The National Times - Verdächtiger nach tödlicher Attacke an US-Nationalfeiertag gefasst

Verdächtiger nach tödlicher Attacke an US-Nationalfeiertag gefasst


Verdächtiger nach tödlicher Attacke an US-Nationalfeiertag gefasst
Verdächtiger nach tödlicher Attacke an US-Nationalfeiertag gefasst / Foto: © AFP

Nach der tödlichen Schusswaffenattacke bei einer Parade zum US-Nationalfeiertag nahe Chicago ist der Verdächtige gefasst worden. Der 22-Jährige sei nach einer kurzen Verfolgungsjagd mit dem Auto "ohne Zwischenfall" festgenommen worden, sagte der Polizeichef der Stadt Highland Park, Lou Jogmen, am Montag. Die Polizei hatte zuvor unter Hochdruck und mit hunderten schwerbewaffneten Einsatzkräften nach dem Verdächtigen Robert Crimo gefahndet.

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Bei dem Angriff waren bei Feierlichkeiten zum US-Unabhängigkeitstag vom 4. Juli im nördlich von Chicago gelegenen Highland Park im Bundesstaat Illinois mindestens sechs Menschen getötet worden. Rund 25 weitere Menschen wurden durch Kugeln verletzt. Der Schütze hatte nach Polizeiangaben mit einem Gewehr von einem Dach eines Geschäftes aus das Feuer auf die Menschenmenge eröffnet, die einer Feiertagsparade beiwohnte.

"Alles deutet darauf hin, dass er diskret und sehr schwer zu sehen war", sagte ein Sprecher der Sicherheitsbehörden, Christopher Covelli. Der Angreifer habe offenbar die Zuschauer der Parade gezielt ins Visier genommen.

Stunden nach der Attacke gab die Polizei die Identität des 22-jährigen Verdächtigen bekannt und veröffentlichte ein Fahndungsfoto. Er wurde zunächst offiziell als "Person von Interesse" bezeichnet. Die Polizei warnte, der Mann sei vermutlich bewaffnet und "sehr gefährlich". Er war demnach mit einem silberfarbenen Auto unterwegs. Alter und Name des Verdächtigen treffen auch auf einen Musiker aus Chicago mit dem Künstlernamen "Awake the Rapper" zu.

Die Schüsse hatten laut Polizei um 10.14 Uhr begonnen und Panik in der Kleinstadt am Ufer des Michigan-Sees ausgelöst, wo sich hunderte Menschen versammelt hatten, um den "Independence Day" zu feiern. Viele Menschen hielten die Schüsse zunächst für Feuerwerk.

"Wir haben uns vorbereitet, die Straße entlangzumarschieren, als plötzlich Wellen von Menschen angefangen haben zu rennen", sagte die Augenzeugin und Parade-Teilnehmerin Emily Prazak der Nachrichtenagentur AFP. "Direkt bevor das passiert ist, haben wir das 'pop, pop, pop, pop, pop' gehört, und ich dachte, es ist Feuerwerk."

Der Augenzeuge Don Johnson sagte der AFP, er habe Schreie gehört und Menschen mit Kindern auf dem Arm rennen sehen. "Wir sind in die Tankstelle gerannt und sind da drei Stunden lang geblieben", sagte Johnson. "Ich habe solche Szenen immer wieder im Fernsehen und in anderen Städten gesehen, und ich hätte nicht gedacht, dass das jemals hier passieren würde."

US-Präsident Joe Biden zeigte sich "schockiert über die sinnlose Waffengewalt". Er dankte den Einsatzkräften und erklärte, er bete für die Verletzten.

Biden verwies außerdem auf eine kürzlich beschlossene leichte Verschärfung des Waffenrechts - ein Minimal-Kompromiss zwischen seinen Demokraten und den oppositionellen Republikanern - und betonte, es gebe noch "viel mehr Arbeit zu erledigen". "Ich werde den Kampf gegen die Epidemie der Waffengewalt nicht aufgeben", erklärte der Präsident.

In den USA hatte es in den vergangenen Wochen eine ganze Serie besonders blutiger Schusswaffenangriffe gegeben. Mitte Mai erschoss ein 18-Jähriger an einer Grundschule der texanischen Kleinstadt Uvalde 19 Kinder und zwei Lehrerinnen. Zehn Tage zuvor hatte ein 18-Jähriger in und vor einem Supermarkt in Buffalo im Bundesstaat New York aus rassistischen Motiven zehn Menschen erschossen.

Schusswaffengewalt ist in den USA aber über solche besonders schockierenden Vorfälle hinaus ein alltägliches Problem. Seit Beginn des Jahres wurden in dem Land nach Angaben der Website Gun Violence Archive mehr als 10.000 Menschen durch Schusswaffen getötet. Hinzu kommen mehr als 12.000 Suizide mit Pistolen, Revolvern oder Gewehren.

T.Cunningham--TNT

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