The National Times - Brand in Crans-Montana: Ermittlungen gegen zwei Sicherheitsverantwortliche der Gemeinde

Brand in Crans-Montana: Ermittlungen gegen zwei Sicherheitsverantwortliche der Gemeinde


Brand in Crans-Montana: Ermittlungen gegen zwei Sicherheitsverantwortliche der Gemeinde
Brand in Crans-Montana: Ermittlungen gegen zwei Sicherheitsverantwortliche der Gemeinde / Foto: © AFP

Vier Wochen nach der Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana rücken jetzt auch die örtlichen Behörden in den Fokus der Justiz: Ermittelt wird gegen den früheren sowie den derzeitigen Sicherheitsverantwortlichen der Gemeinde, wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus informierten Kreisen erfuhr. Bereits wenige Tage nach dem Brand mit 40 Todesopfern hatte die Gemeinde eingeräumt, dass in der betroffenen Bar seit Jahren keine Brandschutzkontrollen mehr stattgefunden hatten, obwohl jährliche Sicherheitschecks vorgeschrieben sind.

Textgröße ändern:

Der derzeitige Sicherheitsverantwortliche von Crans-Montana soll am 6. Februar als Beschuldigter vernommen werden, wie AFP verfuhr. Sein Vorgänger soll nach den Worten seines Anwalts drei Tage später befragt werden. Die Staatsanwaltschaft lehnte eine Stellungnahme am Donnerstag ab.

Damit weiten sich die Ermittlungen aus - bisher war nur gegen die beiden Betreiber der Bar ermittelt worden. Bei dem Feuer in der Bar "Le Constellation" waren in der Silvesternacht 40 Menschen ums Leben gekommen, die Hälfte davon Minderjährige. 116 weitere junge Menschen wurden verletzt, viele davon erlitten schwerste Verbrennungen.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der Brand durch an Flaschen befestigte Feuerwerksfontänen ausgelöst wurde, die zu nahe an die mit Schaumstoff verkleidete Decke gehalten wurden. Gegen die französischen Barbetreiber wird wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Brandstiftung ermittelt. Auch sie sollen im Februar erneut vernommen werden.

Die Entscheidung der Schweizer Justiz, den Barbetreiber Jacques Moretti nach zwei Wochen gegen Kaution aus der Untersuchungshaft zu entlassen, hatte zuletzt diplomatische Spannungen mit Italien ausgelöst - unter den Todesopfern waren auch sechs italienische Jugendliche. Italien rief seinen Botschafter in der Schweiz zu Beratungen zurück. Er soll erst nach Bern zurückkehren, wenn ein gemeinsames schweizerisch-italienisches Ermittlerteam zu dem Unglück eingerichtet wird.

Bei den Ermittlungen geht es um die genauen Umstände des Brandes, die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften durch die Barbetreiber sowie eine mögliche Mitverantwortung der örtlichen Behörden. Die Staatsanwaltschaft lehnte in dieser Woche einen Antrag der Gemeinde Crans-Montana ab, in einem künftigen Strafverfahren als Nebenklägerin zugelassen zu werden.

Genau einen Monat nach der Brandkatastrophe findet in Crans-Montana am Sonntag ein Abfahrtsrennen des alpinen Ski-Weltcups statt. Zum Gedenken an die Opfer des Brandes sollen kurz zuvor die Kirchenglocken läuten. Auf Sponsorenwerbung beim Weltcup wird aus Pietätsgründen verzichtet. Bereits am Mittwoch hielten Mitglieder des italienischen Skiteams eine Schweigeminute am Unglücksort ab.

T.Allen--TNT

Empfohlen

So viel Jägernachwuchs wie noch nie: Mehr als 18.000 Jungjäger bestehen Prüfung

In Deutschland gibt es so viel Jägernachwuchs wie noch nie. Im vergangenen Jahr bestanden 18.423 Frauen und Männer die Prüfung, das ist ein Rekordwert, wie der Deutsche Jagdverband (DJV) am Freitag beim Bundesjägertag in Suhl mitteilte. Damit stieg die Zahl der bestandenen Jagdprüfungen in den vergangenen 20 Jahren um mehr als das Doppelte. Die Durchfallerquote ist allerdings ebenfalls hoch.

Krankenhausbrand in Mecklenburg-Vorpommern: Technische Ursache ausgeschlossen

Nach dem Brand in einem Krankenhaus in Ludwigslust in Mecklenburg-Vorpommern mit zwei Toten haben die Ermittler eine technische Ursache ausgeschlossen. Auch lägen keine Anhaltspunkte für eine vorsätzliche Brandstiftung vor, teilte die Polizei in Rostock am Freitag mit. Damit könnte das Feuer aus Unachtsamkeit, also nicht absichtlich ausgelöst worden sein.

Zahl der Todesopfer durch Erdbeben in Venezuela steigt auf mehr als 2500

Die Zahl der Todesopfer durch das verheerende Doppel-Erdbeben in Venezuela ist auf mehr als 2500 gestiegen. Es seien bisher 2595 Todesopfer gemeldet worden, sagte am Donnerstag (Ortszeit) Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez auf einer Pressekonferenz. Zudem seien 12.400 Menschen verletzt worden.

43-jähriger Mann acht Tage nach Erdbeben in Venezuela lebend aus Trümmern gerettet

Jubelnde Helfer und überglückliche Angehörige: Acht Tage nach dem verheerenden Doppel-Erdbeben in Venezuela haben Rettungskräfte einen Mann lebend aus den Trümmern geholt. Wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP berichtete, wurde der 43-jährige Hernán Gil am Donnerstag im stark zerstörten Ort Catia La Mar aus den Trümmern eines siebenstöckigen Gebäudes geborgen. Gils Ehefrau Gusbimar González sprach von einem "Wunder" und dankte den hunderten an dem Einsatz beteiligten Helfern.

Textgröße ändern: