The National Times - Nordrhein-Westfalens Antisemitismusbeauftragte warnt vor zunehmendem Judenhass

Nordrhein-Westfalens Antisemitismusbeauftragte warnt vor zunehmendem Judenhass


Nordrhein-Westfalens Antisemitismusbeauftragte warnt vor zunehmendem Judenhass
Nordrhein-Westfalens Antisemitismusbeauftragte warnt vor zunehmendem Judenhass / Foto: © AFP/Archiv

Angesichts steigender Zahlen antisemitischer Straftaten und Vorfälle hat die nordrhein-westfälische Antisemitismusbeauftragte, Sylvia Löhrmann (Grüne), vor zunehmendem Judenhass gewarnt. "Die erneut gestiegenen Zahlen antisemitischer Straftaten und Vorfälle in Deutschland und in Nordrhein-Westfalen erfüllen mich mit großer Sorge", erklärte Löhrmann am Montag zur Veröffentlichung ihres Jahresberichts. "Judenhass darf nicht zur Normalität werden", mahnte sie.

Textgröße ändern:

Im Jahr 2025 wurden laut Statistik der politisch motivierten Kriminalität insgesamt 786 antisemitische Straftaten erfasst. Das waren 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus verzeichnete mit 1102 antisemitischen Vorfällen einen Höchststand - ein Anstieg von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. An den Hochschulen wurden 85 antisemitische Vorfälle dokumentiert, nach 79 im Vorjahr.

"Hinter jeder einzelnen Zahl steht eine konkrete Tat gegenüber einem Menschen, einer jüdischen Institution oder einer Gedenkstätte", erklärte Löhrmann. "Das sind Angriffe auf Jüdinnen und Juden - und zugleich Angriffe auf die Grundwerte unserer Demokratie." Die Gesellschaft dürfe sich nicht an diese Lage gewöhnen, ergänzte Löhrmann.

Antisemitismus sei dabei nicht auf ein einzelnes Milieu beschränkt, sondern finde sich in unterschiedlichen politischen, religiösen und gesellschaftlichen Zusammenhängen. Rechtsextreme, linksextreme, islamistische, religiöse bis in die Mitte der Gesellschaft hineinwirkende antisemitische Einstellungen müssten gleichermaßen benannt und bekämpft werden, hieß es weiter.

In ihrem Bericht forderte Löhrmann unter anderem einen Ausbau der Präventionsarbeit, mehr Bildung über Antisemitismus sowie eine stärkere Sensibilisierung von Lehrkräften, Behörden und Polizei. Zugleich sprach sie sich dafür aus, jüdisches Leben nicht nur im Zusammenhang mit Antisemitismus und der Schoa sichtbar zu machen, sondern als selbstverständlichen "Teil unserer Gesellschaft".

F.Hammond--TNT

Empfohlen

Besuch von Papst Leo in Frankreich: Friedensbotschaft für Europa

Es ist der erste Staatsbesuch eines Papstes in Frankreich seit 18 Jahren: Papst Leo XIV. wird vom 25. bis 28. September in Paris, Lourdes und Metz erwartet. Der Umgang mit Missbrauch in der katholischen Kirche, das französische Sterbehilfe-Gesetz und eine politische Friedensbotschaft im Beisein europäischer Staats- und Regierungschefs prägen das Programm. Zur Messe auf der Pariser Place de la Concorde werden 600.000 Menschen erwartet.

Nach Tod von 15-Jährigem in Nordrhein-Westfalen: Tatverdächtige stellen sich

Nach dem Tod eines 15-Jährigen durch Messerstiche bei einer privaten Feier im nordrhein-westfälischen Marsberg haben sich die beiden gesuchten Tatverdächtigen am Dienstag der Polizei gestellt. Die nach früheren Angaben 22 und 23 Jahre alten Männer sollen am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden, wie die Polizei in Dortmund und die Staatsanwaltschaft Arnsberg mitteilten. Beide waren per Öffentlichkeitsfahndung gesucht worden.

Drohnenfund in Niedersachsen: Womöglich Sprengstoff in der Nähe entdeckt

Nach dem versuchten Anschlag mit einer Sprengstoffdrohne am Leipziger Flughafen rückt eine in der vergangenen Woche in Niedersachsen gefundene Drohne in den Fokus der Ermittler. Die Bundesanwaltschaft prüft bereits einen möglichen Zusammenhang zum Leipziger Vorfall. Jetzt zeigen Recherchen von "Süddeutscher Zeitung", NDR und WDR, dass Beamte Tage später nur wenige Meter von der Fundstelle entfernt auf verdächtiges Material stießen. Sie gehen derzeit davon aus, dass es sich um Sprengstoff handelt, wie der Rechercheverbund am Dienstag unter Berufung auf Sicherheitskreisen berichtete.

Österreichischer Investor Benko erneut verurteilt: Haftstrafe um sechs Monate erhöht

Der österreichische Investor René Benko ist in einem neu aufgerollten Prozess erneut wegen Betrugs verurteilt worden. Eine Schöffenkammer des Landgerichts Innsbruck sprach den 49-Jährigen am Dienstag wegen Schädigung seiner Gläubiger schuldig und erhöhte seine Haftstrafe von zwei auf zweieinhalb Jahre, wie die österreichische Nachrichtenagentur APA mitteilte. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

Textgröße ändern: