The National Times - Mindestens 111 Tote bei schwerem Erdbeben in Kolumbien

Mindestens 111 Tote bei schwerem Erdbeben in Kolumbien


Mindestens 111 Tote bei schwerem Erdbeben in Kolumbien
Mindestens 111 Tote bei schwerem Erdbeben in Kolumbien / Foto: © AFP

Bei einem verheerenden Erdbeben in Kolumbien sind mindestens 111 Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 87 weitere Menschen wurden am Montag bei dem Beben der Stärke 7,4 verletzt, wie der neue Präsident Abelardo de la Espriella sagte. Der Staatschef sprach von tausenden beschädigten oder zerstörten Häusern und rief den Katastrophenfall aus. Besonders hart getroffen wurde die auch bei Touristen beliebte Kaffee-Anbauregion im Westen des Landes.

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Das Beben ereignete sich um 07.34 Uhr (Ortszeit, 14.34 Uhr MESZ). Das Epizentrum lag nahe der westkolumbianischen Gemeinde San José del Palmar im Departamento Chocó. Das kolumbianische Institut für Geowissenschaften und die US-Erdbebenwarte USGS gaben die Stärke des Bebens mit 7,4 an.

Besonders betroffen war das für den Kaffee-Anbau bekannte Departamento Risaralda mit der Regionalhauptstadt Pereira. Dort gab es den Behörden zufolge dutzende Tote. Viele Todesopfer gab es auch im Departamento Valle del Cauca mit der Regionalhauptstadt Cali, der drittgrößten Stadt des Landes. Aus der ebenfalls in der Kaffee-Region gelegenen Stadt Manizales wurden ebenfalls Tote gemeldet.

Die Situation in Pereira sei "kritisch", sagte der Bürgermeister von der Stadt, Mauricio Salazar, dem Radiosender Caracol. Die Gouverneurin der Region Chocó, Nubia Carolina Córdoba-Curi, erklärte im Kurzbotschaftendienst X, in der Regionalhauptstadt Quibdó habe es "Verletzte und schwere Schäden an Häusern" gegeben.

Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von zahlreichen zerstörten Häusern in Cali und Manizales. In Manizales knickte unter anderem einer der Türme der bekannten Kathedrale ein.

An den kleineren Flughäfen in Pereira, Manizales, Quibdó, Armenia, Cartago und Buenaventura wurde der Flugverkehr nach Angaben der Luftfahrtbehörde "aus Sicherheitsgründen" eingestellt.

"Es war ein sehr heftiger, extrem heftiger Erdstoß - Gegenstände fielen überall im Haus herunter", berichtete die 66-jährige Martha Estrada aus der Kaffee-Anbauregion. "Es gibt keinen Strom und kein Handynetz."

In der Hauptstadt Bogotá wurden Gebäude evakuiert, die Schäden in der kolumbianischen Hauptstadt beschränkten sich nach Worten von Bürgermeister Carlos Galán aber auf Risse in Gebäuden. Viele Menschen liefen in Panik auf die Straßen, als die Alarmsirenen ertönten. Die 29 Jahre alte Valeria Polo in Bogotá sagte, das Beben sei "sehr, sehr stark" gewesen.

Zahlreiche Länder boten Kolumbien nach dem Beben Hilfe an. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, die EU sei bereit, Unterstützung zu leisten. "Wir haben bereits unseren Satellitendienst Copernicus mobilisiert, um bei den Rettungseinsätzen zu helfen", schrieb sie auf X. "Und wir sind bereit, mehr Unterstützung zu leisten."

Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum kündigte an, Kolumbien "jede erforderliche Unterstützung" zukommen zu lassen. Auch US-Außenminister Marco Rubio und Israel boten dem Land Hilfe an.

Journalisten der Nachrichtenagentur AFP zufolge waren die Erdstöße auch in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito sowie in Panama und Venezuela zu spüren. "Wir haben es bemerkt, weil die Lampen hin und her schwankten", sagte die 66 Jahre alte Ana Hernández in der venezolanischen Stadt Maracaibo. Die Behörden in Panama erklärten, mögliche Schäden in der schwer zugänglichen Grenzregion Darién zu prüfen.

Zuletzt hatten zwei Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 das benachbarte Venezuela erschüttert. Mehr als 6000 Menschen kamen ums Leben.

S.Cooper--TNT

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