The National Times - Handel: Schaden durch Ladendiebstahl steigt erstmals auf über drei Milliarden Euro

Handel: Schaden durch Ladendiebstahl steigt erstmals auf über drei Milliarden Euro


Handel: Schaden durch Ladendiebstahl steigt erstmals auf über drei Milliarden Euro
Handel: Schaden durch Ladendiebstahl steigt erstmals auf über drei Milliarden Euro / Foto: © AFP

Ladendiebstähle im Einzelhandel haben seit der Corona-Pandemie massiv zugenommen: Im vergangenen Jahr stieg der Schaden auf einen neuen Rekord von über drei Milliarden Euro, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) mitteilte. Im Vergleich zu 2022 sei das ein Anstieg um 25 Prozent. Ein Drittel der Schäden werde dabei durch organisierte Kriminalität verursacht. Der HDE forderte höhere Strafen bei bandenmäßig organisierten Diebstählen.

Textgröße ändern:

Registriert wurden im vergangenen Jahr insgesamt rund 380.000 Ladendiebstähle. Die geschätzte Dunkelziffer beträgt laut einer aktuellen Untersuchung des Handelsforschungsinstituts EHI aber über 98 Prozent: Jährlich 24,8 Millionen Diebstahlsdelikte im Einzelhandel bleiben demnach unentdeckt oder werden nicht angezeigt.

"Viele Händler sind frustriert, weil Anzeigen selten zu einer Verurteilung und Sanktionierung der Täter führen und ersparen sich daher den mit der Strafanzeige verbundenen bürokratischen Aufwand", erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Er kritisierte, bisher geschehe in der Politik zu wenig, um den Einzelhandel vor Diebstählen zu schützen. Vor allem bei den bandenmäßig organisierten Diebstählen müssten die Täter schärfer bestraft werden.

Auch die Präventionsmöglichkeiten des Einzelhandels müssten optimiert werden, forderte Genth. Die Branche gebe jährlich 1,7 Milliarden Euro für Kameraüberwachung, Warensicherung und Sicherheitspersonal aus. "Wir brauchen an dieser Stelle die Möglichkeiten für mehr Effektivität". Offene oder auch KI-unterstützte Videoüberwachung müsse generell möglich sein.

P.Jones--TNT

Empfohlen

Sieben Festnahmen bei Durchsuchungen wegen Waffenhandels in Berlin

Bei einer berlinweiten Razzia wegen des 0Verdachts auf illegalen Schusswaffenhandel sind in der Bundeshauptstadt sieben Verdächtige vorläufig festgenommen worden. Die Polizei fand nach eigenen Angaben bei der Razzia am Mittwoch zwei scharfe Schusswaffen mit Munition und beschlagnahmte außerdem Handys sowie Datenträger. Insgesamt seien elf Wohnungen, drei Gewerbeobjekte und mehrere Autos durchsucht worden.

Keine Bestechlichkeit: BGH bestätigt Urteil gegen Beamten an OLG Jena weitgehend

Ein ehemals hoher Beamter des Thüringer Oberlandesgerichts (OLG) ist wegen Vorteilsannahme verurteilt, nicht jedoch wegen Bestechlichkeit. Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigte am Mittwoch das entsprechende Urteil weitgehend, die Staatsanwaltschaft hatte mit ihrer Revision keinen Erfolg. Über die Strafe für den Mann muss jedoch noch einmal verhandelt werden. (Az. 2 StR 554/25)

Erneut antisemitische Hetze verbreitet: Sieben Jahre Haft für Rentner in München

Wegen wiederholter antisemitischer und menschenverachtender Videos im Internet samt Gewaltaufrufen ist ein 71-Jähriger vom Landgericht München II zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Der Angeklagte wurde am Mittwoch wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen schuldig gesprochen, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Der vorbestrafte 71-Jährige hatte bereits in der Vergangenheit wegen ähnlicher Videos eine vierjährige Haftstrafe verbüßt.

Trotz Insolvenz: Prozess über Verbot von salafistischem Verein kann weitergehen

Die Gerichtsverhandlung über das Verbot des mutmaßlich radikalislamischen Vereins Deutschsprachige Muslimische Gemeinschaft (DMG) kann weitergehen. Das inzwischen eröffnete Insolvenzverfahren unterbricht den Prozess in Niedersachsen nicht, wie das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig am Mittwoch entschied. Das Landesinnenministerium hatte den Verein mit Sitz in Braunschweig im Juni 2024 verboten. (Az. 6 C 1.26)

Textgröße ändern: