The National Times - Hoher Millionenschaden durch Betrug: Anklage gegen mutmaßlichen Bandenkopf in Bayern

Hoher Millionenschaden durch Betrug: Anklage gegen mutmaßlichen Bandenkopf in Bayern


Hoher Millionenschaden durch Betrug: Anklage gegen mutmaßlichen Bandenkopf in Bayern
Hoher Millionenschaden durch Betrug: Anklage gegen mutmaßlichen Bandenkopf in Bayern / Foto: © AFP/Archiv

Ermittler aus Bayern haben Anklage gegen einen mutmaßlichen Kopf einer internationalen Betrügerbande erhoben. Dem 50-Jährigen wird bandenmäßiger Betrug in zwei Fällen vorgeworfen, wie die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Mittwoch mitteilte. Er soll weltweit einen belegten Schaden von mindestens 52 Millionen Euro verursacht haben. Hinzu kommt ein weltweiter Dunkelfeldschaden von 180 Millionen Euro. 29 Millionen Euro seien an ihn selbst geflossen.

Textgröße ändern:

Zwischen 2014 und 2022 soll er Teil eines Netzwerks gewesen sein, das in mehreren Ländern diverse Callcenter betrieb. Über die Callcenter wurde Anlagebetrug im großen Stil begangen. Die Opfer wurden dazu gebracht, Geld in vermeintlich lukrative Plattformen zu investieren. Häufig wurden die Opfer mit betrügerischer Werbung mit Prominenten angelockt.

Der 50-Jährige soll laut Anklage zwischen 2014 und 2019 ein Callcenter in der albanischen Hauptstadt Tirana mit 600 Mitarbeitern geleitet. Dieses Callcenter habe rund 180 Menschen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz um insgesamt acht Millionen Euro betrogen. Die Generalstaatsanwaltschaft geht von einem hohen Dunkelfeld aus. Aus beschlagnahmten Unterlagen gehe hervor, dass der Schaden allein zwischen 2018 und 2019 in Deutschland knapp zehn Millionen Euro hoch gewesen sei.

Zudem wirft die Anklage dem Mann vor, 2017 und 2018 IT-Spezialisten mit der Entwicklung einer Software für betrügerisches Cybertrading beauftragt zu haben. Auf Basis dieser Software seien fast 400 Betrugsplattformen betrieben worden. Darüber hinaus soll der 50-Jährige betrügerischen Callcentern bei der Errichtung von Scheinfirmen geholfen haben.

Dadurch habe er dazu beigetragen, dass rund 540 Menschen aus dem deutschsprachigen Raum einen Schaden von rund 44 Millionen Euro erlitten. Ein Opfer aus Österreich verlor binnen sieben Monaten allein auf einer gefälschten Investmentseite mehr als elf Millionen Euro. Auch bei diesem Tatkomplex geht die Anklage von einer hohen Dunkelziffer aus. Beschlagnahmte Unterlagen legen demnach einen weltweiten Schaden von mindestens 130 Millionen Euro zwischen 2019 und 2020 nahe.

Seit sechs Jahren wird gegen das Netzwerk bereits ermittelt. Im August 2023 wurde der heute 50-Jährige in Armenien festgenommen, 2024 lieferten die Behörden ihn nach Deutschland aus. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Das Landgericht Bamberg ließ die Anklage unverändert zu. Mitte Januar soll der Prozess beginnen. Gegen weitere Mitglieder des Netzwerks wird weiter ermittelt. Mehrere befinden sich in Untersuchungshaft. Ein Bandenmitglied wurde im Dezember zu vier Jahren Haft verurteilt.

H.Davies--TNT

Empfohlen

250. Geburtstag der USA: Papst fordert "Mäßigung" im öffentlichen Diskurs

Papst Leo XIV. hat zum 250. Geburtstag der USA zur "Mäßigung" im öffentlichen Diskurs in seinem Heimatland aufgerufen. Dieser müsse auch von "Respekt vor den Ansichten anderer und einem fortwährenden Bemühen um die Suche nach gemeinsamem Boden geprägt" sein, sagte das in Chicago geborene Oberhaupt der katholischen Kirche in einem am Freitag veröffentlichten Video, ohne US-Präsident Donald Trump namentlich zu nennen.

"Bild": Ermittlungen gegen zwei weitere Verdächtige nach Angriff in Stade

Im Fall der Bluttat mit sechs Toten im niedersächsischen Stade ermitteln die Behörden einem Medienbericht zufolge gegen zwei weitere Verdächtige. Wie die "Bild" am Freitag berichtete, handelt es sich dabei um die Mutter des drei Monate alten Babys des mutmaßlichen Schützen und um die Patentante des Kindes. Der 45-jährige Vater des Babys war nach dem Verbrechen festgenommen worden, am Dienstag wurde gegen ihn Haftbefehl wegen sechsfachen Mordes erlassen.

Neuneinhalb Jahre Haft wegen sexuellen Kindesmissbrauchs in privater Kita

Das Landgericht Stuttgart hat einen 53-Jährigen wegen sexuellen Kindesmissbrauchs in 38 Fällen in einer von ihm betriebenen Kindertagesstätte zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Die zuständige Kammer ordnete zudem die Sicherungsverwahrung an, wie ein Gerichtssprecher am Freitag mitteilte. Demnach hatte der 53-Jährige zwischen 2015 und 2025 an seiner Adresse eine Kita betrieben. Ab 2020 nutzte er das Betreuungsverhältnis aus und missbrauchte Kinder überwiegend im Kleinkindalter.

Kind in Auto gezerrt und missbraucht: 52-Jähriger aus Baden-Württemberg in Haft

Ein 52-Jähriger aus Baden-Württemberg hat gestanden, ein neunjähriges Mädchen in ein Auto gezerrt und missbraucht zu haben. Der Mann wurde am Freitag auf Antrag der Staatsanwaltschaft einem Haftrichter vorgeführt, der Untersuchungshaftbefehl wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kinds sowie Freiheitsberaubung erließ, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Ravensburg mitteilten. Bei der Haftvorführung habe er die Tat eingeräumt.

Textgröße ändern: