The National Times - Vorfall mit Maddie-Verdächtigem: Polizei in Kiel ermittelt wegen Körperverletzung

Vorfall mit Maddie-Verdächtigem: Polizei in Kiel ermittelt wegen Körperverletzung


Vorfall mit Maddie-Verdächtigem: Polizei in Kiel ermittelt wegen Körperverletzung
Vorfall mit Maddie-Verdächtigem: Polizei in Kiel ermittelt wegen Körperverletzung / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Nach einem Vorfall in Kiel wird gegen den Verdächtigen im Fall des 2007 verschwundenen britischen Mädchens Madeleine "Maddie" McCann wegen Körperverletzung ermittelt. Die Polizei in der schleswig-holsteinischen Stadt bestätigte der Nachrichtenagentur AFP am Freitag, dass ein Strafverfahren wegen des Verdachts der wechselseitigen Körperverletzung eingeleitet wurde. Gegen wen in dem Zusammenhang neben Christian B. noch ermittelt wird, ist nicht bekannt.

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Zuvor hatten mehrere Medien berichtet, dass B. in eine Schlägerei verwickelt gewesen sei und selbst die Polizei gerufen habe. Nähere Angaben wollte die Polizei wegen der laufenden Ermittlungen nicht machen.

B. lebt in Kiel in einer städtischen Unterkunft. Der wegen Sexualdelikten mehrfach vorbestrafte Mann war im September aus einer Justizvollzugsanstalt in Niedersachsen entlassen worden, nachdem er eine siebenjährige Haftstrafe unter anderem wegen Vergewaltigung abgesessen hatte. Mit dem Fall Maddie hatte das nichts zu tun.

Nach seiner Entlassung lebte B. wochenlang als Obdachloser in Kiel in einem Waldstück. Das führte laut einem Bericht der "Kieler Nachrichten" zu Protesten von Anwohnern. Nach einer Fallkonferenz - also einem Fachgespräch von Experten verschiedener Disziplinen - wurde B. die Unterkunft angeboten. Er wird dort weiterhin polizeilich überwacht und trägt eine elektronische Fußfessel.

Laut Einschätzung eines Gerichtsgutachters besteht bei B. eine hohe Gefahr für weitere Straftaten. Es gibt aktuell aber keine rechtliche Grundlage für freiheitsentziehende Maßnahmen. Allerdings wurden im Rahmen der Führungsaufsicht Weisungen erteilt, welche die Rückfallgefahr mindern sollen. Unter anderem muss er regelmäßig Kontakt zu einem Bewährungshelfer halten.

Die Staatsanwaltschaft in Braunschweig stuft B. als Verdächtigen im Fall der verschwundenen Maddie ein. Das gab sie 2020 bekannt, Anklage erhob sie deshalb bisher nicht.

Maddie war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus der Ferienwohnung in einer Ferienanlage in Praia da Luz in Portugal verschwunden, während ihre Eltern in einem nahen Restaurant aßen. Trotz jahrelanger Suche fehlt von ihr bisher jede Spur, der Fall sorgt seit jeher für ein großes internationales Medieninteresse. B. lebte nach Angaben deutscher Behörden früher zeitweise in Portugal.

H.Davies--TNT

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