The National Times - Waldbrände in Südeuropa: 20.000 Menschen an französischer Atlantikküste evakuiert

Waldbrände in Südeuropa: 20.000 Menschen an französischer Atlantikküste evakuiert


Waldbrände in Südeuropa: 20.000 Menschen an französischer Atlantikküste evakuiert
Waldbrände in Südeuropa: 20.000 Menschen an französischer Atlantikküste evakuiert / Foto: © AFP

Heftige Waldbrände haben die Feuerwehren in Frankreich, Spanien und Italien in Atem gehalten. Nahe der Atlantikküste bei Bordeaux wurden 20.000 Menschen in Sicherheit gebracht, unter ihnen zahlreiche Touristen, wie die örtlichen Behörden am Donnerstag mitteilten. Insgesamt neun Campingplätze nördlich des bei Urlaubern beliebten Beckens von Arcachon wurden geräumt. In Spanien verwüstete ein Brand bereits rund 32.000 Hektar Land, in Italien kämpften Tausende Einsatzkräfte gegen Dutzende Brände. Insgesamt drei Feuerwehrleute kamen bislang ums Leben, zwei in Frankreich, einer in Italien.

Textgröße ändern:

Bislang gab es in der Region um Bordeaux keine Verletzten, aber ein freistehendes Haus brannte ab. Das Feuer erfasste bislang etwa 2400 Hektar und kam bis auf 300 Meter an den Ort Lège-Cap-Ferret heran, in dem 8000 Menschen wohnen. Mehr als 10.000 Touristen wurden aus Campingplätzen und anderen Ferienunterkünften in der Nähe von Bordeaux evakuiert.

Temperaturen über 30 Grad und starker Wind erschweren die Löscharbeiten erheblich. Die Gegend ist von Pinienwäldern geprägt, die infolge der jüngsten Hitzewellen stark ausgetrocknet sind.

Der Bürgermeister der vom Brand betroffenen Gemeinde Le Porge, Martial Zaninetti, nannte ein Räumfahrzeug von Waldarbeitern als möglichen Auslöser des Brandes. Die Polizei kündigte an, sämtliche Waldarbeiten, bei denen thermische Motoren eingesetzt werden, vorerst zu untersagen.

Ein ähnlich großes Feuer wurde am Donnerstag aus dem südfranzösischen Département Var gemeldet. Dort mussten 400 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez wurden seit Beginn des Jahres 12.500 Brände verzeichnet. Insgesamt brannten bereits 44.000 Hektar ab. Damit wurde der bisherige Höchststand von 2022 übertroffen.

In Spanien kam es zu zwei Flächenbränden in der Nähe von Madrid. Etwa 70 Kilometer südwestlich der Hauptstadt waren 15 Feuerwehrfahrzeuge im Einsatz. Mehrere Gemeinden waren evakuiert worden. Die meisten Einwohner konnten am Donnerstag bereits wieder zurückkehren. Die Sicherheitsdienste sandten zwei Mal Warnnachrichten an alle Mobiltelefone in der Region.

Ein zweites Feuer etwa 100 Kilometer nördlich von Madrid erfasste bis Donnerstag etwa 32.000 Hektar. Auch in Spanien ist die Vegetation nach den jüngsten Hitzewellen stark ausgetrocknet, was die Ausbreitung der Feuer befördert.

Auch in Italien kämpfte die Feuerwehr gegen zahlreiche Flächenbrände. Auf der Mittelmeerinsel Sizilien wurden etwa 100 Menschen und 22 Patienten aus einem Krankenhaus evakuiert. In der süditalienischen Region Kalabrien kam es zu 160 Feuern. Nach Angaben des Zivilschutzes gehen einige von ihnen auf das Konto von Brandstiftern.

N.Roberts--TNT

Empfohlen

Brand im Hohen Venn: Evakierung von Teilen von Monschau angeordnet

Wegen des sich ausbreitenden Brands im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn wird ein Teil des nahegelegenen Eifel-Ortes Monschau evakuiert. Die Einsatzleitung der nordrhein-westfälischen Stadt ordnete am Sonntagabend die sofortige Evakuierung der Straßenzüge Ruitzhof und Geisberg an, wie auf der Website der Stadtverwaltung mitgeteilt wurde. Die Betroffenen wurden demnach unter anderem über die Nina-Warn-App informiert. Sie wurden gebeten, "den Bereich selbstständig zu verlassen".

Feuer im Hohen Venn in Belgien nur noch 25 Kilometer von deutscher Grenze entfernt

Im belgischen Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der Grenze zu Deutschland kämpfen Feuerwehrleute, Löschflugzeuge und Landwirte weiter gegen den größten Waldbrand in der jüngeren Geschichte Belgiens. "Wenn wir das Feuer nicht eingrenzen können, könnte es Deutschland erreichen, wir sind nur noch 25 Kilometer von der Grenze entfernt", sagte der örtliche Feuerwehrchef Luc Burette am Sonntagnachmittag.

Drei Tote bei Waldbränden auf griechischer Insel Salamis und in Spanien

Durch Waldbrände in Griechenland und Spanien sind am Wochenende drei Menschen ums Leben gekommen. Auf der griechischen Insel Salamis nahe Athen wurden in der Nähe des Strands zwei Leichen geborgen, wie ein Feuerwehrsprecher am Sonntag sagte. Hunderte Menschen wurden in Sicherheit gebracht. In der nordostspanischen Region Aragón starb ein Soldat bei der Bekämpfung eines Waldbrands.

Soldat stirbt im Kampf gegen Waldbrand in Nordspanien

Im Nordosten Spaniens ist ein Soldat bei der Bekämpfung eines Waldbrands ums Leben gekommen. Regionalpräsident Jorge Azcón erklärte am Sonntag im Onlinedienst X seine "aufrichtige Anteilnahme" angesichts des Todes des Soldaten, der im Kampf gegen den Brand in der Region Aragón im Einsatz war. Örtlichen Medien zufolge hatte sich sein Fahrzeug überschlagen. An den Löscharbeiten sind hunderte Einsatzkräfte beteiligt.

Textgröße ändern: