The National Times - Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy steht in Libyen-Affäre wieder vor Gericht

Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy steht in Libyen-Affäre wieder vor Gericht


Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy steht in Libyen-Affäre wieder vor Gericht
Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy steht in Libyen-Affäre wieder vor Gericht / Foto: © AFP/Archiv

Der in zahlreiche Justizaffären verwickelte französische Ex-Präsident Nicolas Sarkozy steht erneut vor Gericht: Der 71-Jährige erschien am Montag persönlich zum Auftakt des Berufungsverfahrens, in dem es um Wahlkampfgelder aus Libyen geht. Bei seiner Ankunft schüttelte er mehreren Anwälten und Gendarmen die Hand. In erster Instanz war Sarkozy in einem international beachteten Verfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Sein Gefängnisaufenthalt Ende 2025 dauerte drei Wochen, bis er eine Straferleichterung erreichte.

Textgröße ändern:

Die Richter der ersten Instanz sahen es als erwiesen an, dass Sarkozys Mitarbeiter in seinem Auftrag mit der libyschen Staatsführung verhandelten, um Geld für seinen Präsidentschaftswahlkampf 2007 zu erhalten. Den Vorwurf der Korruption ließen sie jedoch fallen. Es sei eindeutig, dass Geld aus Libyen geflossen sei, aber es sei nicht nachweisbar, ob und wie viel davon für Sarkozys Wahlkampf verwendet worden sei.

Sarkozy ist bereits in zwei anderen Fällen rechtskräftig verurteilt worden. Von Februar bis Mai 2025 trug er eine elektronische Fußfessel, weil er in einer Affäre um versuchte Richterbestechung zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt worden war. Wer in Frankreich zu kurzen Haftstrafen verurteilt wird, kann diese üblicherweise durch das Tragen einer elektronischen Fußfessel verbüßen. Der 71-Jährige hatte zudem erfolgreich eine Verkürzung beantragt.

Im November 2025 wurde Sarkozy wegen überzogener Wahlkampfkosten erneut zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt. Davon soll er sechs Monate durch das Tragen einer elektronischen Fußfessel ableisten. Ein Termin dafür steht noch aus.

Das Verfahren um Wahlkampfgelder aus Libyen ist möglicherweise das folgenschwerste für den Ex-Präsidenten. Die Gerichtsverhandlung soll bis Anfang Juni dauern. Mit einem Urteil wird erst später gerechnet.

Sarkozy gilt trotz seiner Justizaffären vielen Rechtskonservativen als graue Eminenz, dessen Stimme in Frankreich noch immer Gewicht hat. In seinem Buch über seine dreiwöchige Haft stilisierte er sich zum unschuldig Verfolgten und scheute selbst vor Vergleichen mit dem jüdischen Offizier Alfred Dreyfus nicht zurück. Auch behauptete er öffentlich, die Richter hätten ihn aus "Hass" verurteilt.

Sarkozy mischt sich immer noch in politische Debatten ein, etwa indem er seinen Parteigenossen, den Republikanern, empfiehlt, den Schulterschluss mit den Rechtspopulisten zu suchen. Bei den derzeit laufenden Kommunalwahlen ist sein jüngster Sohn Louis Sarkozy in der südfranzösischen Stadt Menton als unabhängiger Kandidat angetreten und auf Platz drei gekommen.

A.M.Murray--TNT

Empfohlen

Starbucks will in Nordamerika zahlreiche Filialen schließen

Die US-Kette Starbucks will in Nordamerika zahlreiche Filialen schließen. Das Unternehmen habe ihr "Café-Portfolio in Nordamerika sorgfältig geprüft", hieß es am Donnerstag auf der Unternehmenswebseite in einer Mitteilung an die Mitarbeiter. Begründet wurde der Schritt unter anderem mit fehlenden Umsätzen. Daher sei beschlossen worden, "bis Ende der Woche etwa 250 Cafés" zu schließen. Das ist rund ein Prozent der mehr als 18.000 Cafés in Nordamerika.

Gericht in Kroatien genehmigt Auslieferung von ukrainischem Nord-Stream-Verdächtigen

Ein Gericht in Kroatien hat die Auslieferung eines Ukrainers genehmigt, dem in Deutschland eine Beteiligung an den Anschlägen auf die Nord-Stream-Gasleitungen in der Ostsee vorgeworfen wird. Wie der Anwalt von Wolodymyr Z., Ljubo Pavasovic Viskovic, am Donnerstag mitteilte, erging der Gerichtsbeschluss bereits am 18. September. Der Anwalt kündigte an, Berufung gegen die Entscheidung des Gerichts der Adriastadt Pula einzulegen.

CNN, MS NOW und Politico wieder zum Weißen Haus zugelassen

Journalisten von CNN, MS NOW und der Plattform Politico haben wieder Zugang zum Weißen Haus: Die beiden US-Sender teilten am Donnerstag mit, ihre Reporter seien wieder hineingelassen worden. Das Weiße Haus erklärte, dies gelte auch für die Plattform Politico, die zum Springer-Konzern gehört.

Weißes Haus ignoriert Gerichtsanordnung und hält Hausverbot für Medien aufrecht

Trotz einer anderslautenden Gerichtsentscheidung hat das Weiße Haus Journalisten der US-Sender CNN und MS NOW sowie der Plattform Politico weiterhin den Zugang verweigert. Die Medien erklärten, ihren Reportern sei am Donnerstag der Eintritt verwehrt worden, als sie über den Staatsbesuch von Chinas Präsident Xi Jinping berichten wollten. Sie beantragten daraufhin eine Eilanhörung vor Gericht. US-Präsident Donald Trump hatte den drei Medien "Falschinformationen" vorgeworfen und ein Hausverbot verhängt.

Textgröße ändern: