The National Times - Caritas kritisiert Bundesregierung wegen Kürzungen bei humanitärer Hilfe

Caritas kritisiert Bundesregierung wegen Kürzungen bei humanitärer Hilfe


Caritas kritisiert Bundesregierung wegen Kürzungen bei humanitärer Hilfe
Caritas kritisiert Bundesregierung wegen Kürzungen bei humanitärer Hilfe / Foto: © AFP

Das katholische Hilfswerk Caritas hat die Bundesregierung wegen der Kürzungen der Mittel für humanitäre Hilfe kritisiert. "Der Staat kürzt seine Unterstützung ausgerechnet in einer Zeit, in der humanitäre Hilfe dringlicher und gefährlicher wird", sagte der Leiter von Caritas international, Oliver Müller, am Dienstag bei der Vorstellung des Jahresberichts der Organisation in Freiburg.

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"Trotz einer anhaltend hohen privaten Spendenbereitschaft musste das Hilfswerk seine Unterstützung für 436.000 Menschen einstellen, weil staatliche Fördermittel deutlich zurückgegangen sind", erklärte Caritas international. "Während die Zahl der Menschen in humanitärer Not weltweit steigt, zieht sich Deutschland zunehmend aus seiner internationalen Verantwortung zurück."

Wie entscheidend eine verlässliche und langfristige Finanzierung humanitärer Hilfe sei, zeige aktuell das verheerende Erdbeben in Venezuela, hieß es weiter. Die Partnerorganisation Caritas Venezuela versorge dort die Betroffenen mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Hygieneartikeln und Medikamenten. Zugleich versorgten die Mitarbeitenden alte und kranke Menschen und begleiteten traumatisierte Familien. Dass dies möglich sei, sei das Ergebnis eines über Jahrzehnte aufgebauten Netzwerks.

"Wirksame Hilfe beginnt nicht erst, wenn eine Katastrophe eintritt", mahnte die Präsidentin des Deutschen Caritasverbandes, Eva Welskop-Deffaa. "Sie braucht dauerhaft tragfähige lokale Strukturen, erfahrene Partner und eine verlässliche Finanzierung." Würden solche Strukturen durch kurzfristige Kürzungen geschwächt, "fehlt im entscheidenden Moment die Grundlage für schnelle und wirksame Hilfe".

Stabil bleibt dem Jahresbericht zufolge hingegen die Unterstützung durch die Bevölkerung in Deutschland. Das Spendenaufkommen sei 2025 mit 39,9 Millionen Euro fast stabil geblieben - nach 40,1 Millionen Euro im Vorjahr. Hingegen seien die Mittel des Auswärtigen Amts und des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) für die Arbeit der Caritas von 50,5 Millionen Euro auf 39,8 Millionen Euro zurückgegangen.

Caritas international war laut dem Bericht 2025 mit 595 Projekten in 67 Ländern aktiv. Damit seien weltweit mehr als 6,5 Millionen Menschen erreicht worden. Von dem zur Verfügung stehenden Geld gingen 90,7 Millionen Euro in die Projektförderung, 6,8 Millionen Euro in die Projektbegleitung sowie 1,1 Millionen Euro in die Kampagnen-, Bildungs- und Aufklärungsarbeit. Der Rest betraf Werbung und Öffentlichkeitsarbeit (6,4 Millionen Euro) und Verwaltung (5,1 Millionen Euro).

A.Parker--TNT

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