The National Times - Süchtig machende Medikamente ohne Rezept abgegeben: Apotheker verurteilt

Süchtig machende Medikamente ohne Rezept abgegeben: Apotheker verurteilt


Süchtig machende Medikamente ohne Rezept abgegeben: Apotheker verurteilt
Süchtig machende Medikamente ohne Rezept abgegeben: Apotheker verurteilt / Foto: © AFP/Archiv

Gibt ein Apotheker über Jahre hinweg süchtig machende Medikamente ohne Rezept an eine Patientin ab, hat diese laut einem Urteil aus Hessen Anspruch auf Schmerzensgeld. Damit verletze er seine Pflichten als Apotheker, teilte das Oberlandesgericht Frankfurt am Main am Dienstag mit. Es sprach der Frau 8000 Euro zu. (Az.: 8 U 131/24)

Textgröße ändern:

Sie hatte in der Apotheke über Jahre hinweg verschreibungspflichtige Schmerz- und Beruhigungsmittel mit hohem Suchtpotenzial gekauft. Im März 2020 begann sie einen Entzug. Ihr zufolge hatte der Apotheker ihr die Medikamente ohne Rezept verkauft.

Dem Apotheker zufolge hatte sie ein niederländisches Rezept vorgelegt. In erster Instanz verurteilte das Landgericht Frankfurt den Apotheker zur Zahlung von 10.000 Euro Schmerzensgeld. Diese Entscheidung änderte das Oberlandesgericht mit seiner nun veröffentlichten Entscheidung ab.

Der Apotheker und seine Mitarbeiter hatten der Frau von 2015 bis Anfang 2020 ohne entsprechende Rezepte erhebliche Mengen verschreibungspflichtiger Medikamente verkauft. Die Vorlage eines niederländischen Rezepts wertete das Landgericht zutreffend als Schutzbehauptung, wie das Oberlandesgericht entschied.

Der Frau entstand durch die Pflichtverletzung ein Schaden. Ob sie bereits vor dem Verkauf medikamentenabhängig war, sei dabei irrelevant, befnad das Oberlandesgericht. Ein Teil der Ansprüche sei allerdings bereits verjährt. Das Gericht sah 8000 Euro Schmerzensgeld als angemessen an.

Q.Marshall--TNT

Empfohlen

Abschiebeflug bringt 25 Afghanen zurück in ihr Heimatland

Die Bundesregierung hat 25 straffällig gewordene Afghanen in ihr Heimatland abgeschoben. Die ausreisepflichtigen Männer seien in der Nacht zu Dienstag in einem Charterflug nach Afghanistan gebracht worden, teilte die hessische Landesregierung am Dienstag mit. In Deutschland seien die Männer unter anderem wegen Totschlags, Vergewaltigung, schwerer Körperverletzung und Drogendelikten verurteilt worden.

Angeklagte in Mordfall Fabian aus Güstrow will sich zu Vorwürfen nicht äußern

Begleitet von einem großen Publikums- und Medieninteresse hat am Landgericht Rostock der Prozess gegen eine Frau begonnen, die im Oktober 2025 den achtjährigen Fabian aus Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern getötet haben soll. Die Staatsanwaltschaft warf der 30-jährigen Exfreundin von Fabians Vater am Dienstag in ihrer Anklage vor, das Kind heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen ermordet zu haben.

Südkorea: Strafmaß gegen ehemalige First Lady Kim deutlich verschärft

Das Strafmaß gegen Südkoreas ehemalige First Lady Kim Keon Hee wegen Korruption ist deutlich verschärft worden. Ein Berufungsgericht in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul verurteilte Kim am Dienstag zu nun vier Jahren Haft und einer Geldstrafe von 50 Millionen Won (rund 29.000 Euro). Die Ehefrau des zu lebenslanger Haft verurteilten Ex-Präsidenten Yoon Suk Yeol war im Januar wegen Bestechlichkeit zunächst zu einer Gefängnisstrafe von 20 Monaten verurteilt worden.

Elon Musk gegen OpenAI: Reichster Mensch der Welt geht gegen KI-Pionier vor

Streit zwischen Tech-Giganten vor Gericht: Im Prozess von US-Multimilliardär Elon Musk gegen den ChatGPT-Entwickler OpenAI und dessen Chef Sam Altman sollen am Dienstag die Eröffnungsplädoyers gehalten werden. Musk fordert als früherer Investor unter anderem Schadenersatz von OpenAI, weil sich das Unternehmen von seinen Gründungsprinzipien entfernt habe. OpenAI war als gemeinnützige Stiftung gegründet worden und hatte sich einer risikobewussten Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) verschrieben.

Textgröße ändern: