The National Times - Anschlag auf Verdi-Demo in München: Verteidigung fordert Unterbringung in Psychiatrie

Anschlag auf Verdi-Demo in München: Verteidigung fordert Unterbringung in Psychiatrie


Anschlag auf Verdi-Demo in München: Verteidigung fordert Unterbringung in Psychiatrie
Anschlag auf Verdi-Demo in München: Verteidigung fordert Unterbringung in Psychiatrie / Foto: © AFP/Archiv

Im Prozess um den tödlichen Autoanschlag auf eine Demonstration der Gewerkschaft Verdi in München hat die Verteidigung des Angeklagten auf 15 Jahre Haft und die Unterbringung in einer psychiatrischen Fachklinik plädiert. Das teilte ein Sprecher des Oberlandesgerichts in der bayerischen Landeshauptstadt am Mittwoch mit. Eine verminderte Schuldfähigkeit ihres Mandanten Farhad N. sei ihrer Auffassung zufolge nicht auszuschließen.

Textgröße ändern:

Die Bundesanwaltschaft hatte in dem Mitte Januar gestarteten Verfahren am Dienstag plädiert. Sie forderte eine lebenslange Gefängnisstrafe wegen zweifachen Mordes und 22-fachen versuchten Mordes. Darüber hinaus beantragte sie die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, was eine vorzeitige Haftentlassung nach geltender Rechtslage faktisch ausschließen würde.

N. soll kurz vor der Bundestagswahl im Februar 2025 mit seinem Auto in das Ende einer Demonstration der Gewerkschaft Verdi gefahren sein. Eine 37-Jährige und ihr zwei Jahre altes Kind starben, viele Menschen wurden zudem schwer verletzt. Laut Bundesanwaltschaft soll der aus Afghanistan stammende Angeklagte die Tat aus einem komplexen Motivbündel begangen haben.

Demnach spielten religiöse und damit verbundene politische Gründe eine Rolle, ebenso persönliche Einsamkeit und diffuse Ängste. Gutachter stellten bei dem Angeklagten zwar psychische Probleme fest. Diese waren aber nicht so ausgeprägt, dass eine Psychose vorlag. Dessen Schuldfähigkeit war demnach nicht eingeschränkt. Ein Urteil wird für Donnerstag kommender Woche erwartet.

S.Clarke--TNT

Empfohlen

Nach Tod von 15-Jährigem in Nordrhein-Westfalen: Tatverdächtige stellen sich

Nach dem Tod eines 15-Jährigen durch Messerstiche bei einer privaten Feier im nordrhein-westfälischen Marsberg haben sich die beiden gesuchten Tatverdächtigen am Dienstag der Polizei gestellt. Die nach früheren Angaben 22 und 23 Jahre alten Männer sollen am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden, wie die Polizei in Dortmund und die Staatsanwaltschaft Arnsberg mitteilten. Beide waren per Öffentlichkeitsfahndung gesucht worden.

Drohnenfund in Niedersachsen: Womöglich Sprengstoff in der Nähe entdeckt

Nach dem versuchten Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne am Leipziger Flughafen rückt eine in der vergangenen Woche in Niedersachsen gefundene Drohne in den Fokus der Ermittler. Die Bundesanwaltschaft prüft bereits einen möglichen Zusammenhang zum Leipziger Vorfall. Jetzt zeigen Recherchen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR, dass Beamte Tage später nur wenige Meter von der Fundstelle entfernt auf verdächtiges Material stießen. Sie gehen derzeit davon aus, dass es sich um Sprengstoff handelt, wie der Rechercheverbund am Dienstag unter Berufung auf Sicherheitskreisen berichtete.

Österreichischer Investor Benko erneut verurteilt: Haftstrafe um sechs Monate erhöht

Der österreichische Investor René Benko ist in einem neu aufgerollten Prozess erneut wegen Betrugs verurteilt worden. Eine Schöffenkammer des Landgerichts Innsbruck sprach den 49-Jährigen am Dienstag wegen Schädigung seiner Gläubiger schuldig und erhöhte seine Haftstrafe von zwei auf zweieinhalb Jahre, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA mitteilte. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Republikanischer US-Senator fordert Untersuchung von Hochzeitsfeier von Trumps Sohn

Der republikanische US-Senator John Curtis will die von einem russischen Geschäftsmann bezahlten Hochzeitsfeierlichkeiten von Donald Trumps ältestem Sohn parlamentarisch untersuchen lassen. In einem Brief an die Vorsitzenden des Justizausschusses des Senats verlangte der Senator aus Utah am Dienstag Aufklärung darüber, ob die Präsidentenfamilie ihre politische Macht für private Geschäfte missbraucht hat. Zu diesem Zweck solle Donald Trump Jr. vorgeladen werden.

Textgröße ändern: