The National Times - Amtsantritt von Kolumbiens Staatschef De la Espriella von Gewalt überschattet

Amtsantritt von Kolumbiens Staatschef De la Espriella von Gewalt überschattet


Amtsantritt von Kolumbiens Staatschef De la Espriella von Gewalt überschattet
Amtsantritt von Kolumbiens Staatschef De la Espriella von Gewalt überschattet / Foto: © AFP

Der Amtsantritt von Kolumbiens Staatschef Abelardo de la Espriella ist am Wochenende von Gewalt überschattet worden. Einen Tag nach der Vereidigung des rechten Hardliners wurden am Samstag an verschiedenen Orten des südamerikanischen Landes zwei Bombenanschläge verübt, wie die Armee mitteilte. Für einen der Anschläge machte das Militär abtrünnige Guerillakämpfer verantwortlich. De la Espriella verurteilte die Anschläge scharf. Zuvor hatte er seine Absicht bekräftigt, wieder für "Ordnung" zu sorgen.

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Bei den Anschlägen in verschiedenen Landesteilen wurde nach Angaben der Armee mindestens ein Polizist getötet. Weitere Menschen seien verletzt worden. Kolumbiens Armee erklärte, dass abtrünnige Farc-Guerillakämpfer am Samstagmorgen eine Mautstelle nahe Cali im Südwesten des Landes mit Sprengstoff zerstört hätten. Zwei Sicherheitskräfte hätten leichte Verletzungen erlitten.

Etwa 1000 Kilometer nördlich wurde im Departement Cesar bei einem weiteren Bombenanschlag ein Beamter getötet. Dort traf eine mit Sprengstoff versehene Drohne eine Polizeistation, wie Behördenvertreter mitteilten. Wer hinter dem Anschlag steckte, war zunächst unklar.

In der Region Cali sind Kämpfer unter dem Kommando von Iván Morodisco aktiv, der als meistgesuchter Guerillakommandant Kolumbiens gilt. Morodisco führt Kämpfer an, die sich vom historischen Friedensabkommen von 2016 zwischen der Farc und der kolumbianischen Regierung abgespalten haben.

Zehn Jahre nach dem historischen Friedensabkommen werden Teile des Landes weiterhin von abtrünnigen bewaffneten Gruppen beherrscht, die die Kokainproduktion kontrollieren. Der Feuerwehrmann Roberto Sandoval, der nahe der am Samstag getroffenen Mautstelle wohnt, berichtete der Nachrichtenagentur AFP von der angespannten Lage nach dem Bombenanschlag: "Wir sind alle in Alarmbereitschaft, sehr angespannt und nervös."

"Ein Angriff auf die Infrastruktur des Landes ist ein Angriff auf den Fortschritt", erklärte De la Espriella nach den beiden Anschlägen im Onlinedienst X. An die Verantwortlichen gerichtet fügte er hinzu: "Es wird keinen Zufluchtsort, keine Nachsicht und keine Straffreiheit geben."

Der für seine harte Rhetorik bekannte Politiker war am Freitag vereidigt worden. In seiner Antrittsrede in Cali versprach der 48-Jährige, er werde den "Drogenterrorismus und alle kriminellen Organisationen unermüdlich bekämpfen" und die Friedensgespräche mit bewaffneten Gruppen beenden. Der Verbündete von US-Präsident Donald Trump sagte, er werde wieder für "Ordnung" und "Autorität" in Kolumbien sorgen.

Der von seinen Fans "Der Tiger" genannte neue Präsident war nach seiner Vereidigung in Cali per Hubschrauber in eine Kaserne in der Stadt im Südwesten des Landes geflogen. Dort sagte er vor hunderten uniformierten Soldaten, die von seinem linken Vorgänger Gustavo Petro verfolgte "Option des Dialogs" sei "völlig ausgeschöpft". De la Espriella stellte die Mitglieder illegaler Banden vor die Wahl: sich dem Gesetz zu "unterwerfen" oder sich mit der "entschlossenen Härte des Staates" konfrontiert zu sehen.

Auch die kurz zuvor abgehaltene Amtseinführung fand ungewöhnlicherweise nicht in der Hauptstadt Bogotá, sondern in Cali statt. Die drittgrößte Stadt Kolumbiens ist international für das nach ihr benannte Drogenkartell bekannt. De la Espriella hatte Cali ausgewählt, obwohl es zuletzt mehrfach Schauplatz von Anschlägen bewaffneter Gruppen gewesen war. Rund 11.000 Sicherheitskräfte wurden rund um die Amtseinführung eingesetzt.

De la Espriella hatte die Stichwahl um die kolumbianische Präsidentschaft am 21. Juni mit weniger als einem Prozentpunkt Vorsprung gewonnen. Der Politik-Neuling hatte nach seinem Wahlsieg eine "neue Ära" versprochen. Er kündigte unter anderem Luftangriffe auf Lager bewaffneter Gruppen, den Bau von Mega-Gefängnissen und eine engere militärische Zusammenarbeit mit den USA und Israel an. Die US-Regierung will umgerechnet rund 860 Millionen Euro als Teil eines Sicherheitspakets zur Unterstützung der neuen Regierung Kolumbiens bereitstellen.

De la Espriellas Amtseinführung fand inmitten der schlimmsten Gewaltwelle statt, die Kolumbien in den vergangenen zehn Jahren erlebt hat. Sein Vorgänger Gustavo Petro, der erste linke Präsidenten in der Geschichte Kolumbiens, hatte versucht, mit mehreren bewaffneten Gruppen Friedensabkommen auszuhandeln - allerdings mit wenig Erfolg.

A.M.Owen--TNT

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