The National Times - Schuldsprüche nach dem Fällen des berühmtem "Robin Hood"-Baums in England

Schuldsprüche nach dem Fällen des berühmtem "Robin Hood"-Baums in England


Schuldsprüche nach dem Fällen des berühmtem "Robin Hood"-Baums in England

Zwei Jahre nach dem Fällen eines als "Robin Hood"-Baum bekannt gewordenen legendären Bergahorns in der Nähe des Hadrianswalls in Nordengland sind zwei Männer schuldig gesprochen worden. Ein Gericht in Newcastle befand die beiden 39 und 32 Jahre alten Angeklagten am Freitag für schuldig, den rund 200 Jahre alten Baum "absichtlich und gedankenlos" gefällt zu haben. Die beiden Männer bleiben in Haft, das Strafmaß gegen sie wird Mitte Juli verkündet.

Textgröße ändern:

Der Bergahorn hatte fast 200 Jahre lang in einem Tal in der Nähe des Hadrianswalls gestanden, bevor er in einer stürmischen Nacht im September 2023 mit einer Kettensäge gefällt wurde. Die Baumkrone stürzte dabei auf den Hadrianswall und beschädigte das jahrhundertealte Bauwerk aus der Römerzeit. Der Vorfall löste in Großbritannien Empörung aus.

Die beiden Angeklagten wurden wegen Sachbeschädigung in zwei Fällen - an dem Baum und am Hadrianswall - schuldig gesprochen. Insgesamt richteten sie der Anklage zufolge Schäden in Höhe von umgerechnet rund 735.000 Euro an. Beide Männer bleiben in Haft - der jüngere von beiden laut Behörden zu seinem eigenen Schutz. Das Strafmaß soll am 15. Juli verkündet werden.

Laut Staatsanwaltschaft hatten die Männer ihre Tat gefilmt und das Handyvideo anschließend an Freunde geschickt. Ihre "schwachsinnige" Tat hätten sie offenbar für "witzig, clever oder großartig" gehalten.

"Man hört oft den Begriff 'gedankenloser Vandalismus', aber nie passte er besser als heute", sagte Kevin Waring von der Polizei von Northumbria nach dem Schuldspruch am Freitag. Zu keinem Zeitpunkt hätten die beiden Männer eine Erklärung für ihre Tat vorgebracht - "und es kann auch keine zu rechtfertigende Erklärung geben".

Wegen seiner beeindruckenden Lage war der Baum die Kulisse für eine zentrale Szene im Film "Robin Hood" mit Kevin Costner von 1991. Auch in zahlreichen weiteren Filmen und Serien war der Baum zu sehen. Der Bergahorn war zudem ein bei Besuchern beliebtes Fotomotiv und galt als Symbol der Region in Nordostengland. 2016 erhielt er den Titel "Baum des Jahres".

Die Sinnlosigkeit der Baumfällung habe "Menschen im ganzen Land und im Ausland schockiert", kommentierte der britische National Trust nach dem Schuldspruch am Freitag. In der Region hätten viele Menschen persönliche Erinnerungen mit dem Baum verknüpft.

Experten untersuchen derzeit, ob der Baum aus seinem Stumpf nachwachsen kann. Der National Trust will zudem im kommenden Winter 49 aus Samen des Baumes gezogene Setzlinge an verschiedenen Orten im Vereinigten Königreich pflanzen.

Der Hadrianswall wurde 122 nach Christus unter Kaiser Hadrian begonnen und markierte die Grenze zwischen dem römischen Britannien und dem nicht eroberten Kaledonien im Norden.

W.Phillips--TNT

Empfohlen

Bundesweiter "Ehrentag" für ziviles Engagement - Anregung von Steinmeier

Auf Anregung von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wird am Samstag erstmals der "Ehrentag" begangen. Bundesweit laden Initiativen, Vereine, Verbände und Nachbarschaften dazu ein, gemeinsam mit anzupacken und sich für die Gemeinschaft zu engagieren. Die Aktion soll allen Interessierten die Möglichkeit geben, in ein neues Ehrenamt hineinzuschnuppern. Der "Ehrentag" wird am 23. Mai begangen, weil an diesem Tag im Jahr 1949 das Grundgesetz verabschiedet wurde.

US-Strafverfahren gegen Migranten Ábrego García eingestellt

Das umstrittene US-Strafverfahren gegen den salvadorianischen Migranten Kilmar Ábrego García, der im vergangenen Jahr im Zentrum eines erbitterten Abschiebestreits stand, ist eingestellt worden. US-Bundesrichter Waverly Crenshaw urteilte am Freitag, die Anklage gegen Ábrego García wegen angeblichen Menschenschmuggels habe einen "Missbrauch von staatsanwaltschaftlicher Macht" dargestellt.

Mädchen im Baggersee ertrunken: Eltern wegen fahrlässiger Tötung verurteilt

Nach dem Tod zweier Schwestern in einem Baggersee in Schweinfurt sind die Eltern wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Von der Verhängung einer Strafe sah das Amtsgericht Schweinfurt bei seinem Urteil am Freitag ab, wie eine Gerichtssprecherin in der bayerischen Stadt mitteilte.

Hamburg setzt sich für längere Verjährungsfrist bei bestimmten Sexualstraftaten ein

Hamburgs Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) will sich dafür einsetzen, dass bestimmte Sexualstraftaten nicht mehr nach fünf Jahren verjähren können. "Aus Angst, Scham oder Traumatisierung zeigt nicht jedes Opfer eine solche Tat zeitnah an", erklärte Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) am Freitag. Viele Taten würden auch erst nach längerer Zeit bekannt. Zuerst hatte der "Spiegel" berichtet.

Textgröße ändern: