The National Times - Brandkatastrophe in der Schweiz: Ermittlungen gegen Bar-Betreiber - elf Tote identifiziert

Brandkatastrophe in der Schweiz: Ermittlungen gegen Bar-Betreiber - elf Tote identifiziert


Brandkatastrophe in der Schweiz: Ermittlungen gegen Bar-Betreiber - elf Tote identifiziert
Brandkatastrophe in der Schweiz: Ermittlungen gegen Bar-Betreiber - elf Tote identifiziert / Foto: © AFP

Nach der verheerenden Brandkatastrophe im Schweizer Skiort Crans-Montana mit 40 Toten hat die Schweizer Justiz Ermittlungen gegen die Betreiber der Bar aufgenommen, in der das Feuer in der Silvesternacht ausgebrochen war. Erste Untersuchungen hätten "zur Einleitung eines Strafverfahrens gegen die beiden Betreiber des Lokals geführt", teilten Polizei und Staatsanwaltschaft des Kantons Wallis am Samstag mit. Derweil wurden elf erste Todesopfer des Unglücks identifiziert und ein nationaler Trauertag für Freitag angekündigt.

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Gegen die Bar-Betreiber werde wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässige Körperverletzung sowie fahrlässiger Brandstiftung ermittelt, erklärten die Ermittlungsbehörden. Den Ermittlern zufolge wurde die Feuersbrunst offenbar durch Feuerwerksfontänen ausgelöst, die an Champagnerflaschen angebracht waren und zu nahe an die Decke gehalten wurden.

Das Feuer war in der Silvesternacht ausgebrochen, als zahlreiche junge Menschen in der Bar "Le Constellation" ins neue Jahr feierten. 40 Menschen kamen ums Leben, 119 weitere wurden verletzt. Bis Samstag wurden die ersten Todesopfer identifiziert und ihren Angehörigen übergeben. Laut Polizei handelt es sich um die sterblichen Überreste von acht Menschen im Alter zwischen 16 und 24 Jahren aus der Schweiz. Italienische Medien berichteten zudem, dass auch drei italienische Staatsbürger unter den Toten identifiziert worden seien.

Andere Familien bangen noch immer um ihre vermissten Kinder. Auch einige Verletzte konnten noch nicht identifiziert werden. Viele Opfer erlitten schwerste Brandverletzungen, die in Spezialkliniken behandelt werden müssen. Nach jüngsten Angaben des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) übernahm Deutschland insgesamt elf Schwerverletzte aus der Schweiz zur medizinischen Behandlung. Derzeit seien keine weiteren Verlegungen nach Deutschland geplant, erklärte die Behörde am Samstag.

Für den neunten Januar wurde ein landesweiter Trauertag angekündigt. Um 14.00 Uhr sollen alle Kirchenglocken der Schweiz läuten, auch eine Schweigeminute ist geplant.

Im Zentrum des Skiorts Crans-Montana versammelten sich am Samstag immer wieder Menschen nahe des Unglücksorts und legten Blumen, Briefe, Kerzen und Plüschtiere als Zeichen der Anteilnahme für die Opfer und ihre Familien nieder. Der Schock über die "unermessliche Tragödie" sitze tief, sagte der Schweizer Justizminister Beat Jans bei einem Besuch am Unglücksort. Die Justiz werde alles tun, um die Verantwortung für die Katastrophe zu klären.

Der für die Gesundheitspolitik in der italienischen Region Lombardei verantwortliche Guido Bertolaso schilderte die Schwierigkeiten bei der Identifizierung von Schwerbrandverletzten: "Warum können wir sie nicht identifizieren? Weil ihre Gesichter vollständig verbunden sind. Wir können die Bandagen nicht entfernen, um sie zu erkennen. Sie sind intubiert und können deshalb nicht sprechen."

Für die Opfer sind in den kommenden Tagen mehrere Gedenkfeiern geplant. Am späten Samstagabend war die Kirche von Crans-Montana während eines Gedenkgottesdienstes mit Menschen aller Altersgruppen gefüllt. Für Sonntag wurde ein Schweigemarsch zur Bar Le Constellation nach dem Gottesdienst angekündigt.

Im Internet boten unterdessen zahlreiche Menschen den Familien der Opfer sowie Mitgliedern der Rettungskräfte Unterkünfte oder andere Unterstützung an.

L.Graham--TNT

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