The National Times - Erneut mehr antisemitische Vorfälle in Sachsen-Anhalt registriert

Erneut mehr antisemitische Vorfälle in Sachsen-Anhalt registriert


Erneut mehr antisemitische Vorfälle in Sachsen-Anhalt registriert
Erneut mehr antisemitische Vorfälle in Sachsen-Anhalt registriert / Foto: © AFP/Archiv

Die Zahl der antisemitischen Vorfälle in Sachsen-Anhalt ist 2025 erneut angestiegen. Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) Sachsen-Anhalt registrierte im vergangenen Jahr 270 Fälle und damit 68 mehr als 2024, wie die Stelle am Donnerstag in Magdeburg mitteilte. Damit habe sich der Anstieg seit dem Überfall der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 verstetigt, hieß es.

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Im Schnitt wurden damit laut Rias fünf Fälle pro Woche bekannt. Das nunmehr seit zweieinhalb Jahren andauernde hohe Niveau der Vorfallzahlen beeinträchtige das Sicherheitsgefühl vieler Jüdinnen und Juden immens und beeinflusse ihren Umgang mit der eigenen jüdischen Identität nachhaltig, erklärte die Recherche-und Informationsstelle.

Mehr als verdoppelt hat sich demnach die Anzahl antisemitischer Vorfälle mit direktem Bezug zum 7. Oktober 2023 und den darauffolgenden Kriegen in Gaza und im Libanon von 52 auf 111. Dabei wurde laut Rias tatsächliches oder vermeintliches Handeln des Staats Israel wiederholt zum Anlass genommen, Jüdinnen und Juden in Sachsen-Anhalt anzufeinden - etwa bei einem Vorfall im August in Halle, als ein pöbelnder Mann neben rechtsextremen und rassistischen Sprüchen auch "Alle Juden betreiben Genozid" rief.

Die Zahl der dokumentierten Fälle von israelbezogenem Antisemitismus verdoppelte sich 2025 von 68 auf 122 nahezu. Gleichzeitig waren laut Rias erneut zahlreiche Vorfälle zu beobachten, bei denen die antisemitischen Massenverbrechen im Nationalsozialismus geleugnet, verherrlicht oder die Erinnerung an die Opfer angefeindet wurden. Insgesamt registrierte die Meldestelle 81 rechtsextreme Vorfälle.

Einen großen Anstieg von 39 auf 100 verzeichnete Rias im Onlinebereich. So erhielt etwa die Jüdische Gemeinde Halle immer wieder Google-Rezensionen von anonymen Profilen, die den Namen des Attentäters beim Anschlag im Jahr 2019 trugen oder sich auf sonstige Weise positiv auf den Anschlag bezogen.

Seit dem 7. Oktober 2023 sei Antisemitismus aus dem antiisraelischen Milieu und dem links-antiimperialistischen Spektrum in den Fokus der öffentlichen Debatten gerückt, erklärten Marie-Kristin Batz und Michael Schüßler von der Rias-Meldestelle. "Dabei darf nicht aus dem Blick geraten, dass es weiterhin zahlreiche antisemitische Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund gibt – deren Zahl 2025 sogar gestiegen ist." Antisemitismus sei tief im Alltagsgeschehen verankert und zeige sich immer wieder auch in scheinbar banalen Situationen – etwa in Nachbarschaftsstreitigkeiten oder im Arbeitskontext.

G.Waters--TNT

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