The National Times - Misereor kritisiert Kürzung der Entwicklungshilfe bei gleichzeitig mehr Rüstung

Misereor kritisiert Kürzung der Entwicklungshilfe bei gleichzeitig mehr Rüstung


Misereor kritisiert Kürzung der Entwicklungshilfe bei gleichzeitig mehr Rüstung
Misereor kritisiert Kürzung der Entwicklungshilfe bei gleichzeitig mehr Rüstung / Foto: © AFP/Archiv

Das katholische Hilfswerk Misereor hat Kürzungen der Entwicklungshilfe bei gleichzeitiger Steigerung der Rüstungsausgaben kritisiert. "Frieden entsteht nicht allein durch militärische Abschreckung. Frieden entsteht dort, wo Menschen Perspektiven haben", erklärte Hauptgeschäftsführer Andreas Frick am Dienstag anlässlich der Vorstellung des Misereor-Jahresberichts in Berlin. Das Hilfswerk rief die Bundesregierung auf, Anstrengungen für Frieden und diplomatische Konfliktlösungen zu verstärken.

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"Die weltweiten Folgen der aktuellen Kriege und Krisen, wie im Nahen Osten, Sudan und im Kongo sind dramatisch, die Zahl der Menschen, die durch bewaffnete Konflikte in den Hunger getrieben wurden, hat sich in den letzten Jahren nahezu verdoppelt", erklärte Frick. "Wirtschaftliche Interessen dürfen nicht dazu führen, dass Druck auf verantwortliche Akteure zurückgehalten wird", mahnte er weiter.

Die Kürzungen der Entwicklungshilfe durch die Bundesregierung kritisierte Frick als "strategisch kurzsichtig". Es gehe darum, Hunger zu bekämpfen und dass junge Menschen Bildung und Arbeit fänden. "Wer hier kürzt, spart nicht an Nebensächlichkeiten. Er untergräbt genau jene Grundlagen, die langfristig Sicherheit ermöglichen", warnte der Misereor-Hauptgeschäftsführer.

Als ein Beispiel für den engen Zusammenhang zwischen bewaffneten Konflikten, extremer Armut und Gesundheit verwies das Hilfswerk auf den Ebola-Ausbruch in Kongo. Das Virus treffe dort auf eine Region, in der Gewalt, Vertreibung, zerstörte Infrastruktur und ein chronisch unterfinanziertes Gesundheitssystem zusammenkämen. Der Misereor-Partnerorganisation BDOM Mahagi sei es hier jedoch gelungen, Schutzmaßnahmen zu verstärken, Personal zu schulen und die Bevölkerung in lokalen Sprachen zu informieren.

Der Vorsitzende der katholischen Zentralstelle für Globale Entwicklung, Prälat Karl Jüsten, drang angesichts der weltweiten Krisenlage auf einen Stopp bei weiteren Kürzungen der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit: "Wir fordern eine Haltelinie, um Planungssicherheit für unsere Projektpartner im Globalen Süden zu erhalten", erklärte er. Sonst drohten "fatale Konsequenzen für die verletzlichsten Mitmenschen in den Ländern des Globalen Südens und für Deutschlands Ansehen in der Welt".

Misereor verzeichnete laut dem Jahresbericht im vergangenen Jahr Gesamteinnahmen von 234 Millionen Euro. Darunter waren Spenden in Höhe von 60 Millionen Euro und kirchliche Haushaltsmittel von 6,8 Millionen Euro, der Rest war vorwiegend staatliche Unterstützung. "Es bleibt ein deutliches Zeichen, dass die Menschen in Deutschland gerade nicht an Mitmenschlichkeit und Solidarität sparen wollen", erklärte Misereor-Geschäftsführerin Annette Ptassek.

Von dem Geld gingen 174,0 Millionen Euro in die Projektförderung, 10,5 Millionen Euro in die Projektbegleitung sowie Kampagnen- Bildungs- und Aufklärungsarbeit (5,8 Millionen Euro). Der Rest betraf Werbung und Öffentlichkeitsarbeit (11,3 Millionen Euro) und Verwaltung (10,6 Millionen Euro). Aktuell unterstützt Misereor laut Bericht weltweit mehr als 1600 Partnerorganisationen in über 80 Ländern.

T.Cunningham--TNT

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