The National Times - Ermittlungen laufen: "Maddie"-Verdächtiger soll Polizisten in Kiel attackiert haben

Ermittlungen laufen: "Maddie"-Verdächtiger soll Polizisten in Kiel attackiert haben


Ermittlungen laufen: "Maddie"-Verdächtiger soll Polizisten in Kiel attackiert haben
Ermittlungen laufen: "Maddie"-Verdächtiger soll Polizisten in Kiel attackiert haben / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Die Polizei Kiel ermittelt nach einem mutmaßlichen körperlichen Angriff auf Beamte gegen den deutschen Verdächtigen im Fall des verschwundenen britischen Mädchens Madeleine "Maddie" McCann. Christian B. soll im Rahmen einer "Einsatzabarbeitung" einen Polizisten verletzt haben, wie die Polizei in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt am Donnerstag mitteilte. Zuvor hatte der "Spiegel" darüber berichtet.

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Die Polizei leitete demnach am 6. Juni ein entsprechendes Verfahren ein, ermittelt wird wegen eines körperlichen Angriffs beziehungsweise Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. "Aufgrund des noch laufenden Ermittlungsverfahrens können derzeit keine detaillierteren Angaben zum Sachverhalt gemacht werden", teilten die Beamten weiter mit.

Dem "Spiegel" zufolge soll B. sich eine "Rangelei" mit Polizisten vor einem Supermarkt geliefert haben, nachdem er diese mit seinem Handy fotografiert hatte. Demnach soll sich der 49-Jährige geweigert haben, den Beamten sein Mobiltelefon auszuhändigen. Im Verlauf des Geschehens habe einer der Polizisten eine Verletzung am Knie davongetragen.

B.s Anwalt bestätigte laut "Spiegel" den Vorfall, warf der Polizei zugleich aber eine überzogene Reaktion vor. Die Aufnahmen habe sein Mandant aus einer Entfernung von mehr als 40 Metern gemacht, sagte er.

Der wegen Sexualdelikten mehrfach vorbestrafte Mann war im September aus einer Justizvollzugsanstalt in Niedersachsen entlassen worden, nachdem er eine siebenjährige Gefängnisstrafe unter anderem wegen Vergewaltigung abgesessen hatte. Mit dem Fall Maddie hatte das nichts zu tun. Inzwischen wohnt er in einer städtischen Unterkunft in Kiel.

Laut Einschätzung eines Gerichtsgutachters besteht bei B. eine große Gefahr für weitere Straftaten. Es gibt aktuell aber keine rechtliche Grundlage für etwaige freiheitsentziehende Maßnahmen. Er wird rund um die Uhr von der Polizei überwacht. Zudem wurden ihm im Rahmen der sogenannten Führungsaufsicht Weisungen erteilt. Unter anderem muss B. daher er eine elektronische Fußfessel zur Positionsbestimmung tragen.

Die Staatsanwaltschaft im niedersächsischen Braunschweig stuft B. als Verdächtigen im Fall der 2007 verschwundenen Maddie ein. Das gab sie 2020 bekannt, Anklage erhob sie bisher nicht. Maddie war aus einer Ferienwohnung in Praia da Luz in Portugal verschwunden, während ihre Eltern in einem nahen Restaurant aßen. Trotz jahrelanger Suche fehlt von ihr bisher jede Spur, der Fall sorgt seit jeher für ein großes Medieninteresse. Laut Ermittlern lebte B. früher zeitweise in Portugal.

A.Little--TNT

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