The National Times - Bahn-Sicherheit: Ministerpräsident Schweitzer fordert Deutschlandticket mit Foto

Bahn-Sicherheit: Ministerpräsident Schweitzer fordert Deutschlandticket mit Foto


Bahn-Sicherheit: Ministerpräsident Schweitzer fordert Deutschlandticket mit Foto
Bahn-Sicherheit: Ministerpräsident Schweitzer fordert Deutschlandticket mit Foto / Foto: © AFP

In der Debatte um bessere Sicherheitsmaßnahmen infolge des tödlichen Angriffs auf einen Zugbegleiter hat der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) ein bundeseinheitliches Deutschlandticket mit Foto gefordert. "Wir haben ganz viele Deutschlandtickets, die unterschiedlich aussehen", sagte Schweitzer am Sonntag im "Bericht aus Berlin" der ARD. Oft müssten Zugbegleiter deshalb nach einem Ausweis der Reisenden fragen, wodurch es zu "eskalierenden Momenten" komme. Ein einheitliches Deutschlandticket mit Foto könne diese Problematik lösen.

Textgröße ändern:

Anfang Februar war ein 36-jähriger Zugbegleiter von einem Schwarzfahrer in Rheinland-Pfalz lebensbedrohlich verletzt worden, er starb später im Krankenhaus. Die Tat hatte bundesweit Entsetzen ausgelöst. Bahn-Chefin Evelyn Palla berief einen Bahn-Sicherheitsgipfel mit Vertretern der Bundesregierung, der Länder, der Sicherheitsbehörden sowie der Bahn-Gewerkschaften ein. Sie einigten sich auf einen Sieben-Punkte-Plan, mit dem die Sicherheit für Reisende und das Bahn-Personal verbessert werden soll.

Demnach sollen alle Bahn-Beschäftigten mit Kundenkontakt im Regional- und Fernverkehr sowie an den Bahnhöfen mit Bodycams ausgestattet werden. Zusätzlich zu den bisher rund 4000 Bahn-Sicherheitskräften sollen 200 weitere Mitarbeiter bei DB Sicherheit eingestellt werden. Für alle Mitarbeitenden im Kundenbetrieb soll es einen Notfallknopf geben. Alle Beschäftigten sollen zudem Deeskalationstrainings bekommen.

Als weitere entscheidende Maßnahme zur Deeskalation soll ab dem 1. März in den Regionalbahnen die verpflichtende Ausweiskontrolle im Rahmen der Ticketkontrolle entfallen. "Denn wir wissen, dass insbesondere aus dieser Ausweiskontrolle ein hohes Eskalationspotenzial resultiert", sagte die Bahn-Chefin. Eine Ausweiskontrolle liege dann im Ermessen des prüfenden Mitarbeiters.

Um jedoch Betrugsfälle bei ausbleibender Ausweiskontrolle zu verhindern, schlug Ministerpräsident Schweitzer die Einführung eines neuen, einheitlichen und mit Foto ausgestatteten Deutschlandtickets vor.

Zudem sei eine Bild- und Tonaufzeichnung durch Bodycams an Bahnmitarbeitenden unerlässlich, sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident: "Wenn wir den maximalen Schutz wollen, muss ein Bild genauso wie ein Ton dabei sein." Dies schrecke ab, "was Aggressivität angeht, und ist zur Beweisführung im Nachgang viel, viel hilfreicher".

P.Sinclair--TNT

Empfohlen

Gewaltsamer Tod eines Rechtsextremen in Lyon schürt Befürchtungen vor Racheakten

Der gewaltsame Tod eines jungen Rechtsextremen in der französischen Stadt Lyon hat Befürchtungen vor möglichen Racheakten geschürt. Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron rief am Samstag zu "Ruhe, Zurückhaltung und Respekt" auf. In Frankreich könne "keine Ideologie jemals rechtfertigen, dass man tötet", schrieb der Präsident im Kurzbotschaftendienst X. Justizminister Gerald Darmanin beschuldigte am Sonntag die "extreme Linke", für die Tat verantwortlich zu sein.

Schlitten mit Auto gezogen: Elfjähriger stirbt

Ein auf seinem Schlitten von einem Auto gezogener elf Jahre alter Junge ist in Mecklenburg-Vorpommern tödlich verunglückt. Das Kind sei am Sonntag in der Nähe von Kuchelmiß mit zwei weiteren Kindern auf dem selbstgebastelten Schlitten von dem Auto gezogen worden, teilte die Polizei in Rostock mit.

Zahl der Toten nach Hausbrand in Berlin auf drei gestiegen

Nach dem Brand in einem Hochhaus in Berlin hat sich die Zahl der Toten auf drei erhöht. Die 26 Jahre alte Mutter eines bei dem Feuer ums Leben gekommenen Säuglings sei im Krankenhaus an ihren schweren Verletzungen gestorben, teilte die Polizei am Sonntag mit. Bereits am Freitag sei zudem ihr bei dem Brand lebensgefährlich verletzter, fünf Jahre alter Sohn gestorben.

Zwei Jahre nach Tod Nawalnys: Europäische Analysen bringen Nachweis für Vergiftung

Zwei Jahre nach dem Tod des russischen Oppositionspolitikers Alexej Nawalny in einem sibirischen Straflager haben europäische Laboranalysen Nachweise für eine Vergiftung des 47-Jährigen erbracht: Bei Untersuchungen von Gewebeproben von Nawalnys Körper seien eindeutig Giftspuren gefunden worden, erklärten Deutschland und vier weitere Staaten am Samstag. Damit sei die Ermordung ihres Mannes nun "wissenschaftlich bewiesen", sagte Nawalnys Witwe Julia bei der Münchner Sicherheitskonferenz, wo sie bereits unmittelbar nach dem Tod ihres Mannes vor zwei Jahren die Weltöffentlichkeit mit ihrem Auftritt bewegt hatte.

Textgröße ändern: