The National Times - In der Türkei festgenommener Deutsche-Welle-Journalist Uludag vorerst freigelassen

In der Türkei festgenommener Deutsche-Welle-Journalist Uludag vorerst freigelassen


In der Türkei festgenommener Deutsche-Welle-Journalist Uludag vorerst freigelassen
In der Türkei festgenommener Deutsche-Welle-Journalist Uludag vorerst freigelassen / Foto: © Deutsche Welle/AFP/Archiv

Einen Tag nach seiner Festnahme in der Türkei wegen kritischer Kommentare in Onlinediensten ist ein türkischer Journalist der Deutschen Welle Aktivisten zufolge vorerst auf freiem Fuß. Ein Gericht in der Hauptstadt Ankara habe die Freilassung von Alican Uludag bis zum Prozessbeginn angeordnet, teilte die Menschenrechtsorganisation MLSA am Mittwoch mit.

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Uludag muss sich demnach vier Mal pro Woche bei der türkischen Polizei melden, außerdem unterliegt er einem Ausreiseverbot. Der nächste Gerichtstermin in diesem Fall ist für den 18. September angesetzt.

Uludag war am Dienstag nach eigenen Angaben festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft in Ankara teilte mit, sie habe Ermittlungen wegen Beiträgen im Internet aufgenommen, die zu "öffentlichem Hass und Feindseligkeit" anstachelten und in denen Falschinformationen verbreitet worden seien.

Der in Ankara ansässige Journalist war bereits im Februar wegen "Beleidigung des Präsidenten" festgenommen worden und hatte anschließend rund 90 Tage im berüchtigten Gefängnis Silivri nahe Istanbul verbracht. Um welche Kommentare es bei den neuen Vorwürfen genau geht, wollte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht sagen. Auf Uludags Account im Onlinedienst X ist allerdings zu sehen, dass der Journalist zuletzt zahlreiche regierungskritische Beiträge geteilt hatte.

Laut der Deutschen Welle wird gegen Uludag nun "mit neuen Vorwürfen in einem weiteren Verfahren ermittelt". Intendantin Barbara Massing nannte die Festnahme "zutiefst besorgniserregend" und erklärte, journalistische Arbeit dürfe nicht kriminalisiert werden. "Wir erwarten, dass seine Rechte uneingeschränkt gewahrt werden, und fordern auch hier ein rechtsstaatliches und faires Verfahren."

Wie Uludag sind in den vergangenen Jahren zehntausende Menschen in der Türkei wegen "Beleidigung des Präsidenten" Recep Tayyip Erdogan oder ähnlicher Delikte strafrechtlich verfolgt worden - häufig aufgrund von Beiträgen im Internet.

Der Deutschen Welle zufolge ist Uludag seit mehreren Jahren in der Türkei für den Sender tätig. Als Gerichtsreporter berichtete er demnach über Menschenrechtsverletzungen, Korruptionsfälle und Prozesse und erreicht mit seinen Berichten eine breite Öffentlichkeit.

L.A.Adams--TNT

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