The National Times - Fähre mit früherem Vizekanzler Habeck blockiert: Ermittlungen enden mit Strafbefehlen

Fähre mit früherem Vizekanzler Habeck blockiert: Ermittlungen enden mit Strafbefehlen


Fähre mit früherem Vizekanzler Habeck blockiert: Ermittlungen enden mit Strafbefehlen
Fähre mit früherem Vizekanzler Habeck blockiert: Ermittlungen enden mit Strafbefehlen / Foto: © AFP/Archiv

Fast zwei Jahre nach Bauernprotesten gegen den damaligen Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) an einem Fähranleger im schleswig-holsteinischen Schlüttsiel hat die Staatsanwaltschaft Flensburg ihre Ermittlungen abgeschlossen. Gegen sechs Beschuldigte seien Strafbefehle unter anderem wegen gemeinschaftlicher Nötigung beantragt und bereits vom zuständigen Amtsgericht erlassen worden, teilte die Behörde am Montag mit. Die Beschuldigten können dagegen Einspruch einlegen, dann käme es noch zur öffentlichen Hauptverhandlung.

Textgröße ändern:

Laut Staatsanwaltschaft verhängte das Amtsgericht Husum in der vergangenen Woche gegen fünf Beschuldigte antragsgemäß Geldstrafen von 25 bis 40 Tagessätzen in Höhen zwischen 80 und 120 Euro. Der sechste Verdächtige, der sich am gewaltsamen Durchbrechen einer Polizeikette beteiligt haben soll, erhielt eine Haftstrafe von sieben Monaten auf Bewährung. Ihm wird zusätzlich unter anderem Landfriedensbruch vorgeworfen. Zudem soll er 500 Euro Geldauflage zahlen.

Am Abend des 4. Januars 2024 hatten sich etwa 250 bis 300 Demonstranten im Hafen von Schlüttsiel versammelt, in dem eine von der Hallig Hooge kommende Inselfähre mit Habeck anlegen sollte. Es handelte sich um ein normales Schiff, an Bord waren auch andere Fahrgäste. Aufgrund von Sicherheitsbedenken fuhr Habeck mit der Fähre nach Hooge zurück. Während des Ablegevorgangs versuchten Demonstranten damals, eine Polizeikette zu durchbrechen und zum Schiff zu laufen.

Die Fährblockade ereignete sich während bundesweiter Proteste von Landwirten gegen eine geplante Streichung von Subventionen durch die damalige Bundesregierung aus SPD, Grünen und FDP. Habeck, der aus Schleswig-Holstein stammt, war Bundeswirtschaftsminister.

Habeck war damals privat an der Nordsee unterwegs. Die Blockade der Fähre sorgte bundesweit für Aufsehen und parteiübergreifende Kritik, der Deutsche Bauernverband distanzierte sich davon. Habeck äußerte sich damals besorgt über die aufgeheizte Stimmung im Land. Später sagte er in einem Interview, er habe nach dem Vorfall mit seiner Familie auch über einen Rückzug aus der Politik gesprochen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wollten die Demonstranten ein Gespräch mit dem Minister "erzwingen" und machten diesem und den übrigen Passagieren deshalb ein Verlassen der Fähre "unmöglich". Bei den Ermittlungen wurden demnach noch drei weitere Teilnehmer identifiziert. Bei ihnen sei mit der Zustimmung des Gerichts aber von einer Strafverfolgung abgesehen worden, weil sich ihr Beitrag "im Wesentlichen" darauf beschränkte, "anwesend" gewesen zu sein.

T.Hancock--TNT

Empfohlen

Israelisches Parlament billigt Gesetz zur Todesstrafe für verurteilte "Terroristen" 

Das israelische Parlament hat ein umstrittenes Gesetz zur Todesstrafe für verurteilte "Terroristen" gebilligt. Bei der dritten und abschließenden Lesung stimmten am Montag 62 Knesset-Abgeordnete für das von der rechtsextremen Koalitionspartei Otzma Jehudit eingebrachte Vorhaben, darunter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, 48 sprachen sich dagegen aus. Das Gesetz sieht die Einführung der Todesstrafe für palästinensische Straftäter vor, die Israelis aus "terroristischen" Motiven töten - nicht aber für Israelis, die einen Palästinenser töten.

Merz dringt bei Antrittsbesuch von syrischem Präsidenten auf Flüchtlingsrückkehr

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat beim Antrittsbesuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin auf eine beschleunigte Rückkehr syrischer Flüchtlinge gedrungen. In den nächsten drei Jahren sollten "rund 80 Prozent" der derzeit in Deutschland lebenden Syrer in ihr Heimatland zurückkehren, sagte Merz am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit al-Scharaa im Kanzleramt. "Wir arbeiten gemeinsam daran, dass Syrerinnen und Syrer aus Deutschland in ihre Heimat zurückkehren können."

Neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz bei Papst Leo XIV.

Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, ist am Montag zum Antrittsbesuch im Vatikan von Papst Leo XIV. empfangen worden. Zentrales Thema des Gesprächs war die Verkündigung des Evangeliums und die Situation der Kirche in Deutschland, wie die Deutsche Bischofskonferenz in Bonn mitteilte. Bischof Wilmer habe dem Heiligen Vater zudem für das Vertrauen angesichts seiner Berufung als Bischof von Münster gedankt.

Syrischer Übergangspräsident al-Scharaa von Merz im Kanzleramt empfangen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa bei dessen Antrittsbesuch in Berlin empfangen. Merz begrüßte al-Scharaa am Montag am Bundeskanzleramt mit einem Handschlag. Geplant waren unter anderem ein Vier-Augen-Gespräch und ein Mittagessen. Im Anschluss (gegen 14.00 Uhr) wollen Merz und al-Scharaa gemeinsam vor die Presse treten.

Textgröße ändern: