The National Times - Uneinigkeit zwischen Geschworenen im Weinstein-Prozess

Uneinigkeit zwischen Geschworenen im Weinstein-Prozess


Uneinigkeit zwischen Geschworenen im Weinstein-Prozess
Uneinigkeit zwischen Geschworenen im Weinstein-Prozess / Foto: © POOL/AFP

Im neu aufgerollten Prozess gegen den früheren Hollywood-Produzenten Harvey Weinstein wegen Vergewaltigung und sexueller Übergriffe herrscht offenbar Uneinigkeit zwischen den Geschworenen, die das Verfahren platzen lassen könnte. Richter Curtis Farber verlas am Montag zwei Mitteilungen, die ihm die hinter verschlossenen Türen beratenden Geschworenen hatten zukommen lassen. Demnach äußerte ein Mitglied der zwölfköpfigen Jury das Bedürfnis, mit dem Richter über "die Situation zu sprechen, die nicht besonders gut ist".

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In einem zweiten Schreiben bitten die Geschworenen darum, ihnen noch einmal "die vollständige Bedeutung des begründeten Zweifels" und die Voraussetzungen für einen Schuldspruch oder einen Freispruch zu erläutern, "vor allem um eine Hung Jury zu verhindern". Als "Hung Jury" wird es bezeichnet, wenn sich die Geschworenen in mehrtägigen Beratungen nicht einstimmig auf ein Urteil einigen können. In einem solchen Fall ist der Prozess geplatzt und muss neu aufgerollt werden.

Am Freitag, am zweiten Tag der Beratungen, hatte sich bereits ein Geschworener über das Verhalten anderer Mitglieder des Gremiums beschwert und beantragt, von seinen Pflichten entbunden zu werden. Dies hatte Richter Farber abgelehnt und betont, bei derartigen Beratungen unter Ausschluss der Öffentlichkeit könne es schon mal "heiß hergehen".

Dem einst mächtigen Filmproduzenten Weinstein werden in dem Prozess Vergewaltigung und sexuelle Nötigung in mehreren Fällen zur Last gelegt. Weinstein bestreitet die Vorwürfe und nennt alle sexuellen Kontakte einvernehmlich. Der frühere Hollywood-Mogul hatte während des Prozesses selbst nicht ausgesagt.

In einem ersten Verfahren war Weinstein 2020 zu 23 Jahren Haft verurteilt worden. Das oberste New Yorker Gericht hob das Urteil im vergangenen Jahr jedoch wegen Verfahrensfehlern auf und ordnete eine Neuverhandlung an.

Weinstein verbüßt derzeit eine 16-jährige Gefängnisstrafe in Kalifornien wegen weiterer Sexualstraftaten. Der einst mächtige Produzent von Hollywood-Kassenschlagern wie "Pulp Fiction" und "Shakespeare in Love" gilt vielen Schauspielerinnen als "Monster", seit die Zeitung "New York Times" und das Magazin "New Yorker" 2017 mit ihren Enthüllungen über Weinsteins Verhalten ein Erdbeben in der Filmbranche ausgelöst hatten.

Die Artikel lösten die MeToo-Bewegung aus. Der Name Weinstein wurde weltweit zum Synonym für Männer, die ihre Machtstellung gegenüber Frauen ausnutzen.

S.Collins--TNT

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