The National Times - Vor Präsidentenstichwahl in Peru: Richter ordnet Prozess gegen linken Kandidaten Sánchez an

Vor Präsidentenstichwahl in Peru: Richter ordnet Prozess gegen linken Kandidaten Sánchez an


Vor Präsidentenstichwahl in Peru: Richter ordnet Prozess gegen linken Kandidaten Sánchez an
Vor Präsidentenstichwahl in Peru: Richter ordnet Prozess gegen linken Kandidaten Sánchez an / Foto: © AFP/Archiv

Kurz vor der Präsidentenstichwahl in Peru hat ein Richter einen Prozess gegen den linken Kandidaten Roberto Sánchez wegen mutmaßlicher falscher Angaben zur Finanzierung seiner Partei angeordnet. Es gebe "hinreichende Verdachtsmomente" gegen den 57-Jährigen, erklärte Richter Adolfo Farfán am Freitag (Ortszeit). Auf das Stattfinden der Stichwahl, in der Sánchez am Sonntag gegen die rechtsgerichtete Kandidatin Keiko Fujimori antreten soll, dürfte die Entscheidung keine Auswirkungen haben.

Textgröße ändern:

Sánchez hat eine Woche, um Einspruch einzulegen. Seine Verteidiger haben bereits angekündigt, in Berufung gehen zu wollen. Sollte er die Präsidentschaftswahl gewinnen, würde er gemäß der peruanischen Verfassung ohnehin Immunität genießen.

Die Staatsanwaltschaft wirft Sánchez vor, falsche Angaben zu Spenden gemacht zu haben. Ihm wird zur Last gelegt, der Wahlbehörde Zuwendungen an seine Partei Juntos por el Perú in den Jahren von 2018 bis 2020 verschwiegen zu haben. Konkret soll er mehr als 57.000 Dollar (umgerechnet knapp 50.000 Euro) von Mitgliedern seiner Bewegung für Parteiaktivitäten angenommen haben, ohne die Spenden offiziell anzugeben.

Die Staatsanwaltschaft hatte deshalb eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und vier Monaten gefordert. Sie zeigte sich am Freitag "zufrieden mit der Entscheidung".

Die Vorwürfe gegen Sánchez sind seit längerem bekannt und der Fall war bereits im Januar vor Gericht gebracht worden. Die Justiz hatte die Staatsanwaltschaft damals aber angewiesen, die Anklage neu zu formulieren. Sánchez hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen und erklärte stattdessen, seit Jahren werde versucht, ihn politisch zu diskreditieren.

Das Gericht habe beschlossen, "die formale Gültigkeit der Anklage anzuerkennen", sagte Richter Farfán nun. Sánchez reagierte noch nicht auf die Entscheidung des Gerichts. Am Donnerstag hatte er per Videokonferenz an der Verhandlung teilgenommen - wenige Stunden vor seiner letzten Wahlkampfveranstaltung in Lima.

Die Peruaner wählen Sonntag zum achten Mal binnen zehn Jahren einen neuen Präsidenten. Für die Stichwahl um das Präsidentenamt haben sich Sánchez und Fujimori qualifiziert. Fujimori, die die Tochter des früheren Staatschefs Alberto Fujimori ist, hatte in der ersten Runde vor einem Monat mit rund 17 Prozent der Stimmen Platz eins erreicht. Sánchez war mit rund zwölf Prozent auf Platz zwei gelandet. Umfragen für die Stichwahl deuteten auf ein knappes Rennen hin.

Der Wahlkampf war geprägt von Gewalt und Wut auf die politische Klasse, die viele Wähler für die seit Jahren herrschende Instabilität sowie wachsende Unsicherheit und Kriminalität in dem südamerikanischen Land verantwortlich machen. Logistische Pannen und die Betrugsvorwürfe bei der ersten Runde der Präsidentenwahl im April haben das Misstrauen gegenüber dem Staat noch verstärkt.

M.Davis--TNT

Empfohlen

Papst zu einwöchiger Spanien-Reise in Madrid eingetroffen

Papst Leo XIV. hat am Samstag seine einwöchige Spanien-Reise begonnen. Das Flugzeug des katholischen Kirchenoberhaupts landete um 10.15 Uhr auf dem Madrider Flughafen Barajas, wo er von König Felipe VI. und Königin Letizia empfangen wurde. Auf dem Flug nach Spanien bezeichnete der 70-Jährige die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche als "weiterhin offene Wunde".

Papst zu einwöchiger Spanienreise in Madrid eingetroffen

Papst Leo XIV. hat am Samstag seine einwöchige Spanienreise begonnen. Das Flugzeug des katholischen Kirchenoberhaupts landete um 10.15 Uhr auf dem Madrider Flughafen Barajas, wo er von König Felipe VI. und Königin Letizia empfangen wurde. Später wollte der Papst ein Obdachlosenheim in der spanischen Hauptstadt besuchen.

Papst Leo XIV. beginnt einwöchige Spanienreise

Papst Leo XIV. beginnt am Samstag in Madrid eine einwöchige Spanienreise. Das Oberhaupt der katholischen Kirche wird zunächst durch König Felipe VI. und Königin Letizia empfangen, später will er in der spanischen Hauptstadt ein Obdachlosenzentrum besuchen. Am Abend wird er bei einer Gebetswache vor dem Bernabéu-Stadion zu hunderttausenden Gläubigen sprechen. Am Sonntag hält der Papst eine Messe vor dem Rathaus von Madrid.

Brand in Crans-Montana: Weitere Anklage gegen Bar-Inhaberin erhoben

Nach der Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana mit 41 Toten hat die Staatsanwaltschaft eine weitere Anklage gegen die Mitinhaberin der betroffenen Bar erhoben. Jessica Moretti werde nun auch Urkundenfälschung vorgeworfen, teilte ihr Anwalt am Freitagabend nach einer stundenlangen Befragung von Moretti und ihrem Ehemann in Sitten mit. Konkret stehe der Vorwurf der Urkundenfälschung mit einer Rechnung aus dem Jahr 2015 im Zusammenhang, bei der es um den Kauf von Schaumstoffen während der damaligen Umbauarbeiten des Lokals geht.

Textgröße ändern: