The National Times - Junge stirbt in Schleswig-Holstein nach Verbrühung: Freund von Mutter muss in Haft

Junge stirbt in Schleswig-Holstein nach Verbrühung: Freund von Mutter muss in Haft


Junge stirbt in Schleswig-Holstein nach Verbrühung: Freund von Mutter muss in Haft
Junge stirbt in Schleswig-Holstein nach Verbrühung: Freund von Mutter muss in Haft / Foto: © AFP/Archiv

Weil er den zweijährigen Sohn seiner Freundin mit heißem Wasser verbrühte, muss ein Mann aus Schleswig-Holstein lange ins Gefängnis. Der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte das entsprechende Urteil des Landgerichts Itzehoe, wie er am Dienstag in Karlsruhe mitteilte. Das Kind aus der Stadt Wedel war im Sommer 2024 an den Folgen der Tat gestorben. (Az. 5 StR 67/26)

Textgröße ändern:

Wie das Landgericht feststellte, übernahm der Angeklagte am Tattag die Betreuung des Jungen. Er beschloss, ihn gegen dessen Willen zu baden. "Um jeden Preis" habe er das tun wollen. Der Mann wusste dem Urteil zufolge, dass aus der Leitung in der Wohnung sehr heißes Wasser kam. Trotzdem habe er das Badewasser extra nicht kontrolliert - er habe damit gerechnet, dass es viel zu heiß war.

Laut Landgericht drückte er das Kind bis zur Brust in die Badewanne. Dieses fing an zu schreien. Dadurch soll der Mann erkannt haben, dass der Junge erhebliche Schmerzen hatte. Dennoch habe er ihn mehrere Sekunden in der Wanne festgehalten. Das Wasser hatte den Feststellungen zufolge eine Temperatur von mindestens 50 Grad.

Der Mann nahm das Kind demnach erst aus der Wanne, als sich die Haut großflächig rötete. Etwa eine Stunde später habe er seine Freundin angerufen. Diese rief schließlich den Notdienst. Der kleine Junge erlitt Verbrühungen zweiten und dritten Grades auf 56 Prozent seiner Körperoberfläche. Er kam auf die Intensivstation, starb aber nach fünf Wochen an den Folgen einer Infektion. Das ist dem Gericht zufolge ein für großflächige Verbrühungen typisches Risiko.

Der Prozess gegen den Mann begann im März 2025. Die Staatsanwaltschaft warf ihm in ihrer Anklage Mord vor. Das Landgericht sah aber keinen Tötungsvorsatz. Es verurteilte den Angeklagten Anfang September wegen Körperverletzung mit Todesfolge und der Misshandlung von Schutzbefohlenen zu einer Haftstrafe von elf Jahren. Der Mann wandte sich an den BGH, um das Urteil überprüfen zu lassen. Dieser fand aber keine Rechtsfehler. Das Urteil aus Itzehoe wurde rechtskräftig.

M.Wilson--TNT

Empfohlen

Haftstrafe wegen Veruntreuung für Ex-Mann von Schottlands früherer Regierungschefin Sturgeon

Der Ex-Mann von Schottlands ehemaliger Regierungschefin Nicola Sturgeon und frühere Chef der Regierungspartei SNP, Peter Murrell, ist am Dienstag wegen der Veruntreuung von Parteifinanzen zu fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. Murrell hatte sich im vergangenen Monat schuldig bekannt, mehr als 400.000 Pfund (rund 464.000 Euro) der SNP veruntreut zu haben.

Polizist stirbt bei Fahrsicherheitstraining auf dem Hockenheimring

Bei einem dienstlichen Fahrsicherheitstraining auf dem Hockenheimring ist ein Polizist tödlich verunglückt. Der 53 Jahre alte Mann sei am Montagabend mit seinem Dienstmotorrad aus noch unklarer Ursache in einer Rechtskurve von der Fahrbahn abgekommen, teilte die Polizei am Dienstag im baden-württembergischen Aalen mit. Er sei dann mit einer Reifenwand kollidiert. Trotz sofortiger Rettungsmaßnahmen sei der Polizeibeamte noch vor Ort verstorben.

ARD und ZDF streiten vor Verfassungsgericht für höheren Rundfunkbeitrag

Der Dauerstreit über den Rundfunkbeitrag ist am Dienstag vor dem Bundesverfassungsgericht ausgetragen worden. Karlsruhe verhandelte über Beschwerden von ARD und ZDF. Sie wehren sich dagegen, dass der Beitrag 2025 nicht erhöht wurde - anders als es die unabhängige Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) empfohlen hatte. Das verstoße gegen die Rundfunkfreiheit, argumentieren sie. Die Sender hoffen, dass das Gericht nachträglich eine Beitragssteigerung anordnet. (Az. 1 BvR 2524/24 und 1 BvR 2525/24)

WM unter Wasser: Zehntausende Fans in Philadelphia müssen Stadionplätze verlassen

Blitze in der Nähe des Stadions, klatschnasse Fans und eine lange Unterbrechung: Ein Unwetter in Philadelphia hat den Zuschauern des WM-Spiels zwischen Frankreich und dem Irak einiges abverlangt. Zehntausende Fans mussten am Montagabend ihre Plätze verlassen und in geschützten Stadion-Bereichen Unterschlupf suchen. Erst nach mehr als zwei Stunden wurde die zur Halbzeit unterbrochene Partie fortgesetzt. Die Vorsichtsmaßnahme stieß bei einigen Fans auf Unverständnis.

Textgröße ändern: