The National Times - Zwei Jahre Jugendhaft auf Bewährung nach Anschlagsplänen in Baden-Württemberg

Zwei Jahre Jugendhaft auf Bewährung nach Anschlagsplänen in Baden-Württemberg


Zwei Jahre Jugendhaft auf Bewährung nach Anschlagsplänen in Baden-Württemberg
Zwei Jahre Jugendhaft auf Bewährung nach Anschlagsplänen in Baden-Württemberg / Foto: © AFP/Archiv

Rund zehn Monate nach der Festnahme von vier Jugendlichen wegen möglicher islamistischer Anschlagspläne auf Kirchen hat das Landgericht Stuttgart einen von ihnen zu zwei Jahren Jugendhaft auf Bewährung verurteilt. Schuldig gesprochen wurde der zur Tatzeit 16-Jährige unter anderem, weil er sich dazu bereit erklärt hatte, einen gemeinschaftlichen Mord zu begehen, wie das Gericht am Freitag mitteilte.

Textgröße ändern:

Dem Jugendlichen war die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen worden. Zusammen mit den anderen drei soll er Propagandamaterial der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) konsumiert und sich mit der IS-Ideologie identifiziert haben. Im März sollen die Jugendlichen vereinbart haben, einen Anschlag in Nordrhein-Westfalen oder Baden-Württemberg zu begehen.

Er und die drei anderen wurden im Frühling 2024 festgenommen, nachdem die Behörden Chats über die mutmaßlichen Anschlagspläne entdeckt hatten. Die Verhandlung fand wegen des Alters des Angeklagten außerhalb der Öffentlichkeit statt.

Grund für die Aussetzung der Strafe zur Bewährung war, dass die Kammer nach der Verhandlung mit sicherer Überzeugung darauf vertraut, dass der Jugendliche künftig keine Straftaten mehr begehen wird. Er gestand die Vorwürfe demnach und distanzierte sich glaubhaft von der islamistischen Szene.

Das Gericht erklärte, er habe die tieferen inneren Ursachen seiner Tat erkannt und sich motiviert gezeigt, daran ernsthaft zu arbeiten. Auflage des Urteils ist, dass sich der Jugendliche um einen Platz für eine stationäre Heimerziehung bemühen soll. Zudem soll er eine Orientierungsphase bei einem Zentrum gegen Extremismus durchlaufen.

Ein Sachverständiger war der Ansicht, dass die Kriminalprognose bei dem Jugendlichen sehr günstig sei und die ergriffenen Maßnahmen zur Einwirkung auf ihn ausreichten. Vor dem Landgericht Düsseldorf wird seit Dezember gegen die drei anderen Jugendlichen verhandelt. Auch dieser Prozess findet außerhalb der Öffentlichkeit statt.

L.Graham--TNT

Empfohlen

Rheinland-Pfalz: Hund gilt bei artgerechtem Abwehrverhalten nicht als gefährlich

Wehrt sich ein Hund artgerecht gegen eine Provokation durch einen Menschen, ist das Tier laut einer Gerichtsentscheidung aus Rheinland-Pfalz nicht als gefährlich einzustufen. Eine Frau habe einen Beißvorfall mutmaßlich selbst provoziert, teilte das Verwaltungsgericht Mainz am Mittwoch mit. Es gab damit dem Eilantrag des Hundehalters recht. (Az.: 1 L 534/26.MZ)

Partnerin getötet: Elf Jahre Haft für 37-Jährigen in Niedersachsen

Weil er seine Partnerin tötete, hat das Landgericht im niedersächsischen Hildesheim einen 37-Jährigen zu einer elfjährigen Haftstrafe verurteilt. Wie ein Gerichtssprecher am Dienstagabend mitteilte, wurde der Mann des Totschlags schuldig gesprochen. Zudem wurde er zur Zahlung von Hinterbliebenengeld in Höhe von 10.000 Euro verurteilt. Ebenso soll er den Hinterbliebenen alle entstandenen und zukünftigen Schäden aufgrund der Tat ersetzen.

Syrer in Rheinland-Pfalz wegen mutmaßlicher Kriegsverbrechen festgenommen

Die Bundesanwaltschaft hat in Rheinland-Pfalz einen Syrer festnehmen lassen, der vor elf Jahren in Syrien drei Menschen erschossen haben soll. Ibrahim A. werden deshalb Kriegsverbrechen vorgeworfen, wie die Karlsruher Behörde am Mittwoch mitteilte. Er soll im syrischen Bürgerkrieg erst bei den staatlichen Streitkräften gewesen sein und sich dann einer oppositionellen Miliz angeschlossen haben.

Filmreifer Einsatz gegen Dieseldiebe: Lastwagenfahrer auf Motorhaube mitgenommen

In Nordrhein-Westfalen haben Dieseldiebe für fast 2000 Euro Diesel geklaut. Einen Lastwagenfahrer, der den Diebstahl bemerkte und die Männer aufhalten wollte, sprang auf die Motorhaube des Diebesautos und wurde filmreif von den Dieben mitgenommen, wie die Polizei in Soest am Mittwoch mitteilte. Der 44-jährige Mann konnte sich am Ende mit einem Sprung in einen Graben retten, die Diebe entkamen unerkannt.

Textgröße ändern: