The National Times - Schweiz trauert um rund 40 Tote bei verheerendem Brand in Luxus-Skiort

Schweiz trauert um rund 40 Tote bei verheerendem Brand in Luxus-Skiort


Schweiz trauert um rund 40 Tote bei verheerendem Brand in Luxus-Skiort

Trauer in der Schweiz nach dem verheerenden Brand in einer Bar in Crans-Montana mit etwa 40 Toten und mehr als 100 Verletzten in der Silvesternacht: Rund 400 Menschen versammelten sich am Donnerstagabend zu einem Gottesdienst in dem Luxus-Skiort, um der Opfer zu gedenken. Der Schweizer Präsident Guy Parmelin kündigte an, dass die Flaggen fünf Tage lang auf Halbmast wehen sollen. Die Behörden bemühten sich derweil um eine schnelle Identifizierung der Opfer, warnten jedoch, dass dies dauern könne.

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Nach dem Gottesdienst in der Gemeinde im Süden der Schweiz versammelten sich hunderte Menschen schweigend, um Blumen niederzulegen und Kerzen in der Nähe des Unglücksortes anzuzünden.

"Es gibt Tote und Verletzte, und jemand, der uns nahesteht, wird noch vermisst", sagte eine Frau, die ihren Namen nicht nennen wollte. Es gebe noch keine Neuigkeiten.

Das Flammeninferno in der bei Touristen beliebten Bar "Le Constellation" war aus zunächst unklarer Ursache ausgebrochen, als überwiegend junge Partygäste den Beginn des neuen Jahres feierten. Laut Polizei ereignete sich gegen 01.30 Uhr eine "Explosion unbekannter Ursache". Einen Anschlag schlossen die Behörden aus.

Der für Sicherheit zuständige Staatsrat des Wallis, Stéphane Ganzer, sagte, die Explosion habe sich erst nach dem Ausbruch des Feuers ereignet, der Brand sei nicht durch explosive Gegenstände ausgelöst werden. Er sprach von "Chaos" und dramatischen Szenen am Brandort.

Rund 40 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben, etwa 115 weitere wurden verletzt, sagte der Polizeichef des Kantons Wallis, Frédéric Gisler. Die meisten Verletzungen seien schwer. Später sagte Italiens Botschafter in der Schweiz, Gian Lorenzo Cornado, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass die Zahl der Todesopfer auf 47 gestiegen sei. Die Schweizer Polizei erklärte hingegen, keine konkrete Zahl bestätigen zu können.

Die Krankenhäuser im Kanton Wallis waren wegen der vielen Verletzten überlastet, einige wurden in Kliniken in anderen Regionen gebracht.

Die Generalstaatsanwältin des Wallis, Béatrice Pilloud, sagte, für die Identifizierung der Todesopfer und deren schnellstmögliche Übergabe an die Hinterbliebenen werde großer Aufwand betrieben. Die Behörden warnten jedoch, dass die Identifizierung "mehrere Tage oder sogar Wochen" dauern könne.

Nach Angaben des italienischen Außenministers Antonio Tajani wurden zwischen zwölf und 15 Italiener bei dem Feuer verletzt und in Krankenhäuser eingeliefert. Etwa 16 Italiener würden vermisst. Das französische Außenministerium erklärte am Donnerstagabend, dass mindestens neun Franzosen verletzt worden seien und acht weitere noch vermisst würden.

Informationen über mögliche deutsche Todesopfer oder Verletzte lagen am Donnerstag nicht vor. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, die deutsche Botschaft in Bern stehe mit den Schweizer Behörden "in engem Kontakt".

Zeugen schilderten erschütternde Szenen rund um den Brand. Der 18-jährige Alexis Laguerre, der mit Freunden an der Bar vorbeikam, sagte dem Schweizer Sender SRF: "Menschen rannten durch die Flammen (...). Menschen benutzten Stühle, um die Fenster einzuschlagen."

Ein Tourist aus New York filmte, wie orangefarbene Flammen aus der Bar schlugen. Er schilderte AFP, dass Menschen hinausgelaufen seien und in der Dunkelheit geschrien hätten.

Eine Anwohnerin sagte der Schweizer Zeitung "24 Heures", als sich das Unglück ereignet habe, seien die Silvester-Feierlichkeiten in Crans-Montana "in vollem Gange" gewesen, der Champagner sei "in Strömen geflossen". Nach Ausbruch des Feuers hätten sich die Menschen "fassungslos, besorgt, still" auf den Straßen versammelt. Ein weiterer Anwohner sagte der Zeitung: "Es ist furchtbar, viele junge Menschen gehen in diese Bar."

Ein junger Mann, der sich während des Unglücks in der Bar aufhielt, sagte "24 Heures",Feuerwerkskörper auf Flaschen hätten einen Deckenbrand ausgelöst, der sich schnell ausgebreitet und Panik ausgelöst habe.

Zwei Französinnen nannten im Sender BFMTV Geburtstagskerzen auf Champagnerflaschen als Brandauslöser. "Sekunden später hat die gesamte Decke gebrannt", sagte eine von ihnen. Demnach hatten sich zum Unglückszeitpunkt rund 200 Gäste in der Bar aufgehalten, die meisten zwischen 15 und 20 Jahre alt.

Nach Angaben der Website von Crans-Montana hatte die Bar Platz für 300 Gäste im Inneren und für 40 weitere auf der Terrasse. Laut "24 Heures" befindet sich das Lokal im Erdgeschoss eines Gebäudes, verfügt aber auch über ein Untergeschoss, das für Veranstaltungen genutzt wurde. Laut einem örtlichen Unternehmensregister und Freunden der Eigentümer gehört die Bar einem französischen Paar.

Führende Politiker im In- und Ausland äußerten sich bestürzt. Der Schweizer Bundespräsident Parmelin nannte den Brand "eine der schlimmsten Tragödien, die unser Land erlebt hat".

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigte sich erschüttert. Im Onlinedienst X schrieb er: "Ein Moment der Freude wurde in Crans-Montana in der Schweiz zur Tragödie." Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron sprach der Schweiz die "volle Solidarität" Frankreichs aus.

C.Blake--TNT

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