The National Times - Führerschein soll durch Online-Theoriestunden und Fahren mit Eltern günstiger werden

Führerschein soll durch Online-Theoriestunden und Fahren mit Eltern günstiger werden


Führerschein soll durch Online-Theoriestunden und Fahren mit Eltern günstiger werden

Weniger Sonderfahrten, Online-Theorieunterricht und die Möglichkeit privater Übungsfahrten: Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) will den Erwerb eines Führerscheins günstiger machen. "Der Führerschein ist in Deutschland einfach zu teuer", sagte Schnieder am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung von mit Ländervertretern überarbeiteten Eckpunkten zur Führerscheinreform. Der TÜV-Verband kritisierte die Reformpläne und erklärte, "eine 'Fahrprüfung light' darf es nicht geben".

Textgröße ändern:

Geplant sei etwa die Erprobung der sogenannten "Laienausbildung", bei der Fahrschülerinnen und -schüler mit Nahestehenden im Auto Fahrpraxis erwerben können, sagte Schnieder. Dafür solle zunächst eine auf fünf Jahre befristete "Experimentierklausel" eingeführt werden, mit der die Bundesländer diese Möglichkeit ausprobieren können.

Die Kosten für den Führerschein waren laut Statistischem Bundesamt von 2021 bis 2024 überdurchschnittlich stark gestiegen - jeweils stärker als die Verbraucherpreise insgesamt. Schnieder verwies auf das Beispiel Luxemburg: Dort koste der Führerschein im Schnitt 1500 Euro, in Deutschland seien es durchschnittlich 3400 Euro.

In Luxemburg und Österreich gebe es bereits eine Laienausbildung, sagte Schnieder. Nach erfolgreicher Theorieprüfung, sechs praktischen Fahrstunden und einer theoretischen Einweisung mit der Begleitperson sollen die Fahrschüler den Plänen zufolge 1000 Kilometer Fahrpraxis in Begleitung in einem gekennzeichneten Auto sammeln.

Danach werden weitere Fahrschullektionen fällig, darunter die Sonderfahrten. "Wir haben im Moment zwölf Sonderfahrten, europarechtlich vorgeschrieben ist überhaupt keine", sagte Schnieder. Diese speziellen Fahrstunden sollen daher für den Pkw-Führerschein auf drei reduziert werden - je eine auf der Autobahn, über Land- und Bundesstraßen und bei Dunkelheit.

Die Eckpunkte sehen unter anderem auch vor, dass die Vorbereitung auf die Theorieprüfung komplett online, etwa per App, erfolgen kann. Auch "wollen wir den Fragenkatalog für die Theorieprüfung entrümpeln", sagte Schnieder. Die Zahl der Fragen solle um ein Drittel auf etwa 840 reduziert werden.

Die Fahrschulen wären weiterhin verpflichtet, nach den EU-Regeln vorgegebenes Wissen zu vermitteln, fuhr Schneider fort. Er unterstrich zur geplanten Reform: "Keiner unserer Vorschläge geht zulasten der Verkehrssicherheit - das ist und bleibt die rote Linie."

Den Eckpunkten zufolge soll die praktische Fahrprüfung überdies künftig nur noch 40 Minuten dauern, die Fahrtzeit dabei 25 Minuten. Derzeit sind es 55 Minuten mit einer Fahrtzeit von 30 Minuten.

Der TÜV-Verband bezeichnete die überarbeiteten Pläne als "unausgewogen" und kritisierte "pauschale Kürzungen des Fragenkatalogs und der Prüfungszeiten". Mit einer "Fahrprüfung light" würden "Erfolge bei der Verkehrssicherheit der letzten Jahrzehnte zunichte" gemacht, erklärte TÜV-Experte Richard Goebelt.

Der Verband hatte die Einführung verpflichtender Lernstandskontrollen vorgeschlagen. Diese seien "ein einfaches Instrument, um die Durchfallquoten in der Theorie zu senken", erklärte Goebelt. "Weniger Wiederholungsprüfungen sind das wirksamste Instrument, wenn man echte Kostenreduzierungen erreichen möchte."

Die Zahl der Fahrprüfungen in Deutschland erreichte laut TÜV-Verband 2025 ein neues Allzeithoch. Jedoch seien die seit Jahren immer neuen Rekordzahlen bei den Prüfungen "geprägt durch die Wiederholungsprüfungen", sagte Goebelt.

Auf eine Einschätzung, wieviel Geld sich mit den Reformplänen bei den Führerscheinkosten sparen ließe, wollte sich Schnieder am Mittwoch nicht festlegen. Es werde nicht sofort ein "neues Preisschild" am Führerschein stehen. Wer einen Führerschein machen wolle, solle nicht abwarten, sondern loslegen, sagte Schnieder daher.

Fahrschulen hatten einen massiven Einbruch der Anmeldezahlen zum Führerschein beklagt, nachdem Schnieder die Reform im vergangenen Herbst angekündigt hatte. SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese kritisierte am Mittwoch Verzögerungen: Schnieder habe hier "sehr viel Zeit ins Land streichen lassen", dies habe zu einer "erheblichen Verunsicherung" geführt.

Der Linkspartei gingen Schnieders Pläne unterdessen nicht weit genug. "Die theoretische Fahrausbildung gehört als reguläres Angebot an die Schulen", bekräftigte Parteichefin Ines Schwerdtner. Damit würde die "Bezahlbarkeit des Führerscheins spürbar und sofort" verbessert.

W.Baxter--TNT

Empfohlen

Epsteins Mädchen-Jäger: Franzose Daniel Siad sah sich als "Fischer"

Offiziell arbeitete er als Headhunter für Models, doch zahlreiche Dokumente in den Epstein-Akten schreiben dem Franzosen Daniel Siad die Rolle eines Mädchenjägers für den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu. Das schwedische ehemalige Model Ebba Karlsson erstattete am Dienstag in Frankreich Anzeige wegen Vergewaltigung und Menschenhandels gegen Siad. Sie sei im Alter von 20 Jahren in Südfrankreich festgehalten worden, erklärte sie nach Angaben aus Ermittlerkreisen.

Tote Frau und schwer verletzter Mann in thüringischem Heiligenstadt gefunden

In Heiligenstadt in Thüringen sind eine tote Frau und ein lebensbedrohlich verletzter Mann gefunden worden. Nach Angaben der Polizei in Nordhausen wurde am Mittwochmorgen erst der Mann gefunden, der offenbar Opfer einer Gewalttat wurde. In dem Zusammenhang ermittelt die Polizei wegen versuchter Tötung. Sie fahndete nach der Lebensgefährtin des 39-Jährigen.

Frau auf offener Straße erschossen: Mann in Baden-Württemberg in Untersuchungshaft

Nach der Tötung seiner Frau auf offener Straße ist ein Mann in Baden-Württemberg in Untersuchungshaft genommen worden. Dies teilten die Polizei in Aalen und die Staatsanwaltschaft Ellwangen am Mittwoch mit. Der 37-Jährige soll hinter einem Haus in Schrozberg mehrere Schüsse auf die 38-Jährige abgegeben haben. Nach der Tat am Dienstagvormittag wurde er noch vor Ort festgenommen.

US-Medien: Vorübergehende Festnahme im Fall von entführter Mutter von Promi-Moderatorin

Ein im Fall der entführten Mutter von US-Starmoderatorin Savannah Guthrie festgenommener Mensch ist US-Medienberichten zufolge wieder freigekommen. Nach der Durchsuchung eines mit der verdächtigen Person in Verbindung stehenden Orts sei diese freigelassen worden, berichteten der Sender ABC und die "New York Times" am Mittwoch unter Berufung auf Ermittlerkreise. Mehrere US-Medien hatten zuvor über die Festnahme berichtet.

Textgröße ändern: