The National Times - Angreifer erschießt sechs Menschen in Kiew - Ermittler prüfen terroristisches Motiv

Angreifer erschießt sechs Menschen in Kiew - Ermittler prüfen terroristisches Motiv


Angreifer erschießt sechs Menschen in Kiew -  Ermittler prüfen terroristisches Motiv
Angreifer erschießt sechs Menschen in Kiew - Ermittler prüfen terroristisches Motiv / Foto: © AFP

Er feuerte auf der Straße auf Passanten und nahm dann in einem Supermarkt Geiseln: In einem Wohnviertel der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat ein Angreifer sechs Menschen getötet. Weitere 14 Menschen wurden bei der Gewalttat am Samstag verletzt, wie Präsident Wolodymyr Selenskyj mitteilte. Der Täter wurde schließlich von Sondereinsatzkräften der Polizei erschossen. Die Hintergründe des Verbrechens waren zunächst unklar.

Textgröße ändern:

Die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft erklärte jedoch, dass sie möglichen terroristischen Motiven des Täters nachgehe. Der Mann war nach Angaben der Ermittler 1968 in Moskau geboren worden und somit Ende 40.

Die Sprecherin des ukrainischen Innenministeriums, Mariana Reva, teilte über den Täter mit, dass es "bislang keine Bestätigung dafür gibt, dass er die russische Staatsbürgerschaft hatte". Die Ukraine steckt seit mittlerweile mehr als vier Jahren in ihrem Abwehrkampf gegen den russischen Angriffskrieg.

Selenskyj erklärte, "alle Umstände" der Gewalttat würden nun ermittelt. Er forderte eine "rasche Untersuchung". Den Hinterbliebenen der Opfer sprach der Präsident sein Beileid aus.

Nach Angaben Selenskyjs hatte der Täter zunächst auf der Straße vier Menschen erschossen, bevor er in den Supermarkt eindrang und dort die Geiseln nahm. Bei ihrem Zugriff konnten die Spezialkräfte vier der Geiseln befreien, wie der Präsident in Onlinenetzwerken mitteilte. Eine der Geiseln sei jedoch von dem Täter erschossen worden. Eine weitere Frau sei im Krankenhaus ihren Verletzungen erlegen.

Der ukrainische Innenminister Ihor Klymenko erklärte, das Verhalten des Mannes auf der Straße sei "chaotisch" gewesen. Der Täter habe dann später auch auf die Polizisten gefeuert, die zunächst versucht hätten, ihn lebend zu fassen. Die Sicherheitskräfte hätten etwa 40 Minuten lang versucht, den Mann dazu zu bewegen, aufzugeben und seine Geiseln freizulassen.

Die Polizisten hätten den Täter auch dazu bringen wollen, die Versorgung eines mutmaßlich blutenden Menschen in dem Geschäft zuzulassen - "aber er hat nicht geantwortet". Deshalb sei schließlich der Befehl erteilt worden, "ihn zu eliminieren", teilte Klymenko mit.

Generalstaatsanwalt Ruslan Krawtschenko erklärte, der Täter habe nach ersten Erkenntnissen eine Schnellfeuerwaffe benutzt. Auch sei ein Feuer in der Wohnung ausgebrochen, in welcher der Täter gemeldet gewesen sei. Die Wohnung liegt den Angaben zufolge in der Nähe des Supermarkts.

Ein der Mitteilung der Generalstaatsanwaltschaft angehängtes Foto zeigt einen in einem Geschäft liegenden Körper, der von Blut bedeckt ist. Nahe den Füßen liegt eine Schusswaffe. Eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP sah Blutflecken auf der gläsernen Eingangstür des von der Polizei abgeriegelten Supermarkts und eine Einschussstelle in einer Scheibe.

Die Nachrichtenagentur Unian veröffentlichte Aufnahmen eines Mannes, der nahe eines Wohnblocks aus nächster Nähe auf einen Menschen schießt. AFP konnte die Aufnahmen zunächst nicht verifizieren.

Eine Angestellte des Supermarkts mit dem Vornamen Tetjana sagte AFP, sie habe Geräusche aus dem Inneren des Ladens gehört, die sich wie das Knallen von Champagnerkorken oder platzende Luftballons angehört hätten. "Dann haben die Kunden angefangen zu schreien: 'Rennt'!". Sie hätten sich dann hinter den Kühlschränken versteckt, berichtete Tetjana mit zitternder Stimme.

Ein Nachbar des Angreifers sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe Rauch aus der Wohnung des Mannes kommen sehen und sofort die Feuerwehr alarmiert. "Wir waren fünf Minuten früher nach Hause gekommen. Es ist ein Wunder, dass wir ihm nicht in die Arme gelaufen sind." Eine andere Nachbarin sagte, der Mann habe "seit zehn Jahren" in der Wohnung gelebt und nur sehr wenig gesprochen.

T.Bailey--TNT

Empfohlen

Reporter von CNN, MS NOW und Politico weiter ohne Zugang zum Weißen Haus

Journalisten der US-Sender CNN und MS NOW und der Plattform Politico haben weiter keinen Zugang zum Weißen Haus - obwohl ein US-Bundesgericht das von Präsident Donald Trump verhängte Hausverbot vorerst aufgehoben hat. Die Medien erklärten, ihren Reportern sei am Donnerstag der Eintritt ins Weiße Haus verweigert worden. Die Journalisten wollten über den Staatsbesuch von Chinas Präsident Xi Jinping berichten.

Heftiger Streit um Erbe von Dolly Parton kurz nach ihrem Tod

Knapp einen Monat nach dem Tod von Country-Legende Dolly Parton ist zwischen ihrem langjährigen Manager und ihrem Neffen ein heftiger Streit um das millionenschwere Erbe ausgebrochen. Eine Richterin erließ am Mittwoch (Ortszeit) auf Antrag von Partons langjährigem Manager und Nachlassverwalter eine einstweilige Verfügung gegen Partons Neffen Bryan Seaver. Vorangegangen waren laut Gerichtsunterlagen Drohungen des Neffen.

13-Jähriger in Hamburg als mutmaßlicher Auftragsmörder festgenommen

In Hamburg hat die Polizei einen 13 Jahre alten Jungen als mutmaßlichen Auftragsmörder festgenommen. Auf Grundlage bisheriger Ermittlungen geht die Staatsanwaltschaft davon aus, "dass das Kind zuvor den Auftrag erhalten hatte", jemanden in Hamburg zu töten, wie eine Sprecherin der Behörde am Donnerstag mitteilte. Der aus den Niederlanden stammende Junge wurde demnach schon im Juni im Stadtteil St. Pauli festgenommen.

JVA Gablingen: Landgericht Augsburg lässt Anklage wegen Gefangenenmisshandlung zu

Im Fall der mutmaßlichen Misshandlung von Gefangenen in der bayerischen Justizvollzugsanstalt (JVA) Augsburg-Gablingen hat das Landgericht Augsburg die Anklage der Staatsanwaltschaft unverändert zur Hauptverhandlung zugelassen. Ein Termin für den Prozessbeginn stehe noch nicht fest, der Vorsitzende Richter stimme den Zeitplan mit den Verfahrensbeteiligten ab, teilte das Gericht am Donnerstag mit. Angeklagt sind die ehemalige Leiterin und die ehemalige stellvertretende Leiterin des Gefängnisses sowie elf Mitglieder der sogenannten Sicherungsgruppe.

Textgröße ändern: