The National Times - EU setzt nach Migrations-Drama von Melilla auf mehr Zusammenarbeit mit Marokko

EU setzt nach Migrations-Drama von Melilla auf mehr Zusammenarbeit mit Marokko


EU setzt nach Migrations-Drama von Melilla auf mehr Zusammenarbeit mit Marokko
EU setzt nach Migrations-Drama von Melilla auf mehr Zusammenarbeit mit Marokko / Foto: © AFP/Archiv

Die Europäische Union setzt nach dem Tod zahlreicher afrikanischer Migranten in der spanischen Exklave Melilla auf mehr Zusammenarbeit mit dem angrenzenden Marokko. EU-Innenkommissarin Ylva Johansson unterzeichnete am Freitag in Rabat ein entsprechendes Abkommen mit den Außenministern von Spanien, Fernando Grande-Marlaska, und Marokko, Abdelouafi Laftit. Demnach geht es speziell darum, etwa durch gemeinsame Ermittlungen die Netzwerke von "Schleusern" zu bekämpfen.

Textgröße ändern:

In einer gemeinsamen Erklärung wird auf das "Aufkommen neuer, äußerst gewalttätiger Operationsmethoden dieser kriminellen Netzwerke" verwiesen. Vor zwei Wochen hatten rund 2000 Migranten vor allem aus südafrikanischen Ländern versucht, über die Grenze zwischen Marokko und Melilla zu gelangen. Dabei kamen nach marokkanischen Angaben 23 Migranten zu Tode. Nichtregierungsorganisationen sprachen von "mindestens 37" Toten und dutzenden Verletzen.

In jedem Fall handelt es sich um die bei weitem höchste Zahl von Todesopfern bei einem derartigen Vorfall an einer der beiden Landgrenzen zwischen Marokko und der EU. Die Behörden sprachen zudem von 140 verletzten Polizisten auf marokkanischer und rund 50 weiteren auf spanischer Seite.

Die Vorkommnisse sorgten international für Empörung. Menschenrechtsorganisation und die Vereinten Nationen warfen den marokkanischen und spanischen Grenzschützern den unangemessenen Einsatz von Gewalt vor und forderten Ermittlungen. Die spanische Regierung verteidigte zunächst den Einsatz und beschuldigte vor allem kriminelle Schleuser, das Leben der Migranten aufs Spiel zu setzen. Marokko kritisierte eine "vorsätzliche Handlung von ungewöhnlicher Gewalt" illegaler Einwanderer.

"Die Kommissarin und die Minister bedauern alle Todesfälle von Menschen, die versuchen, irregulär zu emigrieren, einschließlich derjenigen, die sich während der letzten schmerzhaften Ereignisse am 24. Juni 2022 ereignet haben", hieß es nun in der Erklärung von Rabat. "Diese Ereignisse zeigen neben ihrer Dimension als menschliche Tragödie die extreme Gefährlichkeit und Gewalt der Schleusernetzwerke." Die "Migrationssteuerung" der Regierung in Rabat wird lobend hervorgehoben.

Die in Marokko gelegenen spanischen Exklaven Ceuta und Melilla sind regelmäßig Ziel von Menschen, die sich ein besseres Leben in Europa erhoffen. In den vergangenen Jahren haben tausende Migranten versucht, die zwölf Kilometer lange Grenze nach Melilla oder die acht Kilometer lange Grenze nach Ceuta durch das Überklettern von Zäunen, schwimmend oder in Autos versteckt zu überwinden.

M.Wilson--TNT

Empfohlen

Absturz von Kampfjet auf US-Airbase Spangdahlem: Pilot aus Krankenhaus entlassen

Nach dem Absturz eines F-16-Kampfjets auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem in Rheinland-Pfalz ist der Pilot aus dem Krankenhaus entlassen worden. Er habe lediglich leichte Verletzungen erlitten, teilte die US-Airbase am Mittwochabend mit.

Zahl der Verkehrstoten im ersten Halbjahr 2026 gesunken

Die Zahl der Verkehrstoten ist im ersten Halbjahr 2026 gesunken. 1233 Menschen kamen von Januar bis Juni im Straßenverkehr ums Leben, das waren neun Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Auch die Zahl der Verletzten ging um 4,2 Prozent zurück.

US-Richter: Weißes Haus muss CNN, MS NOW und Politico wieder Zutritt gewähren

Ein US-Bundesrichter hat das Weiße Haus angewiesen, das gegen Journalisten von CNN, MS NOW und Politico verhängte Hausverbot aufzuheben und ihnen umgehend wieder Zutritt zu gewähren. Der ohne Vorankündigung erfolgte Entzug der Akkreditierungen verletze laut dem Richter Timothy Kelly "mutmaßlich ihre verfassungsmäßigen Rechte", welche die Pressefreiheit garantieren, hieß es in dem Urteil, das die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag einsehen konnte. Die drei betroffenen Medienunternehmen hatten gegen das Hausverbot geklagt.

Streit um Erbe von Dolly Parton zwischen Manager und Neffen entbrannt

Nur wenige Wochen nach dem Tod der Country-Musik-Legende Dolly Parton ist zwischen ihrem ehemaligen Manager und ihrem Neffen ein Streit um das millionenschwere Erbe ausgebrochen. Wie am Mittwoch bekannt wurde, beantragte Partons langjähriger Manager Danny Nozell eine einstweilige Verfügung gegen ihren Neffen Bryan Seaver, dem er eine "eskalierende Drohkampagne" vorwarf, um Geld aus den Unternehmen der verstorbenen Sängerin zu erpressen.

Textgröße ändern: