The National Times - Kallas: Ukraine-Verbündete wollen grünes Licht für Sondertribunal geben

Kallas: Ukraine-Verbündete wollen grünes Licht für Sondertribunal geben


Kallas: Ukraine-Verbündete wollen grünes Licht für Sondertribunal geben
Kallas: Ukraine-Verbündete wollen grünes Licht für Sondertribunal geben / Foto: © AFP

Die Ukraine und ihre europäischen Verbündeten wollen am Freitag grünes Licht für die Einrichtung eines Sondertribunals zur Ahndung des Verbrechens der "Aggression" gegen die Ukraine im russischen Angriffskrieg geben. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas sagte am Donnerstag in Warschau, die formelle Zustimmung zu dem Gericht werde während eines Besuchs der EU-Außenminister in der ukrainischen Stadt Lwiw erfolgen. Unterdessen warnte Polen angesichts der verschärften deutschen Migrationspolitik vor einer Störung des Grenzverkehrs.

Textgröße ändern:

Die Einrichtung eines Sondertribunals zum Ukraine-Krieg wird von der Europäischen Union, dem Europarat, der Ukraine und mehreren anderen Staaten vorangetrieben. Es soll das Verbrechen der "Aggression" gegen die Ukraine ahnden und die politischen und militärischen Verantwortlichen aus Russland zur Rechenschaft ziehen. Für die Ahndung von Kriegsverbrechen im Ukraine-Krieg soll aber weiterhin der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) in Den Haag zuständig sein.

Kallas verwies in Warschau erneut auf das 17. Sanktionspaket der EU gegen Russland, das noch in Arbeit sei. Dies könne "hoffentlich" beim nächsten offiziellen Treffen der EU-Außenminister im Juni verabschiedet werden.

Die EU-Außenminister waren am Mittwoch in Warschau zu einem informellen Treffen zusammengekommen. Am zweiten Tag des Treffens stand am Donnerstag der russische Angriffskrieg in der Ukraine im Mittelpunkt der Beratungen. Deutschland wurde bei dem Treffen erstmals vom neuen Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) vertreten. Am Freitag reisen die EU-Außenminister auf Einladung ihres ukrainischen Kollegen Andrij Sybiha zum Weltkriegsgedenken ins westukrainische Lwiw.

Wadephul war am Mittwoch auf seiner ersten Auslandsreise zunächst nach Paris und dann nach Warschau gereist. Dort sprach er auch mit seinem polnischen Kollegen Radoslaw Sikorski über die von der neuen Bundesregierung angekündigten Verschärfung der Kontrollen an den deutschen Grenzen. Sikorski zeigte am Donnerstag Verständnis für die deutsche Position, forderte aber "technische Wege" für die Kontrollen, um "die Unannehmlichkeiten für die Anwohner zu minimieren".

Der neue Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte am Mittwoch nochmals verschärfte Grenzkontrollen angekündigt, um die Flüchtlingszahlen zu senken. Dazu sollen mehr Bundespolizisten an den deutschen Grenzen stationiert und fortan auch Asylbewerber zurückgewiesen werden.

Die deutschen Pläne haben vor allem in den Nachbarländern Polen, Tschechien und Österreich für Unmut gesorgt. Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hatte am Mittwoch bei einem Treffen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) argumentiert, es sei im Interesse Deutschlands und Polens, den "freien Durchgang" zwischen den Ländern aufrechtzuerhalten.

A.Robinson--TNT

Empfohlen

Mann erschießt kanadische Touristin in Ruinenstadt Teotihuacán in Mexiko

Ein Mann hat in der Ruinenstadt Teotihuacán in Mexiko eine kanadische Touristin erschossen. Mindestens sechs weitere Menschen seien verletzt worden, teilten die Behörden am Montag (Ortszeit) mit. Der Angreifer habe sich anschließend das Leben genommen. Unter den Verletzten befindet sich auch ein kolumbianisches Kind. Zuvor war von vier Verletzten die Rede gewesen.

Amnesty wirft US-Regierung "systematischen Angriff" auf Menschenrechte vor

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat der US-Regierung einen "systematischen Angriff" auf die Menschenrechte vorgeworfen. Verantwortlich für die aktuelle weltweite Menschenrechtskrise seien "Regierungen, die zunehmend autoritär handeln und systematisch Menschenrechte und die internationale Rechtsordnung infrage stellen", erklärte die Organisation anlässlich ihres am Dienstag veröffentlichten Jahresberichts.

"Diffamierender" Artikel: FBI-Chef Patel reicht Verleumdungsklage gegen "The Atlantic" ein

FBI-Chef Kash Patel hat eine Verleumdungsklage gegen das US-Nachrichtenmagazin "The Atlantic" eingereicht und fordert eine Millionenentschädigung. Das Magazin habe eine Grenze überschritten, "indem es einen Artikel veröffentlicht hat, der voller falscher und offensichtlich erfundener Anschuldigungen ist", heißt es in der am Montag bei einem Bundesgericht in Washington eingereichten Klage des Chefs der US-Bundespolizei. Die Anschuldigungen zielten "darauf ab, Patels Ruf zu schädigen und ihn aus seinem Amt zu vertreiben".

Musk erscheint nicht zu Anhörung in Paris wegen Kinderporno-Darstellungen auf X

US-Milliardär Elon Musk ist trotz einer Vorladung nicht zu einer freiwilligen Anhörung in Frankreich wegen kinderpornografischer Darstellungen in seinem Onlinedienst X erschienen. Die französische Staatsanwaltschaft teilte der Nachrichtenagentur AFP am Montag mit, sie habe "die Abwesenheit der ersten vorgeladenen Personen zur Kenntnis genommen", ohne Musks Namen zu nennen. Kurz vor der geplanten Anhörung war Telegram-Gründer Pawel Durow Musk zur Seite gesprungen.

Textgröße ändern: