The National Times - Hantavirus-Ausbruch: Kreuzfahrtschiff nach Evakuierung auf dem Weg in die Niederlande

Hantavirus-Ausbruch: Kreuzfahrtschiff nach Evakuierung auf dem Weg in die Niederlande


Hantavirus-Ausbruch: Kreuzfahrtschiff nach Evakuierung auf dem Weg in die Niederlande
Hantavirus-Ausbruch: Kreuzfahrtschiff nach Evakuierung auf dem Weg in die Niederlande / Foto: © AFP

Nach der Evakuierung der letzten Passagiere wegen eines Hantavirus-Ausbruchs an Bord ist das Kreuzfahrtschiff "Hondius" auf dem Weg in die Niederlande. Das Schiff nahm am Montagabend Kurs auf Rotterdam. Die letzten beiden Evakuierungsflüge mit Kreuzfahrtgästen und Besatzungsmitgliedern an Bord landeten am Dienstag in den Niederlanden, wie eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Zuvor war ein weiterer Passagier positiv auf das Virus getestet worden.

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Am Montag waren alle verbliebenen Passagiere des unter niederländischer Flagge fahrenden Kreuzfahrtschiffes auf Teneriffa evakuiert worden. "Mission erfüllt", sagte die spanische Gesundheitsministerin Mónica García Gómez im Hafen von Granadilla. Binnen zwei Tagen seien 125 Passagiere und Besatzungsmitglieder aus 23 Ländern evakuiert worden.

Am Montag verließen 28 Menschen in blauen Schutzanzügen die "Hondius", bevor sie in Busse stiegen, die sie zum Flughafen Teneriffa Süd brachten. Von dort aus wurden sie mit zwei Flugzeugen in die Niederlande ausgeflogen. Die beiden Maschinen landeten am frühen Dienstagmorgen in Eindhoven. An Bord waren hauptsächlich Ärzte und Besatzungsmitglieder, unter ihnen ein Deutscher, sowie mehrere Kreuzfahrtgäste aus Australien und Neuseeland.

Kurz nach dem Verlassen des Kreuzfahrtschiffs wurde ein spanischer Passagier positiv auf das Hantavirus getestet. Der Passagier sei in ein Krankenhaus eingeliefert worden, zeige jedoch bislang keine Krankheitssymptome, gab das Gesundheitsministerium in Madrid bekannt. Zuvor waren zwei Passagiere - eine Französin und ein US-Bürger - nach Verlassen des Schiffs positiv auf das Hantavirus getestet worden.

Die ersten Passagiere und Besatzungsmitglieder aus insgesamt 19 Ländern hatten am Sonntag das Kreuzfahrtschiff verlassen und von Teneriffa aus mit Sondermaschinen die Heimreise angetreten.

25 Besatzungsmitglieder und zwei medizinische Mitarbeiter blieben an Bord der "Hondius", die am Montagabend den Hafen verließ, um in Richtung Niederlande zu fahren. Nach Angaben des Kreuzfahrtunternehmens Oceanwide Expeditions wird das Schiff voraussichtlich am Sonntagabend in Rotterdam erwartet. An Bord ist auch die Leiche einer Deutschen, die am 2. Mai an den Folgen einer Hantavirus-Infektion gestorben war.

Das Bundesgesundheitsministerium in Berlin teilte mit, alle vier deutschen Passagiere seien "vollständig ohne Symptome". Die vier Deutschen waren am Sonntag gemeinsam mit weiteren Betroffenen mit einer niederländischen Maschine von Teneriffa nach Eindhoven gebracht worden. Laut Bundesgesundheitsministerium wurden sie anschließend ins Frankfurter Universitätsklinikum gebracht, wo sie in der Nacht zum Montag eintrafen.

In ihren Heimatregionen sind dann die jeweiligen Gesundheitsämter zuständig. In Berlin und Baden-Württemberg sollten die Passagiere unter häusliche Quarantäne gestellt werden. Wie mit den Menschen aus Bayern und Sachsen verfahren werden sollte, war zunächst unklar.

Die "Hondius" war am 1. April in Ushuaia im Süden Argentiniens zu einer Atlantik-Kreuzfahrt aufgebrochen. Ein erster Passagier aus den Niederlanden starb am 11. April an Bord an den Folgen des Hantavirus. Seine Frau ging am 24. April auf der Insel St. Helena im Südatlantik von Bord, um die Leiche ihres Mannes in die Heimat zu begleiten. Zwei Tage später starb sie nach einem Flug nach Johannesburg im Krankenhaus. Am 2. Mai starb eine deutsche Passagierin an Bord der "Hondius".

Eine weitere Deutsche, die mit ihr Kontakt hatte und bereits vor einigen Tagen von Bord geholt wurde, befindet sich seit vergangener Woche im Universitätsklinikum Düsseldorf. Bislang wurde bei ihr keine Infektion nachgewiesen, wie das Krankenhaus am Montag mitteilte.

Gegen das schwere Atemwegserkrankungen verursachende Hantavirus gibt es keine Impfung und auch keine Behandlung. Die WHO vermutet, dass sich der zuerst gestorbene Niederländer in Südamerika mit einer seltenen und von Mensch zu Mensch übertragbaren Variante des Hantavirus infizierte, bevor er an Bord ging. Anschließend verbreitete sich das Virus dann offenbar an Bord. Nach Einschätzungen aus Brüssel ist das Risiko für eine Ausbreitung des Hantavirus in Europa gering.

D.Kelly--TNT

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