The National Times - Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt laut U-Ausschuss nicht sicher verhinderbar

Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt laut U-Ausschuss nicht sicher verhinderbar


Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt laut U-Ausschuss nicht sicher verhinderbar
Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt laut U-Ausschuss nicht sicher verhinderbar / Foto: © AFP/Archiv

Aus Sicht der Koalitionsfraktionen in Sachsen-Anhalt hat der Untersuchungsausschuss zum Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt nicht abschließend klären können, ob der Anschlag mit sechs Toten zu verhindern gewesen wäre. Eine Verhinderung der Tat erscheine unter realistischen Annahmen und angesichts der Rechtslage nur wahrscheinlich, "wenn alle Beteiligten ihrer Verantwortung gerecht geworden wären", erklärte Kerstin Godenrath, Obfrau der CDU-Fraktion im U-Ausschuss, am Dienstag bei der Präsentation des Abschlussberichts von CDU, SPD und FDP in Magdeburg.

Textgröße ändern:

Godenrath erklärte, für ein Verhindern der Tat vom 20. Dezember 2024 hätte der Weihnachtsmarkt ordnungsgemäß abgesichert sein und es hätte ein funktionierendes Bedrohungs- und Gefährdermanagement geben müssen. "Womöglich hätte die Chance, aber keinesfalls die Gewissheit, bestanden, die Tat abzuwenden, wenn frühzeitig und intensiv auf den Täter eingewirkt worden wäre", erklärte die CDU-Politikerin.

Der Obmann der SPD-Landtagsfraktion, Falko Grube, erklärte, die Vielzahl von Fehlern und Versäumnissen an unterschiedlichen Stellen habe am Ende den Anschlag möglich gemacht. Für die Zukunft sei klar, dass die Sicherheit von Großveranstaltungen eine Gemeinschaftsaufgabe sei, für die die nötigen Ressourcen zur Verfügung gestellt werden müssen. Dazu bedürfe es auch einer Klärung der genauen Zuständigkeiten von Veranstaltern, Kommunen und Polizei. "Der Ausschuss hat dazu konstruktive Hinweise für die weitere Arbeit des nächsten Landtages gegeben."

FDP-Obmann Guido Kosmehl verwies auf die zahlreichen Warnhinweise auf den derzeit in Magdeburg vor Gericht stehenden mutmaßlichen Täter. "Einzeln betrachtet schien jedes Zeichen gering. Im Gesamtbild war es ein Mensch, der früher hätte erkannt werden müssen." Hier müsse nun mit einem Bedrohungsmanagement eingegriffen werden, das auch unterhalb der klassischen Gefährderschwelle greife. Gleichzeitig gelte: "Hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht – und wir wollen keine Weihnachtsmärkte, die wie Bunkeranlagen wirken."

Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss hörte 140 Zeugen und Sachverständige. Ihre Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen haben die Koalitionsfraktionen auf 110 Seiten zusammengefasst. Tenor der Fraktionen ist, dass es klarer Zuständigkeiten und verbindlicher Sicherheitsstandards über Landes- und Behördengrenzen hinweg bedürfe.

Der Tatverdächtige soll mit einem Mietwagen in den stark besuchten Weihnachtsmarkt gerast sein. Sechs Menschen starben, darunter ein neun Jahre alter Junge. Mehr als 300 Menschen wurden verletzt.

M.A.Walters--TNT

Empfohlen

Tod von Mango-Gründer bei Bergtour: Sohn Jonathan Andic vorübergehend festgenommen

Anderthalb Jahre nach dem Tod des Gründers der spanischen Bekleidungskette Mango bei einer Bergtour ist dessen Sohn als Verdächtiger festgenommen worden. Nach einem Gerichtstermin in Martorell bei Barcelona kam Jonathan Andic am Dienstag gegen die Zahlung einer Kaution in Höhe von einer Million Euro unter Auflagen frei. Der 45-Jährige hat eine Gewalttat gegen seinen Vater stets bestritten und von einem tödlichen Unfall des 71-jährigen Milliardärs gesprochen.

Grenfell-Tower-Feuer: 57 Personen und 20 Unternehmen sollen vor Gericht

Neun Jahre nach dem tödlichen Hochhausbrand im Londoner Grenfell Tower will die Polizei nach jahrelangen Ermittlungen 57 Personen und 20 Unternehmen vor Gericht bringen. Die Vorwürfe lauteten auf fahrlässige Tötung, Amtsmissbrauch und Betrug, teilte die Londoner Polizei am Dienstag mit. Bei dem Feuer im Juni 2017 waren 72 Menschen ums Leben gekommen, das Unglück gilt als der schwerste Wohnungsbrand in der jüngeren britischen Geschichte

Verbraucherzentrale: Sammelklage gegen Amazon wird voraussichtlich abgewiesen

Die Verbraucherzentrale Sachsen geht davon aus, dass ihre Sammelklage gegen den US-Konzern Amazon wegen dessen Streaming-Angebot Prime zunächst abgewiesen wird. Das teilten die Verbraucherschützer am Dienstag nach einer mündlichen Verhandlung in dem Fall vor dem Oberlandesgericht München mit. Sie kündigten an, Revision beim Bundesgerichtshof einzulegen.

Fahrkartenentzug als erzieherische Maßnahme: 13-Jähriger wählt Polizeinotruf

Wegen des Entzugs seiner Busfahrkarte hat ein 13-Jähriger in Wilhelmshaven den Polizeinotruf gewählt. Hintergrund seien "erzieherische Maßnahmen" innerhalb der Familie gewesen, teilte die Polizei in der niedersächsischen Stadt am Dienstag mit. Beamte hätten die Situation überprüft, Hinweise auf eine Gefährdung des Kindes hätten sich nicht ergeben.

Textgröße ändern: