The National Times - Letzter Wille des Designers: Modehaus Armani soll schrittweise verkauft werden

Letzter Wille des Designers: Modehaus Armani soll schrittweise verkauft werden


Letzter Wille des Designers: Modehaus Armani soll schrittweise verkauft werden
Letzter Wille des Designers: Modehaus Armani soll schrittweise verkauft werden / Foto: © AFP/Archiv

Es war der letzte Wille von Giorgio Armani: Ein großer Teil der Anteile an seinem Modehaus soll schrittweise verkauft werden, und zwar bevorzugt an einen Geschäftspartner wie LVMH oder L'Oréal. Italienische Medien veröffentlichten am Freitag Teile des Testaments von Armani, der vergangene Woche im Alter von 91 Jahren gestorben war und keine Kinder hinterlässt. Auch ein Börsengang ist demnach möglich.

Textgröße ändern:

"Zwölf bis 18 Monate nach Testamentseröffnung" soll den Berichten zufolge zunächst ein Anteil von 15 Prozent am Modehaus Armani verkauft werden. Der Käufer könne den Anteil dann später - drei bis fünf Jahre nach Testamentseröffnung - auf 30 bis 54,9 Prozent aufstocken. Als bevorzugte Käufer nannte Armani in seinem Testament den französischen Luxuskonzern LVMH, den italienischen Brillenhersteller EssilorLuxottica oder den französischen Kosmetikkonzern L'Oréal.

L'Oréal erklärte am Freitag, das Unternehmen werde den Kauf eines 15-Prozent-Anteils "mit großem Bedacht" prüfen. "Wir sind gerührt und fühlen uns geehrt, dass Herr Armani an L'Oréal gedacht hat, um das Kapital seines so schönen Unternehmens zu integrieren", erklärte L'Oréal. Das Unternehmen besitzt seit 1988 die Armani-Lizenz für Parfüms und Kosmetika.

Die Wahl treffen sollen Armanis Lebens- und Geschäftspartner, Leo Dell'Orco, sowie Armanis Nichte Silvana Armani und sein Neffe Andrea Camerana. Sollte ein Verkauf sich nicht umsetzen lassen, könne das Unternehmen auch an die Börse gebracht werden, zitierten die Medien aus dem Testament. In dem Falle soll die Giorgio-Armani-Stiftung einen Anteil von 30,1 Prozent behalten.

In seinem letzten Willen forderte der Designer, dass die Stiftung das Modehaus "ethisch, mit moralischer Integrität und Korrektheit" führen soll. Der Stil der Mode solle "modern, elegant und unaufdringlich" sein, bei der Produktion auf "Innovation, Exzellenz, Qualität und Raffinesse" geachtet werden.

Armani war mit seiner Mode zum viertreichsten Mann Italiens aufgestiegen. "Forbes" schätzt sein Vermögen auf 11,8 Milliarden Dollar (rund zehn Milliarden Euro). Das Modehaus Armani machte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,3 Milliarden Euro, in mehr als 600 Geschäften weltweit wird Mode der Marken Giorgio Armani, Emporio Armani, A|X Armani Exchange oder EA7 verkauft.

Lebensgefährte Leo Dell'Orco behält laut Testament den Nießbrauch an zahlreichen Immobilien etwa in Saint-Tropez, St. Moritz oder auf Antigua und Pantelleria. Auch den riesigen Palast in der Via Borgonuovo in Mailand, in dem er mit Giorgio Armani lebte, kann er weiterhin nutzen. Andere Immobilien etwa in New York erhielten enge Vertraute wie Michele Morselli, der die Immobiliengeschäfte des Modedesigners verwaltete.

R.Campbell--TNT

Empfohlen

15 Jahre Haft für "Ketamin-Queen" nach Drogentod von "Friends"-Darsteller Perry

Zweieinhalb Jahre nach dem Drogentod des US-Schauspielers Matthew Perry hat ein kalifornisches Gericht dessen frühere Dealerin am Mittwoch zu 15 Jahren Haft verurteilt. Die als "Ketamin-Queen" bekannt gewordene 42-jährige Jasveen Sangha hatte eingeräumt, Perry mit der tödlichen Dosis des Betäubungsmittels Ketamin versorgt zu haben.

Fast 200 Festnahmen nach Schusswechsel vor israelischem Konsulat in Istanbul

Nach dem Schusswechsel vor dem israelischen Konsulat in Istanbul am Dienstag haben türkische Sicherheitskräfte nach eigenen Angaben am Mittwoch fast 200 Verdächtige festgenommen. Justizminister Akin Gürlek sprach im Onlinedienst X von einer "zeitgleichen Operation in 34 Provinzen gegen die Terrororganisation Daesh" - die arabische Abkürzung für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Die Zahl der Festgenommenen gab er mit 198 an.

Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy beschuldigt Ex-Machthaber Gaddafi

Im Berufungsverfahren um libysche Wahlkampfgelder hat Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy den verstorbenen libyschen Machthaber Muammar Gaddafi beschuldigt, die Vorwürfe gegen ihn selbst in die Welt gesetzt zu haben. Gaddafi habe aus "Hass" gehandelt, weil er nicht ertragen habe, dass Sarkozy zum Sturz der libyschen Führung beigetragen habe, sagte der ehemalige französische Präsident am Mittwoch vor Gericht. "Ich war der Erste, der den Nationalen Übergangsrat (der libyschen Aufständischen) anerkannt hatte. Das war eine schlimme Beleidigung für Gaddafi", betonte er.

Nach tödlichem Autorennen: Kosovare darf ausgewiesen werden

Nach einem tödlichen Autorennen in Nordrhein-Westfalen darf ein verurteilter Mann aus dem Kosovo aus Deutschland ausgewiesen werden. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf wies die Klage des Manns ab, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte. Der Mann hatte bei dem illegalen Autorennen an Ostern 2019 in Moers den Tod einer 43-jährige Frau verursacht. Er wurde später zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Textgröße ändern: