The National Times - Tausende demonstrieren in Serbien gegen Korruption und für Reformen

Tausende demonstrieren in Serbien gegen Korruption und für Reformen


Tausende demonstrieren in Serbien gegen Korruption und für Reformen
Tausende demonstrieren in Serbien gegen Korruption und für Reformen / Foto: © AFP

Im Zuge der seit Monaten anhaltenden Massendemonstrationen gegen Korruption in Serbien haben am Samstag umfangreiche Protestaktionen in der Stadt Kragujevac stattgefunden. Am serbischen Nationalfeiertag gingen dort tausende Studenten und andere Bürger aus dem ganzen Land auf die Straße. Sie blockierten die Hauptstraße der Stadt im Zentrum Serbiens. Die Blockade in Kragujevac ist die dritte mehrtägige Demonstration in einer serbischen Stadt nach ähnlichen Massenprotesten in Belgrad und Novi Sad.

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Seit Monaten demonstrieren Menschen in Serbien gegen Korruption und für mehr Rechenschaft der Regierung. Vor der Demonstration am Samstag waren hunderte Studenten aus den Städten Belgrad, Novi Sad und Nis vier Tage lang zu der Stadt gewandert und dort am Freitag von tausenden Bürgern begeistert empfangen worden.

An der Blockade nahmen auch ältere Menschen teil, wie der 50-jährige Vladimir Petrovic aus Kragujevac, der belegte Brote und Kuchen an die Teilnehmenden verteilte. Er sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Studenten hätten Serbien aus der Betäubung erweckt. "Sie haben meine Hoffnung wiederaufleben lassen", sagte Petrovic.

Studierende sind zur treibenden Kraft bei der Organisation der Proteste geworden. Das Symbol der Bewegung, das auch in Kragujevac auf vielen Flaggen und Plakaten zu sehen war, ist ein blutiger Handabdruck. Die Proteste sind die größten in dem Land seit den 90er-Jahren

Am 1. November war das Bahnhofsvordach des erst kürzlich renovierten Hauptbahnhofs von Novi Sad eingestürzt. 15 Menschen im Alter zwischen sechs und 74 Jahren kamen dabei ums Leben. Das Unglück war Auslöser der bis heute anhaltenden Proteste im Land. Bei der Demonstration in Kragujevac schwiegen die Menschen um 11.52 Uhr (Ortszeit) - dem Zeitpunkt des Unglücks - 15 Minuten lang.

Ende Januar trat Ministerpräsident Milos Vucevic zurück, die politische Geste schwächte die Protestbewegung jedoch nicht ab. Serbiens Präsident Aleksandar Vucic ruft abwechselnd zu Dialog auf oder macht ausländische Einmischung durch "westliche Staaten" und das benachbarte Kroatien für die Proteste verantwortlich.

Am Samstag rief der zurückgetretene Ministerpräsident Vucevic die Demonstrierenden auf, Gespräche mit dem Präsidenten und der Regierung aufzunehmen.

T.Ward--TNT

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