The National Times - Hamburg: Anklage wegen Abrechnungsbetrugs mit Krebsmedikamenten für 75 Millionen Euro

Hamburg: Anklage wegen Abrechnungsbetrugs mit Krebsmedikamenten für 75 Millionen Euro


Hamburg: Anklage wegen Abrechnungsbetrugs mit Krebsmedikamenten für 75 Millionen Euro
Hamburg: Anklage wegen Abrechnungsbetrugs mit Krebsmedikamenten für 75 Millionen Euro / Foto: © AFP/Archiv

Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen sechs Verantwortliche einer Pharmazie- und Apothekenfirma wegen eines mutmaßlich illegalen Geschäftsmodells zum Vertrieb von teuren Krebsmedikamenten im Wert von rund 75 Millionen Euro erhoben. Es geht um Vorwürfe der besonders schweren Bestechung und des bandenmäßigen Abrechnungsbetrugs, wie die Anklagebehörde am Montag mitteilte. Die Beschuldigten sollen unter anderem verbotenerweise eine Klinik gekauft und medizinische Versorgungszentren betrieben haben, um eigene Medikamente zu verkaufen.

Textgröße ändern:

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wollten die Angeklagten dadurch die Kontrolle über die Verschreibung von Krebsmitteln übernehmen und möglichst viele Medikamente aus eigener Produktion absetzen. Ihre Unternehmensgruppe stellte demnach Mittel für Chemotherapien her und war als Apotheke tätig. Laut Gesetz dürfen Pharmazeuten und Vertragsärzte nicht zusammenarbeiten.

Daher hätten die Angeklagten laut Staatsanwaltschaft Leistungen im Wert von rund 75 Millionen Euro nicht bei Krankenkassen abrechnen dürfen. Das wertet die Behörde stattdessen als Abrechnungsbetrug in 340 Fällen. Zudem geht es um den Vorwurf der Bestechung von Ärzten in 37 Fällen, weil die Beschuldigten diese durch unlautere Vorteilsgewährung an sich gebunden haben sollen. Über die Eröffnung der Hauptverhandlung entscheidet das Landgericht Hamburg.

Bei den Beschuldigten handelt es sich demnach um zwei Apotheker mit eigenem Unternehmen sowie vier weitere in deren Unternehmen in leitender Funktion tätige Angeklagte. Das Krankenhaus kauften sie laut Anklage über andere Firmen. Dadurch und durch die folgende Eröffnung sogenannter medizinischer Versorgungszentren sollen sie die Erlöse aus ambulanter Behandlung und pharmazeutischer Versorgung von Krebspatienten für sich vereinnahmt haben.

S.O'brien--TNT

Empfohlen

Papst nach viertägigem Frankreich-Besuch nach Rom aufgebrochen

Papst Leo XIV. hat seinen viertägigen Frankreich-Besuch beendet und ist am Abend in Richtung Rom abgereist. Am Flughafen der Stadt Metz wurde er vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron verabschiedet, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP. "Wir sind traurig, dass er geht, aber froh, dass alles gut verlaufen ist", sagte Macron.

Haftstrafen für drei Ägypter nach Mord an italienischem Studenten in Kairo

Rund zehn Jahre nach der Tötung des italienischen Studenten Giulio Regeni in Ägypten hat ein Gericht in Rom Haftstrafen gegen drei ägyptische Sicherheitsbeamte wegen der Entführung des damals 28-Jährigen verhängt. Die drei Männer wurden in Abwesenheit zu jeweils zehn Jahren Haft verurteilt, von den Mordvorwürfen aber freigesprochen, berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Einen kompletten Freispruch gab es für einen vierten Angeklagten.

Papst beendet Frankreich-Reise mit Aufruf zu "kreativen" Friedensbemühen

Zum Abschluss seines Frankreich-Besuchs hat Papst Leo XIV. die Europäer eindringlich zu Friedensanstrengungen aufgerufen. Es sei notwendig, "Mut bei den Verhandlungen zu zeigen und bereit zu sein, bestimmte Positionen für das übergeordnete Wohl des Friedens aufzugeben", sagte der Papst am Montag in Metz im Beisein von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Ohne den Ukraine-Krieg ausdrücklich zu nennen, beklagte er ein "sinnloses Gemetzel, das jeden Tag unzählige zivile Opfer fordert".

Dutzende Tote bei Angriff der myanmarischen Armee auf Markt im Bundesstaat Rakhine

Bei einem Luftangriff der myanmarischen Armee auf einen Markt im Bundesstaat Rakhine sind nach Angaben der Rebellenorganisation Arakan-Armee mindestens 33 Menschen getötet und 36 weitere verletzt worden. Der Angriff habe sich am Montagmittag (Ortszeit) in der Stadt Kyauktaw ereignet und einen Markt und eine angrenzende Brücke zum Ziel gehabt, berichteten die Rebellen. Ihnen zufolge könnte die Zahl der Toten noch steigen.

Textgröße ändern: