The National Times - Zentralrat der Juden warnt eindringlich vor Verharmlosung des Holocausts

Zentralrat der Juden warnt eindringlich vor Verharmlosung des Holocausts


Zentralrat der Juden warnt eindringlich vor Verharmlosung des Holocausts
Zentralrat der Juden warnt eindringlich vor Verharmlosung des Holocausts / Foto: © AFP/Archiv

Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat sich zutiefst besorgt über Versuche der Verharmlosung des Holocausts durch radikale rechte und linke politische Kräfte geäußert. Die Erinnerung an die Shoa und deren historische Einzigartigkeit müsse "über jeden Zweifel erhaben" sein, sagte er am Sonntag bei einer Gedenkveranstaltung der jüdischen Gemeinde von Frankfurt am Main zum 80. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Dabei warnte Schuster unter anderem ausdrücklich vor der AfD.

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"Unser Blick auf Auschwitz darf sich in seinem Kern nicht verändern", fügte der Zentralratspräsident laut vorab verbreitetem Redetext an. Andernfalls werde die Bundesrepublik ihrer "Gründungsidee" und ihrer "Verantwortung vor der Geschichte" nicht gerecht. "Es braucht eine wehrhafte Haltung gegen die Propaganda des 'Schuldkults', deren parlamentarischer Arm mit der AfD bereits in Landtagen und im Bundestag sitzt", sagte Schuster demnach weiter.

Er verwies zugleich darauf, dass aktuell "deutsche Straßen mit der postkolonialen Verirrung der 'German guilt' geflutet" würden. "Die Politik muss eine klare Sprache gegen eine subtile Verwässerung der Erinnerung an die Schoa von extrem links und extrem rechts finden", fügte Schuster hinzu.

Auf der Veranstaltung der jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main sollte unter anderem auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) eine Rede halten. Sie war der Erinnerung an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenbau vor 80 Jahren gewidmet. Der Jahrestag der Befreiung am 27. Januar ist internationaler Holocaustgedenktag. Jährlich findet dann unter anderem im Bundestag in Berlin eine zentrale offizielle Gedenkveranstaltung statt.

In Deutschland und anderen Ländern wird derzeit besorgt über zunehmenden Judenhass debattiert. Den Hintergrund bilden das Erstarken rechter Kräfte sowie antiisraelische Proteste nach dem Angriff der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 und des folgenden Kriegs im Gazastreifen. Dabei wird das israelische Vorgehen teils mit dem Holocaust verglichen.

Bereits während der Coronakrisee nutzten Kritiker der staatlichen Impf- und Eindämmungsmaßnahmen Holocaustvergleiche, darunter etwa Angehörige aus der Querdenkerszene. In Deutschland sind verharmlosende Holocaustvergleiche als Volksverhetzung strafbar. In rechtsextremen Kreisen ist die Leugnung oder Gleichsetzung des Holocaust mit anderen Verbrechen seit langem populär.

AfD-Chefin Alice Weidel sorgte jüngst für Aufsehen, als sie NS-Diktator Adolf Hitler in einem Gespräch mit US-Milliardär Elon Musk öffentlich als Kommunisten bezeichnete. Führende Vertreter der AfD sorgten bereits früher mit Aussagen zur NS-Zeit für Irritationen. Deren Ehrenvorsitzender Alexander Gauland nannte die nationalsozialistische Diktatur 2018 einen "Vogelschiss".

R.Evans--TNT

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