The National Times - Rechtsstreit um Waffenbesitz: Erfolg für AfD-Mitglieder in Thüringen

Rechtsstreit um Waffenbesitz: Erfolg für AfD-Mitglieder in Thüringen


Rechtsstreit um Waffenbesitz: Erfolg für AfD-Mitglieder in Thüringen
Rechtsstreit um Waffenbesitz: Erfolg für AfD-Mitglieder in Thüringen / Foto: © AFP/Archiv

In Thüringen haben sich vier AfD-Mitglieder in einem Rechtsstreit um die Erlaubnis zum Waffenbesitz gegen Behörden durchgesetzt. Das Verwaltungsgericht Gera gab ihren Klagen gegen den Widerruf von waffenrechtlichen Genehmigungen beziehungsweise deren Verweigerung statt. Das Gericht kam eigenen Angaben zufolge zu dem Schluss, dass die Voraussetzungen für die Annahme einer gegen die verfassungsmäßige Ordnung gerichteten "kämpferisch-aggressiven Haltung" beim thüringischen Landesverband der AfD nicht mit der erforderlichen Sicherheit feststünden. Dies sei jedoch Voraussetzung für pauschalen Waffenentzug wegen der Zugehörigkeit zu einer Partei.

Textgröße ändern:

Das Verwaltungsgericht entschied dabei ausschließlich mit Blick auf waffenrechtliche Erwägungen, wie es selbst betonte. Die Frage, ob der vom Thüringer Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextremistisch eingestufte AfD-Landesverband in seiner Gesamtheit verfassungswidrige Positionen vertrete, habe in den Verfahren dagegen "keiner Entscheidung" bedurft. (Az. 1 K 443/24 Ge, 1 K 1085/24 Ge, 1 K 1086/24 Ge und 1 E 2805/25 Ge)

Laut Gericht sieht das Waffenrecht hohe Hürden für den Fall vor, dass die Behörden Mitgliedern einer nicht verbotenen Partei allein wegen deren Zugehörigkeit pauschal die waffenrechtliche Zuverlässigkeit absprechen wollen. Voraussetzung sei, dass die Partei "den Übergang zu Aggression oder Rechtsbruch" bereits erreicht habe und ihr somit eine "kämpferisch-aggressive Haltung" attestiert werde könne, erklärte es.

Nach Auffassung des Gerichts ist dies bei der Thüringer AfD bislang jedoch nicht in ausreichender Weise belegbar. Das Gericht verwies am Dienstag in diesem Zusammenhang auf einen vom Landesverfassungsschutz erstellten Vermerk mit 37 Äußerungen von AfD-Funktionären. Er vermittle aus waffenrechtlicher Sicht "kein hinreichend aussagekräftiges Bild", auf das eine Verweigerung des Waffenbesitzes für Mitglieder gestützt werden könne.

Ein Waffenverbot für Mitglieder einer Partei sei generell aber auch ohne Feststellung der Verfassungswidrigkeit prinzipiell möglich, betonte das Gericht. Das ergebe sich "aus den Bedeutung der durch das Waffenrecht geschützten Rechtsgüter" - konkret dem verfassungsrechtlich garantierten Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Entscheidungen sind demnach noch nicht rechtskräftig. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung ließ das Gericht die Berufung zum Thüringer Oberverwaltungsgericht in Weimar zu.

Konkret richteten sich die Klagen der vier AfD-Mitglieder demnach gegen nicht genannte Landkreise und eine nicht genannte kreisfreie Stadt. In drei Fällen widerriefen deren Fachbehörden waffenrechtliche Erlaubnisse, in einem Fall lehnten sie eine Erteilung ab. Wesentliche Begründung war nach Gerichtsangaben in allen Fällen die Zugehörigkeit der Betroffenen zur AfD. Dagegen gingen diese vor dem Verwaltungsgericht in drei Klageverfahren und einem Verfahren um vorläufigen Rechtsschutz vor.

C.Stevenson--TNT

Empfohlen

Deutschland schiebt 25 straffällig gewordene Afghanen ab

Die Bundesregierung hat 25 straffällig gewordene Afghanen in ihr Heimatland abgeschoben. Die ausreisepflichtigen Männer seien in der Nacht zu Dienstag in einem Charterflug nach Afghanistan gebracht worden, teilte die hessische Landesregierung am Dienstag mit. In Deutschland seien die Männer unter anderem wegen Totschlags, Vergewaltigung, schwerer Körperverletzung und Drogendelikten verurteilt worden.

Über 300.000 Tabletten in Mietwagen: Zollbeamte nehmen Drogenschmuggler fest

Zollbeamte haben in Schleswig-Holstein einen mutmaßlichen Drogenschmuggler mit hunderttausenden Beruhigungstabletten im Gepäck festgenommen. Er soll in einem Mietauto mehr als 300.000 Tabletten mit den Wirkstoffen Clonazepam und Alprazolam transportiert haben, wie das Hauptzollamt Kiel am Dienstag mitteilte. Beide Stoffe wirken beruhigend und krampflösend. Der Mietwagen mit kroatischem Kennzeichen wurde am Donnerstag auf einem Parkplatz an der Autobahn 1 kontrolliert.

Vier Festnahmen bei Durchsuchungen gegen mutmaßliche Schleuser in Hessen

Bei Durchsuchungen gegen mutmaßliche Schleuser in Hessen haben Ermittler vier Verdächtige festgenommen. Sie sollen illegale Prostitution ermöglicht oder Menschen von Brasilien nach Deutschland geschleust haben, wie die Bundespolizeiinspektion Kriminalitätsbekämpfung Frankfurt am Main am Dienstag mitteilte. Im Fokus der Ermittlungen stehen Verdächtige, die den nach Deutschland Geschleusten Wohnungen für die Prostitution zur Verfügung gestellt haben sollen.

Zwei Tote und ein schwerverletzter Mensch nach Schüssen in Haus in Sachsen

Bei einem Einsatz infolge möglicher Schüsse ist die Polizei in einem Mehrfamilienhaus in Neustadt in Sachsen auf zwei tote und einen schwerverletzten Menschen gestoßen. Wie die Beamten in Dresden mitteilten, gingen am Dienstagmittag Notrufe wegen Schüssen in dem Haus ein. Vor Ort stießen Einsatzkräfte auf die beiden Leichen und den schwerverletzten Menschen.

Textgröße ändern: