The National Times - Cybermobbing gegen Brigitte Macron: Bis zu sechs Monate Haft für Täter

Cybermobbing gegen Brigitte Macron: Bis zu sechs Monate Haft für Täter


Cybermobbing gegen Brigitte Macron: Bis zu sechs Monate Haft für Täter
Cybermobbing gegen Brigitte Macron: Bis zu sechs Monate Haft für Täter / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Weil sie online Beleidigungen und Gerüchte über die sexuelle Identität von Brigitte Macron verbreitet hatten, hat ein französisches Gericht zehn Angeklagte zu bis zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Die Angeklagten hätten die Ehefrau von Präsident Emmanuel Macron mit "böswilligen und herabwürdigenden Formulierungen angegriffen", sagte der Vorsitzende Richter Thierry Donard bei der Urteilsverkündung am Montag.

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Die Verurteilten hatten online das Gerücht verbreitet, dass Brigitte Macron als Mann geboren sei und sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen habe. Ein Angeklagter hatte zudem wegen des Altersunterschieds zwischen der 72-Jährigen und dem 48 Jahre alten Macron von "staatlich gebilligter Pädophilie" gesprochen.

Ein Angeklagter wurde wegen seiner Abwesenheit während des Prozesses zu sechs Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt, acht weitere erhielten Bewährungsstrafen zwischen vier und acht Monaten. Drei der Verurteilten dürfen ein halbes Jahr lang nicht ihre Konten bei Onlinediensten nutzen. Alle Verurteilten müssen zudem auf eigene Kosten einen Kurs zu "respektvollem Umgang mit anderen im Internet" besuchen und eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro zahlen.

In einem Fernsehinterview hatte Brigitte Macron am Vorabend betont, sie werde weiter gegen Cybermobbing kämpfen: "Ich will Jugendlichen helfen, sich gegen Mobbing zu wehren. Dazu muss ich mit gutem Beispiel vorangehen", sagte sie dem Sender TF1.

Zu den Hauptverantwortlichen zählt eine 51-Jährige, die in einem vier Stunden langen Video behauptet hatte, Brigitte Macron sei eigentlich ihr Bruder Jean-Michel Trogneux, der sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen habe. Die Frau war in einem weiteren Verfahren zunächst verurteilt und im Juli in zweiter Instanz freigesprochen worden. Brigitte Macron und ihr Bruder haben dagegen Rechtsmittel beim Obersten Berufungsgericht eingelegt.

Brigitte Macrons Tochter Tiphaine Auzière hatte vor Gericht ausgesagt, dass die Online-Lügen die Gesundheit ihrer Mutter beeinträchtigten. Ihre Mutter werde mit "Hass" überhäuft, ihre Identität sowie ihr Geschlecht würden "systematisch in Frage gestellt", klagte sie.

Falschinformationen über Brigitte Macron wurden seit 2017 immer wieder in Onlinediensten verbreitet, insbesondere vor Wahlen. Diese wurden in erster Linie von regierungsfeindlichen Kreisen gestreut.

Emmanuel und Brigitte Macron hatten sich während Macrons Schulzeit kennengelernt; Brigitte Macron leitete damals einen Theaterkurs an der Schule ihres heutigen Ehemanns. Der Altersunterschied der beiden beträgt 24 Jahre und ist damit ebenso groß wie der zwischen US-Präsident Donald Trump und seiner Frau Melania.

Auch andere prominente Frauen, unter ihnen die frühere US-First Lady Michelle Obama, die ehemalige US-Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris und die frühere neuseeländische Regierungschefin Jacinda Ardern wurden bereits Opfer von Lügenkampagnen im Internet. Über den französischen Präsidenten Emmanuel Macron wurde mehrfach das Gerücht verbreitet, er sei homosexuell.

F.Hughes--TNT

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