The National Times - Brief an Wadephul: Politiker fordern Überstellung von Maja T. nach Deutschland

Brief an Wadephul: Politiker fordern Überstellung von Maja T. nach Deutschland


Brief an Wadephul: Politiker fordern Überstellung von Maja T. nach Deutschland
Brief an Wadephul: Politiker fordern Überstellung von Maja T. nach Deutschland / Foto: © AFP

Rechtspolitiker mehrerer Bundestagsfraktionen haben Außenminister Johann Wadephul (CDU) in einem offenen Brief aufgefordert, sich für die Überstellung der in Ungarn inhaftierten deutschen Maja T. einzusetzen. Wadephul müsse "unverzüglich" Kontakt zur neuen ungarischen Regierung aufnehmen, um "die Überstellung von Maja T. nach Deutschland aktiv einzufordern", heißt es in dem Brief, der der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag vorlag. T. habe das Recht auf ein rechtsstaatliches Verfahren in Deutschland.

Textgröße ändern:

Initiiert wurde der Brief von den rechtspolitischen Sprecherinnen und Sprechern der Linken, SPD und Grünen im Bundestag, Luke Hoß, Carmen Wegge und Helge Limburg, sowie der europapolitischen Sprecherin der Linken, Janina Böttger. Diese sehen mit dem Amtsantritt der neuen ungarischen Regierung unter Ministerpräsident Peter Magyar "eine neue Gelegenheit" für die Überstellung der nicht-binären Maja T..

Magyar habe bereits im Wahlkampf eine Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit und eine engere Zusammenarbeit mit den EU-Mitgliedsstaaten angekündigt, betonen die Abgeordneten. "Seit seinem Amtsantritt handelt er nach diesen Maximen und zeigt sich auf der EU-Ebene und gegenüber den anderen Mitgliedsstaaten kompromissbereit und lösungsorientiert."

In der Nacht von Samstag auf Sonntag jährte sich die Auslieferung von T. nach Ungarn zum zweiten Mal. Diese erfolgte im Juni 2024 trotz eines Eilverfahrens vor dem Bundesverfassungsgericht, das unmittelbar nach der Überstellung in einer einstweiligen Verfügung die Auslieferung untersagte. Auch im späteren Hauptsacheverfahren erklärte das Karlsruher Gericht die Auslieferung für rechtswidrig.

Maja T. war im Dezember 2023 in Berlin festgenommen worden. Grund war der Vorwurf der ungarischen Behörden, T. habe im Februar 2023 gemeinsam mit weiteren antifaschistischen Aktivisten Angehörige der rechtsextremen Szene in Budapest angegriffen. Im Februar 2026 verurteilte ein ungarisches Gericht die nicht-binäre Maja T. dann zu acht Jahren Haft. Unterstützer von T. sowie Vertreter von Linken und SPD prangerten einen politischen "Schauprozess" an. Verteidigung und Staatsanwaltschaft legten Berufung gegen das Urteil ein.

Seither sei T. "in Untersuchungshaft unter unmenschlichen Bedingungen", schreiben die vier Bundestagsabgeordneten in ihrem Brief. "Jeder weitere Tag in ungarischer Haft ist ein Tag zu viel."

Ungarns langjähriger, rechtsnationalistischer Ministerpräsident Viktor Orban sei weg, doch der Bundesaußenminister bleibe "weiterhin untätig", sagte der Linken-Politiker Hoß der Nachrichtenagentur AFP. "Zum traurigen Jubiläum dieses Justizskandals wird es Zeit, dass Wadephul seinem Versprechen an die Familie endlich gerecht wird und auf diplomatischem Wege die rechtswidrige Haft in Ungarn beendet."

W.Phillips--TNT

Empfohlen

In Deutschland geborener Türke wird nach tödlichem Raserunfall ausgewiesen

Nach einem tödlichen Raserunfall in Heilbronn hat der baden-württembergische Verwaltungsgerichtshof die Ausweisung des verantwortlichen Fahrers in die Türkei bestätigt. Wie das Gericht am Mittwoch in Mannheim mitteilte, hatte der in Deutschland geborene Mann mit türkischer Staatsangehörigkeit mit seinem Antrag auf Berufung gegen eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Stuttgart keinen Erfolg. Der Mann kann daher ausgewiesen werden und erhält zudem ein Einreise- und Aufenthaltsverbot für acht Jahre.

200 Rinder gestohlen: Viehdiebe in Polen und Brandenburg festgenommen

Nach dem Diebstahl von rund 200 Rindern an mehreren Orten in Brandenburg sitzen zwei Tatverdächtige in Untersuchungshaft. Ein 41-Jähriger wurde am Donnerstag vergangener Woche bei einer Durchsuchung in Polen festgenommen, wie die Polizei am Mittwoch in Potsdam mitteilte. Seinen 46-jährigen mutmaßlichen Komplizen fassten die Beamten am selben Tag an einer Raststätte an einer Autobahn in Brandenburg.

Polizeihubschrauber in Karlsruhe im Einsatz: Mann klettert über Bauzaun an BGH

In Karlsruhe hat es einen größeren Polizeieinsatz gegeben, weil ein Mann über einen Bauzaun am Bundesgerichtshof (BGH) kletterte. Er betrat das Gelände am späten Dienstagabend unrechtmäßig, wie ein Polizeisprecher in der baden-württembergischen Stadt am Mittwoch mitteilte. Bei der Suche nach dem Mann war auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz.

Tatverdächtiger nach tödlichem Raubüberfall auf 84-Jährige in Hannover ermittelt

Rund vier Wochen nach einem tödlichen Raubüberfall auf eine 84-Jährige in Hannover ist ein Verdächtiger ermittelt worden. Es handle sich um einen derzeit in anderer Sache in Haft sitzenden 29-Jährigen, wie die Polizei in der niedersächsischen Landeshauptstadt am Mittwoch mitteilte. Intensive Ermittlungen hätten zu ihm geführt, hieß es. Ihm wird ein Raub mit Todesfolge zur Last gelegt.

Textgröße ändern: