The National Times - Philippinischer Ex-Polizeichef will sich internationalem Haftbefehl entziehen

Philippinischer Ex-Polizeichef will sich internationalem Haftbefehl entziehen


Philippinischer Ex-Polizeichef will sich internationalem Haftbefehl entziehen
Philippinischer Ex-Polizeichef will sich internationalem Haftbefehl entziehen / Foto: © AFP

Um einem internationalen Haftbefehl zu entgehen, hat sich der ehemalige Polizeichef der Philippinen, Ronald Dela Rosa, am dritten Tag in Folge im Senatsgebäude der Hauptstadt Manila verschanzt. Er rief am Mittwoch die Streitkräfte des Landes zur "friedlichen Unterstützung" auf, um seine Auslieferung zu verhindern.

Textgröße ändern:

Der amtierende Senator Dela Rosa war von 2016 bis 2018 Polizeichef des südostasiatischen Landes. Er wird wegen seiner maßgeblichen Rolle im brutalen Vorgehen gegen die Drogenkriminalität unter Ex-Präsident Rodrigo Duterte vom Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag gesucht.

Als erster ehemaliger Staatschef aus Asien muss sich Ex-Präsident Duterte derzeit vor dem IStGH verantworten. In seiner Amtszeit als Präsident der Philippinen (2016-2022) ging er rabiat gegen die Drogenkriminalität vor. Im Zuge der Kampagne töteten Einsatzkräfte damals tausende mutmaßliche Drogenhändler und Drogensüchtige. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen lagen gegen viele Opfer gar keine Anschuldigungen vor, insbesondere Menschen aus ärmeren Bevölkerungsschichten wurden demnach ins Visier genommen.

Ex-Polizeichef Dela Rosa gilt als "Architekt" des umstrittenen Kampfes gegen die Drogenkriminalität unter Duterte und soll sich wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Er war seit November nicht mehr öffentlich aufgetreten. Am Montag tauchte er jedoch unerwartet im Senat auf und verließ seitdem das Gebäude nicht mehr. Er nahm an einer Senatsabstimmung teil, mit der die Duterte-Anhänger die Kontrolle über die Parlamentskammer erlangten.

Am Mittwoch richtete Dela Rosa vor Journalisten einen Appell an die Streitkräfte der Philippinen: Er fordere die "Kameraden in Uniform" dazu auf, "ihre Meinung zu äußern", damit die amtierende Regierung unter Präsident Ferdinand Marcos ihn "nicht an Ausländer" ausliefere.

Die neue Senatsführung gab bekannt, sie werde eine Festnahme von Dela Rosa zulassen, wenn diese von einem philippinischen Gericht angeordnet werde. Am Mittwoch standen sich vor dem Senatsgebäude rund 500 Polizisten und 250 Demonstranten gegenüber, die die Auslieferung Dela Rosas an den IStGH verlangten.

Ex-Präsident Duterte war im März 2025 in Manila festgenommen und in die Niederlande gebracht worden. Die Philippinen hatten dem IStGH zwar auf Dutertes Anweisung hin 2019 den Rücken gekehrt. Das Haager Gericht entschied allerdings, dass es für die Ahndung von Verbrechen in den Philippinen bis zum Jahr 2019 weiterhin zuständig sei.

F.Jackson--TNT

Empfohlen

Streit um Erbe von Dolly Parton zwischen Manager und Neffen entbrannt

Nur wenige Wochen nach dem Tod der Country-Musik-Legende Dolly Parton ist zwischen ihrem ehemaligen Manager und ihrem Neffen ein Streit um das millionenschwere Erbe ausgebrochen. Wie am Mittwoch bekannt wurde, beantragte Partons langjähriger Manager Danny Nozell eine einstweilige Verfügung gegen ihren Neffen Bryan Seaver, dem er eine "eskalierende Drohkampagne" vorwarf, um Geld aus den Unternehmen der verstorbenen Sängerin zu erpressen.

Anwältin: In Russland inhaftierte Regisseurin Berkowitsch auf 42 Kilo abgemagert

Die in Russland inhaftierte Theaterregisseurin und Kriegsgegnerin Jewgenija Berkowitsch ist nach Angaben ihrer Anwältin im Gefängnis auf 42 Kilogramm abgemagert. "Sie ist wieder in eine Strafzelle gesteckt worden", sagte Ksenia Karpinskaja der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch. Ihren Angaben zufolge ist es das dritte Mal, dass die 41-Jährige in Isolationshaft musste.

Linke in der Defensive: Massive Kritik im Bundestag wegen Antisemitismus-Verdacht

Wenige Tage nach ihrem Wahlsieg in Berlin ist die Linkspartei wegen Clan-Kontakten und Antisemitismus-Vorwürfen in die Defensive geraten. In einer Aktuellen Stunde im Bundestag erhoben am Mittwoch Abgeordnete aller anderen Fraktionen schwere Vorwürfe. Union, SPD, Grüne und AfD warfen der Linken eine mangelnde Abgrenzung zu Antisemiten vor und warnten vor einer Unterwanderung durch die Organisierte Kriminalität. Die Linke wertete die Kritik als Manöver, sie nach dem Wahlsieg von der Übernahme der Landesregierung in Berlin abzuhalten.

Sexueller Missbrauch: Ex-Hollywood-Produzent Weinstein zu 15 Jahren Haft verurteilt

Der frühere Hollywood-Produzent Harvey Weinstein ist wegen sexueller Übergriffe auf eine Produktionsassistentin zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Das New Yorker Gericht bliebt damit am Mittwoch hinter der Forderung der Staatsanwaltschaft von 20 Jahren Haft zurück. Geschworene hatten den heute 74-jährigen Weinstein vor gut einem Jahr schuldig gesprochen, seine Assistentin Miriam Haley im Jahr 2006 missbraucht zu haben. Nun wurde das Strafmaß verkündet.

Textgröße ändern: