The National Times - Bätzing wirft Putin Strategie des Aushungerns anderer Länder vor

Bätzing wirft Putin Strategie des Aushungerns anderer Länder vor


Bätzing wirft Putin Strategie des Aushungerns anderer Länder vor
Bätzing wirft Putin Strategie des Aushungerns anderer Länder vor / Foto: © AFP/Archiv

In seiner Fronleichnamspredigt hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Bischof von Limburg, Georg Bätzing, dem russischen Präsidenten Wladimir Putin eine Strategie des Aushungers vorgeworfen. "Putin setzt auf Hunger als politisches Druckmittel, um abhängige Staaten der südlichen Hemisphäre politisch gefügig zu machen und auf andere Druck auszuüben", sagte Bätzing laut Redetext am Donnerstag in Frankfurt am Main.

Textgröße ändern:

Der "ungerechte Überfall" Russlands auf die Ukraine bedrohe die weltweite Versorgung, fügte Bätzing an. Getreidefrachter lägen in ukrainischen Häfen fest, die diesjährige Ernte in dem Land werde den Bedarf wohl nicht decken können. Zugleich stehle Russland als weltgrößter Weizenexporteur in großem Umfang Getreide aus den von ihm besetzten ukrainischen Gebieten.

Dies alles stelle Staaten wie Äthiopien vor große Probleme, das bislang 45 Prozent seiner Weizenimporte aus der Ukraine bezogen habe, sagte der katholische Bischof in seiner Predigt. Auch in der Ukraine erinnere "die Brutalität der Menschenrechtsverletzungen" durch Russland viele an die unter dem Begriff "Holodomor" bekannte Hungersnot der Jahre 1932 und 1933.

Damals hatte der sowjetische Diktator Joseph Stalin durch eine erzwungene Kollektivierung der Landwirtschaft eine große Hungersnot ausgelöst, an der in der Ukraine mehrere Millionen Menschen starben. "Holodomor" lässt sich in etwa mit "Tötung durch Hunger" übersetzen. Es gibt Forderungen, das damalige Geschehen als Genozid - also einen Völkermord - einzustufen.

Die Ukraine und Russland gehören zu den wichtigsten Getreideproduzenten der Welt. Der Export aus den beiden Ländern brach wegen des Kriegs in der Ukraine und der Sanktionen gegen Russland jedoch stark ein. Auch Papst Franziskus kritisierte kürzlich die Blockade des Exports ukrainischen Weizens. Ein Grundnahrungsmittel dürfe nicht "als Kriegswaffe" dienen.

Bätzing verwies in seiner Predigt auch auf die dramatische Mangellage in Ländern wie Afghanistan, Somalia und Mali. Dort litten heute nahezu 90 Prozent der Bevölkerung unter akutem Hunger. Noch vor wenigen Jahren habe es so ausgesehen, als ob die Ernährungssituation von hunderten Millionen Menschen deutlich verbessert werden könnte. Inzwischen aber nehme Hunger durch Kriege, Korruption und terroristische Bedrohungen wieder zu.

A.Wood--TNT

Empfohlen

Erstmals in Europa: Niederlande erlauben Nutzung von Tesla-Selbstfahrfunktion

Als erstes Land in Europa erlauben die Niederlande den Fahrern von Tesla-Autos die Nutzung einer Selbstfahrfunktion. Voraussetzung sei, dass die Fahrer im Auto sitzen und das Manöver genau überwachen, erklärte die zuständige Straßensicherheitsbehörde RDW. Damit folgen die Niederlande dem Beispiel der USA, wo Tesla-Fahrer das System bereits nutzen können.

Menschlicher Schädel gefunden: Polizei prüft Fall getöteter Frau aus Eritrea

Nach dem Fund eines menschlichen Schädels in einem Waldgebiet der nordrhein-westfälischen Gemeinde Wenden prüft die Polizei eine Verbindung zum Fall einer im vergangenen Jahr zerstückelt aufgefundenen Frauenleiche. Wie die Staatsanwaltschaft Siegen und die Polizei Hagen mitteilten, wurde der Schädel am Samstagmittag bei einer Müllsammelaktion entdeckt, die Fundstelle lag demnach in der Nähe der Autobahn 4. Das Polizeipräsidium Hagen setzte eine Mordkommission ein.

"Rufschädigung": Stiftung verklagt britischen Prinzen Harry

Die einst von Prinz Harry mitgegründete Stiftung Sentebale für HIV-Infizierte in Afrika verklagt den jüngeren Sohn des britischen Königs wegen "Rufschädigung". Die Organisation Sentebale erklärte am Freitag, sie fordere unter anderem eine Entschädigung, nachdem eine "koordinierte Medienkampagne" im März 2025 "ihre Tätigkeit behindert und ihren Ruf geschädigt" habe. Als "Architekten" der Kampagne werden Prinz Harry und der britische Politikberater Mark Dyer genannt, der früher Treuhänder von Sentebale war.

Macron und Leo XIV. rufen zu Frieden in der Welt auf

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Papst Leo XIV. haben vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs zu Frieden in der Welt aufgerufen. "Angesichts der Brüche in der Welt ist der Einsatz für Frieden Pflicht und Anspruch", erklärte Macron am Freitag nach seiner ersten Privataudienz bei dem aus den USA stammenden Leo XIV. Der Papst verurteilte die "sinnlose und unmenschliche Gewalt" im Nahen Osten.

Textgröße ändern: