The National Times - Rückversicherer: Schäden durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr gesunken

Rückversicherer: Schäden durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr gesunken


Rückversicherer: Schäden durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr gesunken
Rückversicherer: Schäden durch Naturkatastrophen im ersten Halbjahr gesunken / Foto: © AFP

Geringere Schäden, aber wachsende Risiken: Die weltweiten Zerstörungen durch Naturkatastrophen sind nach Angaben des Rückversicherers Munich Re im ersten Halbjahr weniger kostspielig ausgefallen als im langjährigen Durchschnitt. In den ersten sechs Monaten des Jahres zerstörten Naturkatastrophen Werte von etwa 112 Milliarden Dollar (98,5 Milliarden Euro), wie Munich Re am Donnerstag mitteilte. Davon versichert waren demnach lediglich Werte in Höhe von 44 Milliarden Dollar.

Textgröße ändern:

Verglichen mit dem zehnjährigen Durchschnitt (inflationsbereinigt 113 Milliarden Dollar) blieben die Schäden des ersten Halbjahres 2026 leicht darunter, den Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre (136 Milliarden Dollar) unterschritten sie sogar deutlich. Das erste Halbjahr habe "eine Atempause von Vorjahren mit sehr hohen Naturkatastrophenschäden" gebracht, erklärte Munich-Re-Vorstandsmitglied Thomas Blunck. "Aber der Klimawandel und der Wertezuwachs gehen weiter und erhöhen das Risiko höherer Verluste in der Zukunft."

Angesichts des Klimaphänomens El Niño, das zusätzlich zum Klimawandel tendenziell höhere globale Durchschnittstemperaturen verursacht, sei bereits in der zweiten Jahreshälfte mit weiteren Wetterextremen zu rechnen, erläuterte Munich Re. "Die Auswirkungen werden in der zweiten Jahreshälfte wahrscheinlich deutlich zu spüren sein", prognostizierte der Chef-Klimatologe des Rückversicherers, Tobias Grimm.

Die zerstörerischste Naturkatastrophe im ersten Halbjahr war laut Munich Re das verheerende Doppel-Erdbeben in Venezuela am 24. Juni. Der Gesamtschaden werde auf etwa 30 Milliarden Dollar geschätzt - weniger als eine Milliarde Dollar davon versichert.

Der größte Schadenstreiber für die Versicherer waren demnach Schwergewitter in den USA. Sie führten zu Schäden in Höhe von 30 Milliarden Dollar, von denen 22 Milliarden Dollar auf versicherte Schäden entfielen.

Mit Blick auf die jüngsten Hitzewellen unter anderem in Europa erklärte Munich Re, dass die finanziellen Folgen hier schwer zu beziffern seien, "weil sie meist keine direkten Sachschäden nach sich ziehen". Schäden entstünden jedoch durch "sinkende Produktivität und Produktionsausfälle, aber auch durch Infrastrukturschäden, Transportunterbrechungen und Ernteausfälle". Zudem würden Hitzewellen als die Naturgefahr gelten, "bei der die meisten Menschen ums Leben kommen".

Grundsätzlich seien die besten Maßnahmen für weniger Schäden, "Hochrisikogebiete nicht mehr für Menschen und Unternehmen zu erschließen", erklärte Munich-Re-Vorstandsmitglied Blunck. Nötig sei zudem, "weiter in Prävention zu investieren".

B.Cooper--TNT

Empfohlen

Weiter Waldbrände in Deutschland - Löschhubschrauber in Plauen im Einsatz

Andauernde Trockenheit und Hitze sorgen weiterhin für zahlreiche Brände in Deutschland. So kämpft etwa im sächsischen Plauen die Feuerwehr schon seit Dienstagabend gegen einen großen Waldbrand, wie die Stadtverwaltung am Mittwoch mitteilte. Weil das steile Gelände mit Einsatzfahrzeugen nicht befahrbar ist, musste zunächst zu Fuß gelöscht werden. Am Mittwochvormittag kam ein Löschhubschrauber zum Einsatz, weitere sollten folgen.

Schlafende Frau angezündet: BGH bestätigt Braunschweiger Mordurteil gegen Ehemann

Weil er seine schlafende Ehefrau anzündete und so tötete, ist ein Mann rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte das Urteil des Landgerichts im niedersächsischen Braunschweig vom Januar, wie er am Mittwoch in Karlsruhe mitteilte. Das Landgericht hatte den zum Tatzeitpunkt 50-jährigen Mann wegen Mordes schuldig gesprochen und die besondere Schwere der Schuld festgestellt.

Freund von Ex-Frau mit über 70 Stichen getötet: Lebenslange Haft in Hessen

Weil er den Lebensgefährten seiner getrennt von ihm lebenden Ehefrau mit über 70 Messerstichen tötete, hat das Landgericht Frankfurt am Main einen 37-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt. Schuldig gesprochen wurde er wegen Mord und gefährlicher Körperverletzung, wie ein Gerichtssprecher am Mittwoch sagte. Demnach wurde das Urteil am Dienstag verkündet.

Zahl der Toten nach Erdbeben in Kolumbien steigt auf 240 - mehr als 1300 Verletzte

Einen Tag nach dem verheerenden Erdbeben in Kolumbien ist die Zahl der Toten am Dienstag auf 240 gestiegen. Mehr als 1300 weitere Menschen wurden laut den Behörden bei dem schwersten Beben im Land seit einem Jahrzehnt verletzt. Einsatzkräfte und Freiwillige suchten teils mit bloßen Händen und erschwert durch Stromausfälle weiter nach Überlebenden. UN-Generalsekretär António Guterres und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier äußerten ihr Mitgefühl.

Textgröße ändern: