The National Times - Nach Flugzeugkollision mit Hubschrauber in Washington erste Leichen geborgen

Nach Flugzeugkollision mit Hubschrauber in Washington erste Leichen geborgen


Nach Flugzeugkollision mit Hubschrauber in Washington erste Leichen geborgen
Nach Flugzeugkollision mit Hubschrauber in Washington erste Leichen geborgen / Foto: © AFP

Nach dem Zusammenstoß eines Passagierflugzeugs und eines Militärhubschraubers am Mittwochabend (Ortszeit) in der US-Hauptstadt Washington sind Medienberichten zufolge zahlreiche Leichen aus dem Fluss Potomac geborgen worden. Unter den 64 Insassen der Passagiermaschine waren mehrere Mitglieder des Eiskunstsports aus den USA und Russland. Die Suche nach den Unglücksopfern gestaltete sich wegen der Dunkelheit und eisigen Kälte extrem schwierig.

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"Mindestens 18 Leichen wurden geborgen", meldete der Sender CBS News am Donnerstag, NBC sprach von "mehr als einem Dutzend" Toten. Es handelte sich um das schwerste Unglück der US-Luftfahrt seit mehr als zehn Jahren.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA teilte mit, eine Maschine des Herstellers Bombardier von der Fluggesellschaft PSA Airlines sei "in der Luft" mit einem Hubschrauber zusammengestoßen, als sie sich am Abend dem Hauptstadt-Flughafen Reagan National zur Landung näherte. Der Flieger war demnach in Wichita im US-Bundesstaat Kansas gestartet.

Die FAA ordnete ein Start- und Landeverbot am Flughafen Reagan National an, der bis mindestens 11.00 Uhr Ortszeit (17.00 Uhr MEZ) geschlossen bleiben sollte.

Nach Armeeangaben befand sich der Militärhubschrauber vom Typ Black Hawk mit drei Soldaten an Bord auf einem nächtlichen Ausbildungsflug, als es zur Kollision kam. "Beide Maschinen befinden sich im Wasser", sagte die Bürgermeisterin von Washington, Muriel Bowser, bei einer Pressekonferenz.

Der US-Eiskunstlaufverband bestätigte, dass sich mehrere Sportler, Trainer und Offizielle an Bord der Maschine befanden.

Auch das russische Eiskunstlaufpaar Jewgenija Schischkowa und Wadim Naumow, Weltmeister von 1994, saß in dem abgestürzten Passagierflugzeug, wie die staatlichen russischen Nachrichtenagenturen Tass und Ria Nowosti berichteten. Nach Angaben des Kreml-Sprechers Dmitri Peskow befanden sich noch weitere russische Staatsbürger in dem Flugzeug.

Die US-Behörden nannten zunächst keine offiziellen Opferzahlen.

Rund 300 Polizisten, Feuerwehrleute und Mitglieder der Küstenwache waren im Einsatz, um in der Dunkelheit und im eiskalten, schlammigen Wasser des Potomac nach den Insassen der beiden Maschinen zu suchen. Die Einsatzbedingungen für die Rettungskräfte, darunter auch Taucher, seien "extrem schwierig", sagte Feuerwehrchef John Donnelly. Er verwies auf die "Kälte", einen "starken Wind" und "Eis" auf dem Potomac. Die Temperaturen waren zuletzt auf bis zu minus 12 Grad Celsius gesunken.

Auf dem Potomac waren zahlreiche Schlauchbote zu sehen, über der Unglücksstelle kreisten Hubschrauber und suchten die Wasseroberfläche mit ihren Scheinwerfern ab. Zu sehen waren auch Dutzende Feuerwehrfahrzeuge, von denen einige auf Anhängern Schlauchboote in die Nähe des Flughafens brachten, dessen Start- und Landepisten am Ufer des Potomac liegen.

US-Präsident Donald Trump erklärte in einer offiziellen Mitteilung, dass er den "über furchtbaren Unfall" vollständig informiert worden sei. "Möge Gott ihre Seelen segnen", fügte er in Bezug auf die Opfer hinzu.

Weniger als vier Stunden nach dem Unglück - während andere Behördenvertreter betonten, dass sie zunächst die Ermittlungen abwarteten - kritisierte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social die Flugsicherung. Das Flugzeug habe sich in einem "perfekten Landeanflug" auf den Flughafen befunden. Der Hubschrauber sei direkt auf das Flugzeug zugeflogen. Es sei eine "klare Nacht" gewesen, erklärte Trump.

"Warum ist der Hubschrauber nicht hoch oder runter gegangen, oder hat gedreht. Warum hat der Kontrollturm dem Hubschrauber nicht gesagt, was er stattdessen tun soll, anstelle zu fragen, ob sie das Flugzeug sehen. Das ist eine schlechte Situation, die aussieht, als hätte sie verhindert werden sollen. Nicht gut!", erklärte Trump.

Augenzeuge Ari Schulman sagte dem Sender CNN, er habe einen "Funkenstrom" gesehen, während er nach Hause fuhr und sich die Kollision am Himmel ereignete. Das Flugzeug habe zunächst normal ausgesehen. "Drei Sekunden später" sei es komplett zur Seite geneigt gewesen, sagte Schulman. "Ich konnte die Unterseite sehen, sie leuchtete in einem sehr hellen Gelb, und darunter war ein Funkenstrom zu sehen." Er verglich den Anblick mit einem Feuerwerkskörper.

Der Chef von American Airlines, dem Mutterkonzern von PSA Airlines, bekundete in einer Videobotschaft seine "tiefe Trauer".

Der US-Senator Roger Marshall aus dem Bundesstaat Kansas sprach bei X von der Kollision als einem "wahren Albtraum".

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock zeigte sich im Onlinedienst Bluesky erschüttert über das Unglück. "Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten den Angehörigen der Opfer dieser Tragödie, die in diesen Stunden Schreckliches durchmachen. Unseren Freunden in den USA gilt unsere ganze Solidarität", erklärte Baerbock.

V.Bennett--TNT

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