The National Times - Neuer Prozess in Slowakei gegen mutmaßlichen Auftraggeber des Mords an Journalisten Kuciak

Neuer Prozess in Slowakei gegen mutmaßlichen Auftraggeber des Mords an Journalisten Kuciak


Neuer Prozess in Slowakei gegen mutmaßlichen Auftraggeber des Mords an Journalisten Kuciak
Neuer Prozess in Slowakei gegen mutmaßlichen Auftraggeber des Mords an Journalisten Kuciak / Foto: © AFP

Acht Jahre nach der Ermordung des Enthüllungsjournalisten Jan Kuciak hat in der Slowakei am Montag ein weiterer Prozess gegen den mutmaßlichen Auftraggeber des Verbrechens begonnen. Der Unternehmer Marian Kocner wurde zwar bereits zwei Mal von dem Vorwurf freigesprochen, den Mord in Auftrag gegeben zu haben. Doch hob das slowakische Oberste Gericht beide Freisprüche auf.

Textgröße ändern:

Der 27-jährige Kuciak und seine gleichaltrige Verlobte Martina Kusnirova waren 2018 zu Hause erschossen worden. Kuciak hatte zu Verbindungen zwischen der italienischen Mafia und slowakischen Politikern recherchiert und sich auch mit Kocners Geschäften befasst. Kocner stand mit hochrangigen Politikern in Verbindung.

Der Doppelmord hatte europaweit für Erschütterung gesorgt. In der Slowakei löste er eine Krise und die größten Demonstrationen seit dem Ende des Kommunismus aus und führte zum Rücktritt des damaligen Ministerpräsidenten Robert Fico, der jedoch seit 2023 wieder Regierungschef ist.

Der 62-jährige Kocner hatte in der Vergangenheit bestritten, den Mord an Kuciak beauftragt zu haben. "Ich bin kein Heiliger, aber ich bin auch kein Mörder", beteuerte er 2020 in einer Erklärung.

Für den neuen Prozess in der slowakischen Stadt Pezinok (Bösing) sind bislang 43 Verhandlungstage angesetzt. Kocners Anwalt Peter Kubina sagte der Nachrichtenagentur AFP im Vorfeld des Prozessauftakts, er erwarte nicht, dass sein Mandant seine Haltung ändere, "da er in der Vergangenheit wiederholt seine Unschuld beteuert hat".

Auch Kocners mutmaßliche Komplizin, die 51-jährige Alena Zsuzsova, muss sich erneut vor Gericht verantworten. Drei weitere Menschen waren bereits wegen des Mords verurteilt worden, darunter zwei Auftragsmörder, die jeweils Haftstrafen von 25 Jahren verbüßen.

Kocner und Zsuzsova waren 2020 beide freigesprochen worden, aber der Oberste Gerichtshof hob die Entscheidung wegen "mehrerer Fehler" im Verfahren auf. 2023 wurde Kocner erneut freigesprochen, während Zsuzsova zu 25 Jahren Haft verurteilt wurde. 2025 hob der Oberste Gerichtshof auch diese Urteile auf, da "nicht alle erforderlichen Beweise geprüft worden seien", und ordnete eine weitere Verhandlung des Falls an.

Kocner und Zsuzsova verbüßen derzeit beide bereits langjährige Haftstrafen wegen anderer Vergehen. Kocner war 2020 unter anderem wegen Urkundenfälschung zu 19 Jahren Haft verurteilt worden. Zsuzsova erhielt wegen der Beiteilung an einem Mord an einem Bürgermeister eine 21-jährige Haftstrafe.

E.Reid--TNT

Empfohlen

Neunjähriger verursacht in Bayern Unfall mit Traktor

Ein Neunjähriger hat in Bayern einen Unfall mit einem Traktor verursacht und dabei einen 67-Jährigen verletzt. Der Mann wurde in ein Krankenhaus gebracht, wie die Polizei in Würzburg am Freitag mitteilte. Demnach fuhr das Kind am Donnerstagnachmittag in Kleinostheim mit dem 67-Jährigen auf dem Kotflügel des Traktors auf einem Weg. Beim Abbiegen überfuhr der Junge mehrere Findlinge und prallte gegen ein Schild.

Bei Streit gestorbener 27-Jähriger in Hessen: Verletzter tatverdächtig

Nach der Tötung eines 27-Jährigen bei einem Streit im nordhessischen Calden ist ein bei der Tat verletzter 21-Jähriger in den Fokus der Ermittlungen gerückt. Er soll das Opfer tödlich verletzt haben, wie die Polizei in Kassel am Freitag mitteilte. Den Ermittlungen zufolge hatten sich beide Männer in der Nacht zum Donnerstag mit weiteren Menschen am Tatort getroffen, um einen Streit zu klären.

Paketbombe in Monaco: Interpol fahndet nach Ukrainerin

Nach der Explosion einer Paketbombe in Monaco, bei der ein aus der Ukraine stammender Geschäftsmann schwer verletzt wurde, fahndet Interpol nach einer Ukrainerin. Die 39-jährige Anastasija Beresowska werde in Monaco wegen versuchten Mordes, der Platzierung eines Sprengsatzes mit krimineller Absicht sowie Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung gesucht, erklärte die internationale Polizeiorganisation am Freitag in ihrem Fahndungsaufruf.

So viel Jägernachwuchs wie noch nie: Mehr als 18.000 Jungjäger bestehen Prüfung

In Deutschland gibt es so viel Jägernachwuchs wie noch nie. Im vergangenen Jahr bestanden 18.423 Frauen und Männer die Prüfung, das ist ein Rekordwert, wie der Deutsche Jagdverband (DJV) am Freitag beim Bundesjägertag in Suhl mitteilte. Damit stieg die Zahl der bestandenen Jagdprüfungen in den vergangenen 20 Jahren um mehr als das Doppelte. Die Durchfallerquote ist allerdings ebenfalls hoch.

Textgröße ändern: