährige Tochter mit Rheumamitteln vergiftet und lebensgefährlich geschwächt haben sollen, sind Eltern in Sachsen zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Das Landgericht Zwickau verhängte gegen die Mutter eineinhalb Jahre und gegen den Vater zwei Jahre Haft, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch mitteilte. Beide Strafen wurden demnach zur Bewährung ausgesetzt. Die mitangeklagte Halbschwester der Geschädigten wurde freigesprochen.

Textgröße ändern:

Das Gericht sah es demnach als erwiesen an, dass der 2007 geborenen Geschädigten zwischen Januar und Mai 2020 heimlich das Rheumamedikament Methotrexat verabreicht wurde. Die Tabletten wurden in einem Mörser zerstoßen und unter Essen und Getränke gemischt, so dass die Minderjährige davon nichts bemerkte. Das Mittel war der Mutter zuvor wegen eines Rheumaleidens verschrieben worden.

Das Mädchen erlitt durch das Medikament eine schwere Vergiftung und lebensgefährliche Blutarmut und musste intensivmedizinisch behandelt werden. Trotz Geständnissen der Angeklagten konnte das Gericht nicht feststellen, welcher der Angeklagten das Medikament verabreichte.

Das Urteil gegen die Eltern erging jedoch auch deshalb, weil sie trotz des sich massiv verschlechternden Gesundheitszustands ihrer Tochter über mehrere Monate hinweg keine ausreichende medizinische Hilfe veranlassten. So hätten sie es wiederholt trotz ärztlichen Rates unterlassen, ihre geschwächte Tochter in ein Krankenhaus zu bringen.

Zuletzt sei die Tochter Anfang Mai kaum mehr ansprechbar gewesen, zudem habe ihr zum Trinken der Kopf gestützt werden müssen. Dennoch wurde erst Mitte Mai der Notruf alarmiert, woraufhin die Minderjährige lebensgefährlich geschwächt in eine Klinik kam. Sie musste bis Ende Juli stationär behandelt werden.

Die geständigen Eltern wurden rechtlich wegen Verletzung der Fürsorgepflicht, Körperverletzung und Misshandlung von Schutzbefohlenen verurteilt. Die Halbschwester wurde aus rechtlichen Gründen freigesprochen, da sie als Schwester keine entsprechende Fürsorgepflicht hatte.

S.M.Riley--TNT

Empfohlen

Russe wegen Hitlergruß vor Synagoge in Frankreich zu acht Monaten Haft verurteilt

Weil er in der Nähe einer Synagoge in Frankreich den Hitlergruß gezeigt hat, ist ein Russe zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der 19-Jährige sei zudem mit einem dauerhaften Einreiseverbot nach Frankreich belegt worden, erklärte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch. Der junge Mann war drei Tage zuvor in Sarcelles nördlich von Paris festgenommen worden, wo er zusammen mit zwei weiteren Menschen gesichtet worden war.

Acht Jahre nach Ausschreitungen in Chemnitz: Ein Fall wird neu geprüft

Acht Jahre nach Ausschreitungen am Rande einer rechten Demonstration in Chemnitz muss der Fall eines Angeklagten neu aufgerollt werden. Das Landgericht der sächsischen Stadt machte Rechtsfehler zu seinen Gunsten, wie der Bundesgerichtshof (BGH) am Mittwoch in Karlsruhe mitteilte. Drei Freisprüche wurden dagegen rechtskräftig. (Az. 5 StR 170/26)

Massiver Datendiebstahl in Polen: 19 Millionen Patienten betroffen

Nach einem Cyberangriff auf einen Anbieter medizinischer Software sind in Polen die persönlichen Daten von fast 19 Millionen Menschen abgeflossen. Polens Digitalminister Krzysztof Gawkowski sprach am Mittwoch von "einem der größten" Vorfälle in der Cybersicherheit, der jemals in der Geschichte des 37 Millionen Einwohner zählenden Landes registriert worden sei. Seinen Angaben zufolge deutete zunächst nichts darauf hin, dass "Russland oder ein anderer Staat" hinter dem Angriff stehen könnte.

Mecklenburg-Vorpommern: 16-jährige Autofahrerin entkommt mehrmals der Polizei

Mit zeitweise mehr als 160 Stundenkilometern ist eine 16-jährige Autofahrerin in Mecklenburg-Vorpommern gleich mehrmals der Polizei entkommen. Die Jugendliche ohne Führerschein war den Beamten zunächst am Dienstagabend auf einer Bundesstraße bei Hagenow aufgefallen, weil sie trotz einsetzender Dunkelheit ohne Licht fuhr, wie die Polizei am Mittwoch in Rostock mitteilte. Als eine Zivilstreife sie anhalten wollte, gab die 16-Jährige Gas und ergriff die Flucht.

Textgröße ändern: