The National Times - Riesiger Waldbrand im Süden von Paris - Löschflugzeuge tanken Wasser in der Seine

Riesiger Waldbrand im Süden von Paris - Löschflugzeuge tanken Wasser in der Seine


Riesiger Waldbrand im Süden von Paris - Löschflugzeuge tanken Wasser in der Seine
Riesiger Waldbrand im Süden von Paris - Löschflugzeuge tanken Wasser in der Seine / Foto: © AFP

Es ist der schlimmste Waldbrand im Großraum Paris seit langem: Etwa 800 Hektar des Waldes von Fontainebleau, etwa 50 Kilometer südlich von Paris, sind mittlerweile abgebrannt, wie die Behörden am Montag mitteilten. Dies entspricht etwa fünf Prozent der gesamten Waldfläche, der grünen Lunge der französischen Hauptstadt. Der massive Waldbrand behinderte zeitweise den Reiseverkehr Richtung Süden.

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Erstmals wurden zwei Löschflugzeuge vom Typ Canadair vom Süden in den Großraum Paris entsandt. Sie schöpfen ihr Löschwasser im Niedrigflug aus der Seine, wie auf zahlreichen Videos in Onlinediensten zu sehen ist.

Bislang wurde durch den Brand niemand verletzt. Rund 200 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. "Im Wald von Fontainebleau herrscht ein Brand mit ungewöhnlichem Ausmaß", schrieb Frankreichs Präsident Emmanuel Macron im Onlinedienst X. "Alle verfügbaren Mittel sind im Einsatz", fügte er hinzu.

Wegen Kabelschäden im Zusammenhang mit dem Waldbrand bei Fontainebleau kam es am ersten Ferienwochenende in Frankreich zu Zugausfällen und -verspätungen von bis zu sechs Stunden. Die Autobahn A6, auf der zahlreiche Urlauber in den Süden fahren, wurde wegen des dichten Rauchs zeitweise gesperrt.

Innenminister Laurent Nuñez schloss Brandstiftung nicht aus. "Es gibt etwa zehn Brandherde in einem Umkreis von 1000 Metern", sagte er am Montag in dem betroffenen Ort Noisy-sur-École. Das Feuer könne voraussichtlich noch am Montag unter Kontrolle gebracht werden. Es brauche aber noch mehrere Tage, wenn nicht Wochen, um es komplett zu löschen, fügte er hinzu.

Es wurden bis zu 500 Feuerwehrleute erwartet, um den Brand zu bekämpfen. Bereits am Sonntag hatten zwei Flugzeuge vom Typ Dash brandverzögernde Mittel über das betroffene Gelände versprüht. Landwirte aus der Region unterstützten die Feuerwehr, indem sie mit Traktoren Wassertanks in die betroffenen Gebiete brachten. Auch Löschhubschrauber waren im Einsatz.

Die Rauchwolken waren etwa 20 Kilometer weit zu sehen. "Ohne die Löschflugzeuge hätten die Orte Noisy-sur-École und Vaudoué komplett evakuiert werden müssen", sagte Einsatzleiter Olivier Compta. "So etwas hat es hier noch nie gegeben, wir werden um unseren Wald trauern", sagte Didier Buguinet, Vizebürgermeister von Vaudoué.

Frankreich erlebt derzeit die dritte Hitzewelle seit Beginn des Jahres, die in weiten Landesteilen die Böden und die Vegetation ausgetrocknet hat. In 42 der 101 Départements gilt die höchste Dürre-Warnstufe.

Am Montag galt weiterhin in 37 von 101 Départements die höchste Hitzewarnstufe Rot. Dies betrifft etwa 26 Millionen Menschen in Frankreich.

Wegen der Hitze im Land wurden am Sonntag drei Atomreaktoren vorübergehend heruntergefahren und sieben weitere gedrosselt, damit ihr abgeleitetes Kühlwasser die Flüsse nicht noch weiter aufheizt.

Die Pariser Feierlichkeiten am Vorabend des Nationalfeiertags wurden wegen der hohen Temperaturen eine Dreiviertelstunde nach hinten verschoben. Das Konzert am Eiffelturm beginnt um 21.45 Uhr, das anschließende Feuerwerk samt einer Lichterdrohnenschau gegen 23.00 Uhr.

Insgesamt brannten in Frankreich seit Jahresbeginn bei Wald- und Flächenbränden bereits 32.000 Hektar ab, etwa doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Betroffen waren etwa die südfranzösischen Départements Pyrénées-Orientales, Drôme, Lot und Savoie, aber auch Gegenden weiter nördlich wie Indre und Loire-Atlantique.

Im Département Lot-et-Garonne brannten am Sonntag knapp 200 Hektar ab, 200 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Ein Mensch wurde leicht verletzt. Auslöser des Brandes bei Agen war ein Blitzeinschlag.

Auch in derBretagne kam es zu einem kleineren Flächenbrand am Cap Fréhel. Dort brannten 23 Hektar ab. Etwa 130 Gäste eines Campingplatzes wurden in Sicherheit gebracht, der Küstenwanderweg wurde gesperrt. Im westfranzösischen Département Maine-et-Loire brannten 300 Hektar ab. Zwei Häuser wurden dort durch Flammen beschädigt.

Die Behörden nahmen bislang landesweit 32 Menschen in Gewahrsam, die im Verdacht stehen, die Feuer bewusst gelegt oder sie durch fahrlässiges Verhalten entfacht zu haben - etwa durch das Wegwerfen von Zigarettenkippen.

Der Mitte-rechts-Präsidentschaftskandidat Edouard Philippe kündigte an, dass er die französische Produktion von Löschflugzeugen fördern wolle. "Wir sind noch immer auf ausgediente Canadair-Maschinen angewiesen, die schwer zu warten und zu ersetzen sind", betonte er. Frankreich hatte im Juni erst zwei zusätzliche Löschflugzeuge bestellt, die aber erst zwischen 2032 und 2033 geliefert werden sollen.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass Hitzewellen, die Waldbrände befördern, infolge des menschengemachten Klimawandels an Intensität und Häufigkeit zunehmen.

T.Ward--TNT

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