The National Times - Vorwürfe der Vertuschung nach Veröffentlichung der Epstein-Akten werden lauter

Vorwürfe der Vertuschung nach Veröffentlichung der Epstein-Akten werden lauter


Vorwürfe der Vertuschung nach Veröffentlichung der Epstein-Akten werden lauter
Vorwürfe der Vertuschung nach Veröffentlichung der Epstein-Akten werden lauter / Foto: © AFP

Die unvollständige Veröffentlichung der Akten über den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat am Wochenende scharfe Kritik aus dem US-Kongress und von Epstein-Opfern ausgelöst. Dokumente wurden an vielen Stellen geschwärzt, Gesichter auf Fotos unkenntlich gemacht, einige Aufnahmen nach ihrer Offenlegung wieder gelöscht. Die oppositionellen Demokraten beschuldigten Präsident Donald Trump, sich damit selbst schützen zu wollen.

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"All das dient dazu, Dinge zu verbergen, die Donald Trump aus dem einen oder anderen Grund nicht öffentlich machen will, ob es um ihn selbst, andere Mitglieder seiner Familie, seine Freunde geht", kritisierte der demokratische Abgeordnete Jamie Raskin am Sonntag im Sender CNN.

Hakeem Jeffries, Chef der demokratischen Minderheit im Repräsentantenhaus, betonte, "die Opfer dieses Martyriums" verdienten "totale und vollständige Transparenz". Justizbeamte sollten binnen zwei Wochen schriftlich erklären, warum sie Dokumente zurückhielten, forderte er.

"Wir sind sehr enttäuscht", erklärte Marina Lacerda, eines von mutmaßlich mehr als tausend Opfern des Multimillionärs Epstein. "Warum können wir nicht einfach die Namen offenlegen, die offengelegt werden sollten?", fragte sie im Sender CNN.

Die Trump-Regierung hatte am Freitag tausende Fotos, Videos und Texte aus der Untersuchung zu Epstein veröffentlicht. Das Justizministerium gab trotz einer vom Kongress gesetzten Frist jedoch nur einen Teil der Dokumente frei. Zahlreiche Dateien waren zudem vorab unleserlich gemacht worden wie etwa ein komplett geschwärztes, 119-seitiges Dokument der New Yorker Justiz.

Kritik kam auch aus den Reihen von Trumps Republikanern. Die republikanische Abgeordnete Marjorie Taylor Greene kritisierte, die starke Bearbeitung der Epstein-Akten entspreche nicht den Zielen von Trumps Maga-Bewegung (Make America Great Again, Macht Amerika wieder großartig). "Die Leute sind wütend und wenden sich ab", schrieb sie im Onlinedienst X.

Die ehemalige vehemente Trump-Unterstützerin Taylor-Greene war wegen mangelnder Transparenz im Epstein-Skandal schon seit einigen Wochen auf deutliche Distanz zum Präsidenten gegangen. Auch der republikanische Abgeordnete Thomas Massie kritisierte nun, die starken Einschränkungen bei der Freigabe der Epstein-Dokumente widersprächen "Geist und Buchstaben" des vom Kongress verabschiedeten Gesetzes.

Demokraten forderten Antworten, nachdem ein Foto mit Trump in der Online-Veröffentlichung des Justizministeriums plötzlich nicht länger sichtbar war. "Wenn sie dieses Bild runternehmen, stellt Euch vor, was sie noch alles verbergen wollen", erklärte der Chef der Demokraten im Senat, Chuck Schumer. "Dies könnte eine der größten Vertuschungen in der US-Geschichte sein." US-Medien zufolge wurden mehr als ein Dutzend weiterer Bilder aus dem Aktenfundus entfernt.

Das Justizministerium wies die Vorwürfe zurück. "Fotos und anderes Material werden weiter gesichtet und in Übereinstimmung mit dem Gesetz mit großer Sorgfalt editiert, sobald wir neue Informationen erhalten", erklärte das Ministerium auf X.

Der Kongress hatte die Regierung mit einem Transparenzgesetz mit dem Stichtag Freitag zur Freigabe nahezu aller Akten verpflichtet. Der bis in höchste Kreise vernetzte Finanzberater Epstein war 2019 tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden worden, nach offiziellen Angaben beging er Suizid. Ihm wurde vorgeworfen, zahlreiche Mädchen und Frauen missbraucht und an Prominente weitergereicht zu haben.

Viele der neu veröffentlichten Fotos zeigen den früheren Präsidenten Bill Clinton. Auf einem Bild liegt Clinton in einem Whirlpool, auf einem anderen schwimmt er neben einer dunkelhaarigen Frau, womöglich Epsteins Komplizin Ghislaine Maxwell.

Weitere Bilder zeigen den britischen Ex-Prinzen Andrew Mountbatten-Windsor, auf einem ist zu sehen, wie er auf den Beinen von fünf Frauen liegt.

Vize-Justizminister Todd Blanche kündigte im Sender Fox News die Veröffentlichung hunderttausender weiterer Akten in den kommenden Wochen an. Den Fristverstoß erklärte er mit hohen Auflagen zum Schutz der Epstein-Opfer.

Trump bestreitet engere Beziehungen zu Epstein, bisher veröffentlichte Fotos und Dokumente legen aber das Gegenteil nahe. Ein persönliches Fehlverhalten konnte dem Präsidenten nicht nachgewiesen werden. Trump hatte sich monatelang gegen die Freigabe der Dokumente gesperrt und nannte die Epstein-Affäre einen "Schwindel".

In Trumps Maga-Lager wird bereits seit Jahren eine vollständige Freigabe der Akten gefordert. Spekuliert wird über eine Liste mit einflussreichen "Kunden" Epsteins, die von interessierten Kreisen geheim gehalten wird. Trumps Justizministerin Pam Bondi hatte zunächst die Freigabe der Liste in Aussicht gestellt, ihre Existenz im Sommer dann aber überraschend bestritten.

Der Kongress verabschiedete daraufhin im Herbst mit überwältigender Mehrheit das Transparenzgesetz. Ausgenommen von der Veröffentlichung sind lediglich Dokumente zu laufenden Ermittlungen oder Unterlagen, die die nationale Sicherheit beeinträchtigen könnten.

S.Lee--TNT

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