The National Times - 30 Jahre nach Mord an Tupac Shakur: Prozess in Las Vegas begonnen

30 Jahre nach Mord an Tupac Shakur: Prozess in Las Vegas begonnen


30 Jahre nach Mord an Tupac Shakur: Prozess in Las Vegas begonnen
30 Jahre nach Mord an Tupac Shakur: Prozess in Las Vegas begonnen / Foto: © POOL/AFP

Drei Jahrzehnte nach dem Mord an dem legendären US-Rapper Tupac Shakur hat in Las Vegas mit der Auswahl der Geschworenen der Prozess gegen den mutmaßlichen Drahtzieher begonnen. Angeklagt ist der frühere Gang-Anführer Duane "Keffe D" Davis, der die Tötung im Jahr 1996 in Auftrag gegeben haben soll. Beobachter erwarten aber nicht, dass in dem Verfahren geklärt werden kann, wer die tödlichen Schüsse auf Shakur abgab.

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Der 63-jährige Davis erschien in einem hellblauen Hemd und mit blauer Krawatte vor Gericht. Die Auswahl der Geschworenen wird voraussichtlich eine Woche in Anspruch nehmen. Erst im Anschluss geht es in dem Prozess, der einen Monat dauern soll, um die Tat selbst. Im Falle eines Schuldspruchs droht Davis lebenslange Haft ohne die Möglichkeit einer vorzeitigen Entlassung.

Der Mord an Shakur gehört zu den bekanntesten ungelösten Verbrechen in den USA. In Fan-Kreisen gibt es zahlreiche Theorien darüber, wer den damals 25-Jährigen im Glücksspielparadies Las Vegas im Bundesstaat Nevada tötete und warum. Der auch als 2Pac bekannte Shakur war eine herausragende Persönlichkeit in der damals tobenden erbitterten Fehde zwischen Hip-Hop-Musikern von der West- und der Ostküste der USA.

Der mit Hits wie "California Love" und "All Eyez on Me" bekannt gewordene Shakur wuchs zwar im New Yorker Stadtteil Harlem und in Baltimore an der Ostküste auf. Er unterzeichnete jedoch einen Vertrag mit der Plattenfirma Death Row Records aus Los Angeles und wurde rasch zum Inbegriff des kalifornischen "Bad Boy".

Im Prozess wird es vor allem um die Fehde zwischen Death Row Records und der von Sean "Diddy" Combs gegründeten Ostküsten-Plattenfirma Bad Boy Records gehen. Den Ermittlern zufolge stand Death Row Records unter dem Schutz der Gang Mob Piru. Bad Boy Records wiederum heuerte die vom Angeklagten Davis geführte rivalisierende Gang South Side Compton Crips als Leibwächter an.

Den Ermittlungen zufolge schlugen Shakur und Death-Row-Records-Boss Marion "Suge" Knight am Abend des 7. September 1996 in einer Racheaktion den Neffen von Crips-Boss Davis zusammen. In der selben Nacht überholte dann ein weißer Cadillac mit Davis, dessen Neffen und weiteren Insassen an Bord Shakurs Wagen in Las Vegas. Aus dem Cadillac heraus wurden mehrere Schüsse abgefeuert, Shakur wurde tödlich verletzt.

Wegen mangelnder Beweise kamen die Ermittlungen zum Mord an Tupac Shakur jahrzehntelang kaum voran. Dies änderte sich 2019, als Davis seine Memoiren veröffentlichte. Darin schilderte er, dass er am fraglichen Abend vorn im Cadillac saß und den Männern auf der Rückbank eine Pistole gab. Wer genau schoss, schrieb Davis nicht. Alle anderen Männer, die damals mit ihm in dem Auto saßen, sind inzwischen tot.

Im September 2023 wurde Davis schließlich festgenommen. Er distanziert sich inzwischen von den Angaben in seinen Memoiren und beteuert seine Unschuld. In einem aus dem Gefängnis heraus gegebenen Interview sagte er dem Sender ABC, die Ermittler könnten ihm noch nicht einmal nachweisen, dass er in der Tatnacht in Las Vegas gewesen sei. Stattdessen gibt er an, in der Tatnacht in Los Angeles gewesen zu sein. Seine eigenen Memoiren habe er nie gelesen.

L.Johnson--TNT

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