The National Times - Gewaltvorwürfe an Schule in Frankreich: Bayrou dementiert Justizbehinderung

Gewaltvorwürfe an Schule in Frankreich: Bayrou dementiert Justizbehinderung


Gewaltvorwürfe an Schule in Frankreich: Bayrou dementiert Justizbehinderung
Gewaltvorwürfe an Schule in Frankreich: Bayrou dementiert Justizbehinderung / Foto: © AFP

Frankreichs Premierminister François Bayrou hat Vorwürfe zurückgewiesen, sich in Ermittlungen zu sexueller Gewalt an einer katholischen Schule eingemischt zu haben. Er habe "niemals" und "weder direkt noch indirekt" interveniert, sagte Bayrou am Dienstag im Parlament in Paris. Mehrere seiner Kinder haben die Internatsschule im Südwesten Frankreichs besucht, an der es zwischen 1970 und 1990 zu Missbrauch und Gewalt gekommen sein soll.

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Bayrou war von 1993 bis 1997 französischer Bildungsminister, anschließend agierte er mehrere Jahre als Regionalpolitiker. Ihm wird vorgeworfen, dass er von den Vorwürfen gewusst und das Parlament in der vergangenen Woche in einer Aussage zu der Affäre belogen habe. Dabei hatte der Regierungschef erklärt, dass er von den Vorwürfen der sexuellen Gewalt an der Schule nichts gewusst habe. Oppositionspolitiker bezweifeln das und fordern Ermittlungen gegen den Regierungschef wegen "Behinderung der Justiz".

In dem Fall geht es um die katholische Schule Notre-Dame-de-Bétharram in der Nähe von Pau. Nachdem es bereits Gewaltvorwürfe gegen die Schule gegeben hatte, wurde ein früherer Schulleiter, Pater Carricart, 1998 der Vergewaltigung eines zehnjährigen Jungens rund ein Jahrzehnt zuvor beschuldigt. Er wurde festgenommen, später wieder freigelassen. Zwei Jahre später wurde der Priester tot in Rom aufgefunden.

Von einem früheren Schüler zusammengetragene Aussagen führten dann im vergangenen Jahr zur Einleitung einer Untersuchung von mehr als hundert Vorwürfen von Gewalt, sexuellen Übergriffen und Vergewaltigungen, die zwischen den 1970er und 1990er Jahren an der Schule begangen worden sein sollen. Die Investigativ-Website "Mediapart" berichtete, dass Bayrou von den Vorwürfen gewusst habe.

Der die Ermittlungen leitende Gendarm sagte am Sonntag im Fernsehen, dass es eine "Intervention" von Bayrou bei der Justiz gegeben habe. Diese Aussage wiederholte er am Dienstag in einer Regionalzeitung. Der damalige Untersuchungsrichter gab seinerseits in mehreren Medien an, dass Bayrou sich um ein Treffen mit ihm "bemüht" habe, als Pater Carricart im Gefängnis saß.

Dieser Richter "ist seit 50 Jahren mein Nachbar", verteidigte sich der Regierungschef am Dienstag im Parlament auf die Frage einer Abgeordneten. Natürlich habe er mit ihm über den Fall gesprochen. Aber ein Richter "hat nicht das Recht, auch nur den geringsten Teil über ein Dossier, für das er verantwortlich ist, an Personen außerhalb der Ermittlungen weiterzugeben", betonte Bayrou. "Wir konnten also über die Atmosphäre sprechen, wir konnten über die Schule sprechen, aber nie über das Dossier."

C.Bell--TNT

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